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Schnelles Internet über SIM-Karten: Fritzbox 6820 LTE ist flott und einfach

Von Klaus Wedekind

Wenn LTE die einzige Möglichkeit ist, eine schnelle Internetverbindung herzustellen, ist ein Router wie die Fritzbox 6820 LTE die fast perfekte Lösung. n-tv.de ist mit dem Berliner Gerät ins Netz gegangen.

Die Preise für LTE-Pakete sind inzwischen fast erträglich, dass es für Gebiete ohne schnelle DSL-Anschlüsse durchaus attraktiv sein kann, per Mobilfunk ins Internet zu gehen. Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen und Telefon-Flat werden bereits ab rund 33 Euro bei zweijähriger Laufzeit angeboten - allerdings nur in Kombination mit einem Festnetzanschluss. Reine LTE-Tarife sind nach wie vor teurer und im Datenvolumen begrenzt. Um mit so einer Verbindung ein komfortables Heimnetz aufzuspannen, können Kunden die Fritzbox 6820 LTE einsetzen, die der Berliner Hersteller AVM seit Dezember im Sortiment hat. n-tv.de hat sie ausprobiert.

Die SIM-Karte wird unten eingesteckt.
Die SIM-Karte wird unten eingesteckt.(Foto: kwe)

Auf Prospekten wirkt die LTE-Fritzbox viel größer als sie wirklich ist. Tatsächlich ist sie kaum größer als eine Brieftasche und ziemlich leicht. Im Gegensatz zu den meisten anderen AVM-Routern steht die 6820 aufrecht, wodurch sie beispielsweise auch auf schmalen Fensterbrettern Platz findet. Zur Ausstattung gehören das Netzteil und ein LAN-Kabel. Außerdem liegt eine Merkkarte mit voreingestelltem Passwort und Netzwerkschlüssel sowie eine Kurzanleitung bei.

Schnell startklar

Mehr als das knappe Handbuch ist für die Inbetriebnahme normalerweise nicht nötig, da der LTE-Router so einfach zu handhaben ist wie die anderen Fritzboxen. Ohne Deckel wird die SIM-Karte einfach an der Seite eingesteckt und dann der Router mit einer Steckdose verbunden. Das WLAN der Fritzbox erscheint dann in der Auswahl am Computer, wo man die Verbindung entweder flott über die WPS-Taste am Router herstellt oder das voreingestellte Passwort eingibt. Alternativ kann auch das LAN-Kabel verwendet werden. Insgesamt ist die Fritzbox 6820 LTE sehr schnell betriebsbereit.

Zum Schluss öffnet man im Browserfenster die Fritzbox-Oberfläche über die Adresse http://fritz.box und gibt im sich öffnenden Fenster die PIN der SIM-Karte ein. Das war's eigentlich, wie bei allen Fritzboxen sollte aber der voreingestellte Netzwerkschlüssel noch durch ein eigenes Passwort ersetzt werden. Dazu wählt man links im Menü unter WLAN den Punkt Sicherheit aus. Das Fritzbox-Kennwort wird über das Drei-Punkte-Menü rechts oben geändert.

Die Software der Fritzbox bietet eine Ausrichthilfe, um den optimalen Standpunkt zu finden.
Die Software der Fritzbox bietet eine Ausrichthilfe, um den optimalen Standpunkt zu finden.(Foto: kwe)

Die meisten Nutzer werden ab hier die Oberfläche der Fritzbox nur noch selten aufrufen, Auto-Updates plus Benachrichtigung sind voreingestellt, Störungen können gewöhnlich durch einen Neustart erledigt werden. Wer Internet-Filter oder Kindersicherungen einrichten, Zugangsprofile anlegen oder nützliche Diagnosewerkzeuge nutzen möchte, findet sich im Menü schnell zurecht. Auf dem Router läuft die neue Firmware-Generation in der stabilen Version 6.50, die wunderbar aufgeräumt und strukturiert ist. Außerdem stellt AVM ein ausführliches, leicht verständliches Handbuch als PDF zur Verfügung.

Starker Empfang

Das WLAN der Fritzbox 6820 LTE ist stark, auch durch mehrere Rigips-Wände bleibt die Verbindung gut. WLAN-AC-Geschwindigkeit und Übertragungen im 5-Gigahertz-Netz bietet der Router zwar nicht, aber durch den gleichzeitigen Einsatz von mehreren Antennen (MIMO) reicht der Standard für Geschwindigkeiten von bis zu 450 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Das LTE-Modem ist Cat.4-fähig, womit theoretisch Downloadgeschwindigkeiten von 150 Mbit/s möglich sind. In der Realität ist LTE selten so enorm schnell. Im Test kam eine 150er Vodafone-Karte zum Einsatz, der Echtzeit-Monitor der Fritzbox zeigte aber selten Downstream-Geschwindigkeiten von mehr als 12 Mbit/s an. Das ermöglicht aber in der Praxis immer noch ein sehr flottes Internet-Erlebnis. Unter anderem liegt dies daran, dass die Fritzbox auch aus schwächerem LTE-Empfang noch viel herausholen kann. Die Empfangsqualität zeigt der Router auf der Vorderseite durch drei Leuchtdioden an. Drei gelbe Lämpchen sind optimal, bei einer läuft's aber auch noch rund. Steht LTE gar nicht zur Verfügung, funkt der AVM-Router auch im 3G- und im 2G-Netz.

Ohne Steckdose geht nichts

Um einen möglichst guten Empfang zu ermöglichen, hilft die Fritzbox mit einer Ausrichthilfe in der Oberfläche (InternetLTE - InformationenEmpfang). Auf der Suche nach dem optimalen Standort stößt der Nutzer ohne Verlängerungskabel aber schnell an Grenzen, da der Router keinen Akku hat und das Stromkabel zwei Meter kurz ist. Anschlüsse für eine externe Antenne bietet das Gerät nicht.

Alles in allem ist die 200 Euro teure Fritzbox 6820 LTE ein absolut empfehlenswerter Router für den Einsatz in den eigenen vier Wänden oder auf Reisen. Das Gerät ist einfach zu handhaben, arbeitet zuverlässig und zeigt prima Empfangseigenschaften. Dass WLAN AC nicht an Bord ist und keine 5-Gigahertz-Verbindungen möglich sind, spielt im LTE-Alltag kaum eine Rolle.

Quelle: n-tv.de

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