Donnerstag, 12. November 2009
Windows 7 abgekupfert?: Familienstreit bei Microsoft
Klaus wedekind
Windows 7 ist ein Riesen-Erfolg für Microsoft. Hinweise auf die Qualitäten der Konkurrenz sind mehr als unerwünscht.
Die Aufregung bei Microsoft ist groß, nachdem Simon Aldous in einem Interview zugegeben hat, Apples Mac OS habe als Vorbild für Windows 7 gedient. Im offiziellen Windows-Blog wird der Microsoft-Manager scharf zurechtgewiesen.
Aldous hatte im Interview mit dem Fachmagazin PCR munter drauflosgeplappert und ließ sich zu einer überraschenden Aussage hinreißen: "Unglaublich viele Leuten sagen über Apples Mac, dass das Betriebssystem fantastisch sei, sehr grafisch und leicht zu benutzen. Wir haben bei Windows 7 – beim traditionellen Betriebssystem als auch bei dem für Touchscreeens – versucht, ein Mac-Look-and-Feel zu kreieren. Wir haben die grafische Benutzeroberfläche deutlich verbessert, aber sie basiert auf dem sehr stabilen Vista-Kern."
Wo ist das Problem?
An sich eine recht harmlose Äußerung. Denn eigentlich haben es doch alle geahnt und niemand ist wirklich überrascht. Und Aldous betont auch, dass es nicht um das OS an sich geht, sondern nur um die grafische Oberfläche. Außerdem ist es keine Schande, von der Konkurrenz zu lernen. Apple hat ja schließlich auch einiges bei Windows abgekupfert.
Trotzdem, es geht um die Ehre, um die schneeweiße Weste von Windows 7. Und da versteht Microsoft keinen Spaß. Auf dem offiziellen Windows-Blog gibt's dann auch von Brandon LeBlanc ordentlich Schelte für den redseligen Manager. Er hasse es, dies "über einen der unseren zu sagen", schreibt LeBlanc, "aber seine Aussagen sind falsch und uninformiert. Aldous sei ein Microsoft-Mitarbeiter, der in keinster Weise in den Entwicklungsprozess von Windows 7 involviert gewesen sei. Mal sehen, wie die Diskussion weitergeht.
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