Technik

Neuer "Stern" am Medienhimmel?Geheimniskrämerei ums WePad

29.03.2010, 16:23 Uhr

Am 12. April will die Berliner IT-Firma Neofonie verkünden, wie es mit seinem WePad und deutschen Verlagen die Medienlandschaft umgestalten will. Bisher ist nur bekannt, dass "Stern"-Verlag Gruner + Jahr mit von der Partie ist.

Neofonie hat für das Projekt vor allem die Plattform WeMagazine entwickelt - so etwas ist die Stärke des Berliner Unternehmens. Ob es tatsächlich auch für den Tablet-Rechner WePad verantwortlich ist, der als Lesegerät für die bezahlten Inhalte der Verlagsmedien dienen soll, scheint wenig glaubwürdig. Wahrscheinlicher ist eine Auftragsarbeit eines asiatischen Unternehmens.

Neofonie-Geschäftsführer Helmut Hoffer sieht die Magazinverlage durch die Geschäftsstrategie des US-Computerkonzerns Apple bedroht. Wie beim Verkauf von Musik über die Plattform iTunes wolle Apple den Verlagen für das iPad "die Bedingungen diktieren, bis hin zur Vermarktung". WeMagazine sei dagegen eine offene Plattform, mit der die Verlage ihre Inhalte nach eigenen Vorstellungen gestalten und vermarkten könnten.

Subventionierte Geräte

Neofonie will das WePad von Mai an vertreiben, die ersten iPads sollen in Deutschland Ende April in die Läden kommen. Wie Hoffer sagte, ist daran gedacht, die flachen WePad-Computer mit Berührungsbildschirm auch subventioniert und entsprechend vergünstigt über die Verlage zu vertreiben. Anders als das iPad besitze das 29 mal 19 Zentimeter große WePad eine Kamera (Webcam), zwei USB- Anschlüsse und einen Speicherkartenleser.

Mit seiner Ankündigung des iPad hatte Apple-Chef Steve Jobs im Januar große Euphorie in der Branche ausgelöst. Dem Erfinder des populären iPhone wird zugetraut, ein solches Lesegerät zum Erfolg zu bringen und für Verlagsinhalte eine ganz neue Plattform zu bieten. Das iPad wird es in zwei Ausführungen geben, neben dem WLAN- Zugang unterstützt die teurere noch eine schnelle Mobilfunkverbindung. In den USA kommt das Gerät in der Nacht zum 3. April auf den Markt, die erste Auflage ist aber bereits vergriffen. Für die Verlagsinhalte erweitert Apple sein Angebot bei iTunes.

Quelle: kwe/dpa