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Erst war es nur ein Browser: Das Chrome-Logo leuchtet in den quietschbunten Google-Farben.
Erst war es nur ein Browser: Das Chrome-Logo leuchtet in den quietschbunten Google-Farben.(Foto: picture-alliance/ ZB)

Cloud-Rechner gegen Apple: Google startet neue Chromebooks

Mit einer eigenen Geräteklasse macht sich Google daran, die Welt der Heimcomputer für immer zu verändern: Mit seinen Chromebooks stößt der Suchmaschinenriese in die Nische zwischen Smartphone, PC und Tablet vor. Jetzt schickt Google neue Modelle nach Deutschland.

Sundar Pichai, Chrome-Chefentwickler bei Google und mittlerweile neuer Android-Chef, bei einer ersten Präsentation des Konzepts im Mai 2011.
Sundar Pichai, Chrome-Chefentwickler bei Google und mittlerweile neuer Android-Chef, bei einer ersten Präsentation des Konzepts im Mai 2011.(Foto: REUTERS)

Der US-Konzern Google geht in die Offensive und wagt sich mit seinem Internet-basierten Betriebssystem Chrome OS auf den PC-Markt vor. Kern der "Chromebook"-Strategie sind betont schlicht gehaltene tragbare Rechner, die Google als "neuen Computertyp" bezeichnet. Nutzer könnten damit "Dinge schneller und einfacher erledigen", heißt es.

"Sie sehen aus wie ein Laptop, fühlen sich an wie ein Laptop", beschreibt Google die Produktreihe, sie sich in grundlegenden Punkten von herkömmlichen Computern unterscheidet.

Grundprinzip der Chromebooks ist die ständige Verbindung mit dem Internet: Weil Programme und größere Datenmengen nicht auf dem Gerät selbst gespeichert werden müssen, kann Google etwa auf den Einbau von aufwändiger Speicherplatz-Komponenten verzichten. Chrome verfügt nach Angaben von Google über einen "Cloud-Speicher", der über "mehrere Sicherheitsebenen" gegen unbefugten Zugriff geschützt wird.

Mit Google in die Cloud

In einem weiteren Schritt der Produktoffensive kündigt Google nun neue Chromebook-Modelle für insgesamt sechs Länder an. In Deutschland kommen neue Geräte von den beiden Herstellern Samsung und Acer auf den Markt. Das vor kurzem vorgestellte teure Spitzenmodell "Chromebook Pixel" zählt allerdings nicht zu dieser Auswahl. Das Google-Flaggschiff dieser Reihe dürfte den deutschen Markt erst später erreichen. Die neuen Einsteigermodelle sind dagegen ab sofort erhältlich.

"Sie sehen aus wie ein Laptop": Ein Acer C7.
"Sie sehen aus wie ein Laptop": Ein Acer C7.(Foto: google.com)

Nutzern verspricht Google eine ganz Reihe von Vorteilen: "Keine nervigen Updates. Keine komplizierte Einarbeitung. Startet in wenigen Sekunden", heißt es auf den Seiten des Suchmaschinenanbieters. Das Chromebook sei ein "hervorragender Zweitcomputer zum Arbeiten, Spielen und für die gemeinsame Nutzung daheim".

Günstig bis kostspielig

Bei Chrome werden die Programme und Daten grundsätzlich aus dem Internet abgerufen, obwohl es auch einen Offline-Modus gibt. Das Gerät ist dann aus der Sicht der Nutzer eigentlich nur noch ein Portal zu den Servern von Google. Das macht zwar eine ständige stabile Internet-Verbindung notwendig, erlaubt aber auch mehr Sicherheit sowie schlankere und deutlich günstigere Geräte. So soll das neue Modell Acer "C7" in Deutschland schon ab 279 Euro zu haben sein. Das Samsung Chromebook kostet 299 Euro.

Das bisher nur in den USA und Großbritannien verfügbare Chromebook Pixel mit seinem sehr scharfen berührungsempfindlichen Bildschirm und einem wertigeren Aluminium-Gehäuse kostet allerdings auch deutlich über 1000 Dollar. Mit diesen Modellen versucht Google offenbar dem Konkurrenten Apple im Segment der einflussreichen Design-Liebhaber Kunden abspenstig zu machen.

Wenn sich die Idee der Chromebooks am Markt durchsetzt, hat Google gute Chancen, auch den Herstellern herkömmlicher Desktop-PCs wie etwa Hewlett-Packard (HP), Lenovo oder Dell weitere Marktanteile abzujagen.

Zeitgleich mit Deutschland kommen die neuen Chromebooks auch in Australien, Kanada, Frankreich, Irland und den Niederlanden auf den Markt. Google lockt Käufer zudem mit 100 Gigabyte kostenlosem Speicherplatz auf seinen Servern für die ersten zwei Jahre.

Quelle: n-tv.de

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