Samstag, 14. November 2009
Einigung im Buch-Streit rückt näher: Google legt Kompromiss vor
Mitarbeiter einer New Yorker Bibliothek, die einen Kooperationsvertrag mit Google geschlossen hat, scannen Bücher ein.
Google und die US-Verleger haben eine abgemilderte Version ihres umstrittenen Buch-Deals vorgelegt. Die Änderungen gehen unter anderem auf die Kritik der Regierungen Deutschlands und Frankreichs ein. Demnach sollen jetzt die Erlöse von Büchern, deren Rechteinhaber nicht mehr zu ermitteln sind, an einen unabhängigen Treuhänder gehen, wie aus einer veröffentlichten Gerichtsaktie hervorgeht. Zudem dürfe Google nur urheberrechtlich geschützte Bücher ins Netz stellen, die in den USA, Australien, Kanada und Großbritannien verlegt wurden. Damit müsste das Unternehmen dann beispielsweise mit deutschen Schriftstellern und Verlagen ein gesondertes Abkommen schließen. Außerdem soll Konkurrenten der Zugang zu eingescannten Büchern erleichtert werden. Über den Vorschlag muss nun ein New Yorker Richter entscheiden.
Die Vereinbarung zwischen Google und der US-Buchbranche muss von einem Richter gebilligt werden, weil sie als Reaktion auf eine Klage der Verleger gegen den Internet-Konzern zustandekam. Die Buchbranche in den USA warf Google vor, Urheberrechte zu verletzen. Die ursprüngliche Einigung gab Google gegen Zahlung von 125 Millionen Dollar das Recht, Millionen Bücher von Universitäten und Büchereien einzuscannen und ins Netz zu stellen. Dagegen liefen unter anderem europäische Verleger und Regierungen Sturm. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte Mitte Oktober, dass sie es ablehne, "dass ohne jeden urheberrechtlichen Schutz die Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von Google gemacht wird". Das US-Justizministerium forderte ebenfalls eine Nachbesserung. Mit den nun vorgelegten Änderungen wollen Google und die US-Verleger die Einwände ausräumen.
Seit Jahren digitalisiert Google Bücher, die im Handel nicht mehr zu bekommen sind. Online sind bereits einige Millionen Werke verfügbar. Befürworter sagen, dass dadurch ein breiterer Zugang möglich sei.
dpa/rts
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