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Googles Inbox soll der Posteingang der Zukunft werden.
Googles Inbox soll der Posteingang der Zukunft werden.(Foto: Google)

Posteingang kann und weiß alles: Google stellt Inbox vor

Inbox ist ein neuer Google-Dienst, der langfristig Gmail ablösen soll und weit mehr ist als ein gewöhnlicher Posteingang. Er zeigt nicht nur eingegangene Nachrichten an, sondern organisiert als persönlicher Sekretär den Alltag der Nutzer.

Zwar schicken und empfangen Smartphone-Nutzer Nachrichten immer häufiger über Messenger wie WhatsApp oder tauschen sich in sozialen Netzen aus. Doch privat und vor allem beruflich spielen E-Mails immer noch eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen. Manche empfangen Dutzende Nachrichten am Tag. Viele davon transportieren wichtige Informationen, andere sind belanglos, enthalten Werbung oder sind lästiger Spam. Die Organisation der E-Mails kostet oft viel kostbare Zeit, nicht wenige Nutzer verlieren den Überblick und vergessen oder übersehen Termine, Anfragen oder Einladungen.

Inbox gibt es als Webdienst und als App.
Inbox gibt es als Webdienst und als App.(Foto: Google)

Mit Googles neuer "Inbox" soll die Organisation ein Kinderspiel werden, der Dienst sortiert eingegangene Nachrichten automatisch und verarbeitet enthaltene Informationen. Wer Gmail und Google Now nutzt, kann sich gut vorstellen, wie das funktioniert. Denn schon in seinem existierenden E-Mail-Dienst bietet Google in den Einstellungen bereits die Möglichkeit, die Post automatisch nach fünf Kategorien zu ordnen: Allgemein, Soziale Netzwerke, Benachrichtigungen, Foren und Werbung. Enthält eine E-Mail einen Termin - beispielsweise Flugdaten - zeigt dies der Infodienst Google Now an und benachrichtigt Nutzer auch rechtzeitig.

Reisedaten und Einkaufszettel

Inbox, das optisch auch Google+ ähnelt, bündelt im Prinzip diese beiden Dienste und macht sogar noch ein bisschen mehr. Er hat nicht nur die voreingestellten Kategorien Reisen, Einkäufe und Werbung, sondern bietet Nutzern auch die Möglichkeit, beliebig viele eigene zu erstellen. Im zweiten Schritt erkennen Googles Algorithmen relevante Informationen, die dann in der Vorschau einer Nachricht angezeigt werden. Außerdem erinnert Inbox Nutzer an wichtige Termine und Aufgaben. Das können Abfahrtszeiten oder Reservierungen, aber auch, offene Rechnungen, Geburtstage oder Alltagsaufgaben wie Einkäufe sein. Um nicht durch ständige Erinnerungen genervt zu werden, kann man auch bestimmen, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einem bestimmten Ort angezeigt werden.

Zusätzlich stellt Inbox weitere Informationen zur Verfügung. Bei Restaurantreservierungen wird beispielsweise automatisch Telefonnummer, Öffnungszeiten, ein Link zur Webseite der Lokalität oder eine Karte mit der Wegbeschreibung angezeigt.

Google stellt den Dienst natürlich nicht ohne Eigennutz gratis zur Verfügung. Denn Inbox bündelt auch für den Internetriesen Informationen über seine Nutzer, sodass es für Google noch einfacher ist, zielgerichtete Werbung anzubieten. Dies geschieht zwar anonym über Algorithmen. Doch Menschen, die den Gratis-Dienst nutzen, sollten sich immer bewusst darüber sein, dass sie ihn mit ihren Daten bezahlen. Diese waren in der Vergangenheit bei Google immer sicherer aufgehoben als bei vielen anderen Anbietern, ein gesundes Misstrauen ist aber immer geboten.

Noch ist Inbox nur gegen Einladung verfügbar. Wer den Dienst testen möchte, kann eine E-Mail an inbox@google.com schicken. Nutzer, die bereits mitmachen dürfen, könnenauch selbst weitere Freunde einladen.

Quelle: n-tv.de

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