Dienstag, 19. Januar 2010
Aus Versehen: Facebook-Profile gehackt
Sie hackte ein Facebook-Profil – versehentlich: Als die US-Amerikanerin Candace Sawyer kürzlich die Facebook-URL in ihr Smartphone tippte, landete sie im Facebook-Konto eines völlig Fremden. Und dafür musste sie noch nicht einmal ihre Login-Daten eingeben. Sie hatte Zugang zu den privaten Informationen des Mannes und hätte wohl auch ohne Probleme dessen Profileinstellungen ändern können. Das tat Sawyer aber nicht.
Stattdessen loggte sie sich aus und bat ihre Mutter und ihre Schwester, mit ihren Handys ebenfalls auf die Facebook-Seite zu surfen. Beide fanden sich ebenfalls in den Profilen fremder Personen wieder und schickten zum Beweis E-Mails an ihre eigenen Konten.
Inzwischen ist klar: Direkte Schuld an der Panne tragen weder die Handys noch Facebook, sondern ein Infrastrukturproblem des Breitbandanbieters AT&T. Ein Sprecher räumte inzwischen ein, dass in einer "begrenzten Zahl von Fällen" AT&T-Kunden auf fremde Facebook-Seiten geleitet worden seien. Das Netzwerk-Problem sei aber inzwischen behoben. Bei den Saywers vermutet AT&T den Grund in einem fehlgeleiteten Cookie.
Mit Verschlüsselung wäre das nicht passiert
Klar ist aber auch: Facebook-Nutzer hätten geschützt werden können, wenn die Netzwerk-Seiten verschlüsselt wären. Facebook setzt Verschlüsselungscodes aber lediglich bei der Übertragung der Anmeldedaten ein. Ein schwacher Trost ist es, dass die Sicherheitslücke für Hacker relativ uninteressant sein dürfte, weil sie nur in jeweils in ein einzelnes Profil eindringen können. Um echten Schaden anzurichten, müsste man zahlreiche Accounts gleichzeitig kapern können. "Die Tatsache, dass er passiert ist zeigt aber, dass sich der Fehler wiederholen kann. Möglicherweise bei etwas weit wichtigerem als Facebook", warnt der IT-Sicherheitsexperte Nathan Hamiel.
ino
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