Technik
Mit Repeatern und Powerline-Adaptern kann die Fritzbox ein Mesh-Netzwerk spannen.
Mit Repeatern und Powerline-Adaptern kann die Fritzbox ein Mesh-Netzwerk spannen.(Foto: kwe)
Mittwoch, 06. September 2017

Stabiles Mesh-Netzwerk gespannt: Fritzbox lässt Google alt aussehen

Von Klaus Wedekind

WLAN mit einem Namen im ganzen Haus? Mit der Fritzbox und passenden Zusatzgeräten ist das schon jetzt kinderleicht und wird mit dem kommenden Mesh-Update noch besser. Im Test ist der AVM-Verbund sogar besser als ein Google-Wifi-Netz.

Auch wenn aktuelle Fritzboxen eine gute Reichweite haben, ist es kaum möglich, in jeder Ecke guten WLAN-Empfang zu haben, wenn man in einer großen Wohnung oder einem Haus wohnt. Das Problem lässt sich mit Repeatern und Powerline-Adaptern lösen, die Namen (SSID) und Passwort des Fritzbox-Netzwerks übernehmen. Doch die automatische Übergabe zwischen den Zugangspunkten klappt meist noch nicht reibungslos. Es kommt immer wieder zu Aussetzern, da man sich von einem zum anderen Zugangspunkt hangelt, statt wirklich ein flächendeckendes WLAN-Netz zu haben. Außerdem werden die Übertragungsraten durch eingleisige Verbindungen ausgebremst.

Das ändert sich aber bald für viele Fritzbox-Nutzer, denn AVM hat begonnen, ein Update auf FritzOS 6.90 zu verteilen, das die Mesh-Fähigkeiten der beliebten Router deutlich stärkt. Dann tauschen sich die Geräte wesentlich besser untereinander aus, um dem Nutzer ohne Unterbrechungen immer ein stabiles und schnelles WLAN zu gewährleisten. Auch Repeater und Powerline-Adapter wechseln jetzt bei Bedarf selbstständig zwischen 2,4- und 5-Gigahertz-Band (Band Steering). Und wenn Geräte dies beherrschen, nutzen sie für die Kommunikation mit der Fritzbox beide Bänder (Crossband Repeating). So können sie gleichzeitig senden und empfangen, wodurch Geschwindigkeitsverluste vermieden werden. Auf Protokollebene sind die Fritzbox, Repeater und Powerline-Adapter über einen eigenen Kommunikationskanal verbunden. n-tv.de hat bereits ein Netzwerk mit einer Vorab-Version (Laborversion) der neuen Firmware gespannt und ist von dessen Stabilität sehr angetan.

Schnell eingerichtet

Grundsätzlich will AVM bei allen aktuellen Fritzboxen die Mesh-Fähigkeiten verbessern, aktuell erhalten die Modelle 7560 und 7580 ein Update, die Fritzboxen 7590 und 7490 dürften bald folgen. Aktualisiert werden ab sofort außerdem die Repeater 1750E, 1160, 450E und 310 sowie die Powerline-Geräte 1240E, 546E, 540E und 1260E. Für den Test von n-tv.de stellte AVM den WLAN-Repeater 1750E und den Powerline-Adapter 1240E zur Verfügung. Als Mesh-Master diente die Fritzbox 7580.

Hier erkennt man, dass ein Wechsel ohne Verbindungsabbruch geschieht.
Hier erkennt man, dass ein Wechsel ohne Verbindungsabbruch geschieht.(Foto: kwe)

Der AVM-Router ist im neuen Mesh-Modus, sobald die neue Firmware installiert ist. Wer keine Fritzbox 7560 oder 7580 hat, kann für die 7490 und 7590 eine Vorabversion von FritzOS 6.90 installieren. Nach einem Backup (wichtig!) lädt man sich die für seine Fritzbox passende Labor-Software herunter, entzippt sie und wählt die Image-Datei unter System - Update - Fritz!OS-Datei aus.

Wurden Repeater und Powerline-Geräte bereits zuvor genutzt, kann man sie nach dem Update der Fritzbox direkt in der Benutzeroberfläche des Routers aus der brandneuen Heimnetzübersicht aktualisieren (Heimnetz - Heimnetzübersicht). Im Test gelang dies mit der Beta-Software noch nicht. Hier musste ein kleiner Umweg über die jeweilige Benutzeroberfläche der Erweiterungsgeräte gegangen werden. Man erreicht sie, wenn man in der Heimnetzübersicht auf ihren Namen klickt. Auch die Erstinbetriebname der Geräte ist mit der beiliegenden Schnellanleitung ein Kinderspiel, im Prinzip genügen zwei Tastendrucke.

Nach dem Update sind Repeater und Powerline-Adapter automatisch "vermascht", was an einem entsprechenden Symbol aus drei verbundenen Punkten zu erkennen ist. Ist das noch nicht der Fall, muss man nochmal die WPS-Tasten an Fritzbox und Erweiterungs-Gerät drücken. Das war's.

Stabil bis ins hinterste Eck

Wie gut das Mesh-Netz funktioniert, kann man gut mit der Fritz!App WLAN (Android) überprüfen. Wenn man sich durch die Räume bewegt, kann man sehen, wie ein Gerät beispielsweise von Fritzbox zu Repeater weitergereicht wird, ohne dass dabei die Verbindung unterbrochen wird. Man sieht auch, wie automatisch die optimalen Kanäle und Bänder (2,4/5 GHz) gewählt werden, um je nach Position des Smartphones immer die stabilste und schnellste Verbindung zu gewährleisten.

Im Test blieb die Verbindung bei einem Gang durch die Redaktion immer stark genug, um ein Full-HD-Video zu streamen. Dabei wechselte der Zugang munter zwischen Fritzbox, Repeater und Powerline-Adapter hin- und her. Im hintersten Eck sank die Downloadrate mal auf 10 Mbit/s, meistens aber blieb sie auch in abgelegeneren Stellen deutlich höher, obwohl die Aufstellpunkte alles andere als optimal gewählt wurden. Damit hat das Fritzbox-Mesh vor allem bei der Reichweite besser als das Testnetz mit vier Google-Wifi-Geräten abgeschnitten. Und ein Netz mit AVM-Geräten ist klar die günstigere Lösung, wenn bereits eine Fritzbox im Haus ist. Der WLAN-Repeater 1750E kostet beispielsweise nur 75 Euro. Dem Test nach zu urteilen, können drei davon vier Google-Wifi-Geräte ersetzen, die zusammen immerhin 500 Euro kosten.

Quelle: n-tv.de

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