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Google+ erlaubt wieder mehr Anonymität.
Google+ erlaubt wieder mehr Anonymität.(Foto: REUTERS)

Pseudonyme offiziell erlaubt: Google+ beendet Klarnamen-Farce

Wer bei Google+ nicht seinen richtigen Namen verwendet, macht dies ab sofort ganz legal. Das Netzwerk beendet den Klarnamen-Zwang, an den sich sowieso viele nicht gehalten haben.

Ohne großes Trara hat Google+ in einem Blogeintrag bekannt gegeben, dass man das soziale Netzwerk ab sofort auch mit einem Pseudonym nutzen darf. "Als wir Google+ vor mehr als drei Jahren veröffentlichten, gab es bei den erlaubten Profilnamen viele Einschränkungen", heißt es darin. Damit habe man zwar erreicht, dass in dem Netzwerk vor allem "echte Menschen" seien "aber wir haben damit auch viele ausgeschlossen, die teilnehmen wollten, ohne ihren richtigen Namen zu verwenden." Es habe in der Vergangenheit schon Änderungen gegeben und man mache jetzt den letzten Schritt. Ab sofort gäbe es bei der Namenswahl keine Einschränkungen mehr. Google+ bedauert, nicht schon früher auf seine Nutzer gehört zu haben, "dafür entschuldigen wir uns". Im Frühjahr 2012 hatte Google zwar Spitznamen zugelassen, die Konten mussten aber weiter unter Klarnamen geführt werden.

Möglicherweise geht es Google bei diesem Schritt tatsächlich darum, den Willen seiner Nutzer zu respektieren. Wahrscheinlich hat das Unternehmen aber einfach eingesehen, dass es kaum etwas gegen Fantasienamen unternehmen kann, so lange es nicht seine Datenbänke mit Melderegistern abgleicht. Viele Nutzernamen bei Google+ scheinen echt zu sein, sind es aber nicht. Andere könnten Pseudonyme sein, sind aber echte Namen. So lag Google bei seinen "Strafmaßnahmen" sehr oft daneben. Die Webseite "ZDNet" nennt als Beispiel seine Autorin Violet Blue, die von dem Unternehmen vorübergehend gesperrt wurde. Sie begrüßt die Maßnahme, fragt sich aber auch, ob Google verlorenes Nutzervertrauen durch eine Änderung zurückgewinnen kann, "die manchen als zu wenig und auch zu spät erscheinen wird".

Es gibt aber auch zahlreiche Kommentare unter dem Blogeintrag, die Befürworter der Klarnamen-Pflicht waren. Sie fürchten jetzt eine Spam-Flut und Nutzer, die im Schutz ihres Pseudonyms andere "Plusser" nach Lust und Laune beschimpfen, beleidigen und verunglimpfen können. Im Frühjahr 2012 hatte Google zwar Spitznamen zugelassen, die Konten mussten aber weiter unter Klarnamen geführt werden.

Die Abschaffung der Restriktionen hat auch Auswirkungen auf Googles andere Dienste. So wurde Youtube - ebenfalls unter großem Nutzer-Protest - mit Google+ verschmolzen. Kommentare sind dort mit der Regeländerung jetzt ebenfalls wieder anonym möglich.

Quelle: n-tv.de

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