Technik
Die Popups mit der Zahlungsaufforderung sehen täuschend echt aus und existieren in verschiedenen Varianten. (Screenshot von der Übersichts-Seite http://bka-trojaner.de/ )
Die Popups mit der Zahlungsaufforderung sehen täuschend echt aus und existieren in verschiedenen Varianten. (Screenshot von der Übersichts-Seite http://bka-trojaner.de/ )

"Scareware" ängstigt Streaming-Nutzer: GVU rät: Nicht zahlen

Sie sitzen im Halbdunkel vor ihrem Rechner und sehen sich kostenlos einen urheberrechtlich geschützten Film an, da ploppt eine Meldung auf, die sie auffordert, für den Rechteverstoß 100 Euro zu zahlen. Erst dann würde ihr Computer wieder entsperrt.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) warnt vor einer neuen Infektionswelle eines "GVU-Trojaner" genannten Computerschädlings. Derzeit würden wieder vermehrt ungenügend gesicherte Rechner von der "Scareware" (engl. to scare: ängstigen) befallen, vor allem beim Besuch von dubiosen Streaming-Portalen wie movie2k oder kinox.

Betroffene hätten der GVU in den letzten Tagen vermehrt berichtet, dass ihr Computer nicht mehr reagierte und sie per Pop-up aufgefordert worden seien, innerhalb von 48 Stunden mittels PaysafeCard 100 Euro zu bezahlen. Erst dann würde ihr Rechner wieder entsperrt und ein Strafverfahren vermieden.

Eigene Webcam als Druckmittel

Die Meldung auf den Bildschirmen zeige dazu das Logo der GVU und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). In manchen Varianten der Meldung werde den Computernutzern auch noch das Bild ihrer eigenen Webcam eingeblendet.

"Der Umstand, dass die betroffenen Internetnutzer diesen Sperrbildschirm beim Besuch eines bekanntermaßen urheberrechtsverletzenden Streaming-Portals gezeigt bekommen, wirkt als zusätzliches Einschüchterungs- und Druckmittel", so die GVU. Dadurch seien viele zur Zahlung der 100 Euro bereit.

Wer zahlt, macht Kriminelle reich

Genau das sollten die Betroffenen aber keinesfalls tun, rät die GVU, denn: "Wer zahlt, macht letztlich nur die Kriminellen reich, die diese Schadsoftware in Umlauf bringen." Der Rechner werde dadurch aber in der Regel nicht  entsperrt - und bleibe im Übrigen weiterhin infiziert.

Doch was tun? Die GVU rät, sich zunächst auf einschlägigen Webseiten zu informieren und dann zu versuchen, dem Schädling mit geeigneter Software zu Leibe zu rücken. Guter Ausgangspunkt für eine Recherche sei etwa die Seite botfrei.de, die vom Branchenverband eco in Zusammenarbeit mit dem (echten) BSI betrieben wird.

Zwar sind der GVU Portale, die urheberrechtlich geschütztes Material verbreiten, naturgemäß ein Dorn im Auge. Es würde der Organisation in die Hände spielen, wenn sich verunsicherte Netznutzer von kinox.de und Co. abwendeten. Dennoch distanziert sich die GVU von den kriminellen Machenschaften: "Es gehört definitiv nicht zum Repertoire der GVU, den Nutzern der illegalen Angebote den Rechner zu sperren."

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen