Technik

Ajax drückt auf die Tube: Google sucht in Echtzeit

Eine neue Funktion macht der Google-Suche Beine. Mit "Instant" erscheinen Ergebnisse bereits, während Nutzer einen Suchbegriff eingeben. Vor allem Smartphone-Nutzer dürften davon profitieren, da auch mit den besten virtuellen und echten Tastaturen das Tippen mühsam ist.

Googles Vizepräsidentin Marissa Mayer stellte die neue Echtzeit-Suche "Instant" vor.
Googles Vizepräsidentin Marissa Mayer stellte die neue Echtzeit-Suche "Instant" vor.(Foto: REUTERS)

Google beschleunigt seine Internet-Suchmaschine mit einer neuartigen Echtzeit-Funktion. Noch während ein Anwender den Suchbegriff eintippt, erscheinen ohne Zeitverzögerung Suchergebnisse zu den eingegebenen Wortfragmenten. "Google Instant verkürzt jede Suchabfrage durchschnittlich um zwei bis fünf Sekunden", sagte Google-Produktmanagerin Marissa Mayer am kalifornischen Firmensitz in Mountain View.

Wenn etwa nach Bundeskanzlerin Angela Merkel gesucht wird, reicht die Eingabe der ersten vier Buchstaben des Vornamens aus, um Suchergebnisse live auf den Bildschirm zu bringen. Bislang hatte Google seinen Usern schon während der Eingabe Vorschläge für den kompletten Suchbegriff gemacht ("Google Suggest"). Die Ergebnisse erschienen aber erst, nachdem der Anwender die Abfrage abgeschickt hatte. Nun tauchen die Ergebnisse bereits auf, während der Suchbegriff getippt wird.

24 Sekunden sind zu viel

Den Statistiken des Unternehmens zufolge verbringen Google-Anwender zurzeit durchschnittlich neun Sekunden damit, eine Suchabfrage zu tippen. Für die Auswahl der Ergebnisse werden durchschnittlich 15 Sekunden benötigt.

Die neue Suchfunktion, die von den Möglichkeiten der Web-Technik Ajax Gebrauch macht, wird ab sofort auf den Google-Seiten in den USA und in Russland live geschaltet und schrittweise auch in anderen Ländern umgesetzt. Dort können Anwender die neuen Möglichkeiten auch eher nutzen, indem sie sich mit einem persönlichen Google-Konto einloggen oder die Startseite des US-Portals aufrufen. Dieses Verfahren sei gewählt worden, um die notwendigen Ressourcen nach und nach aufbauen zu können, erklärte Google.

Optimierer müssen umdenken

Um bestimmte Web-Angebote bei den Google-Treffern möglichst weit oben zu platzieren, haben Spezialisten ausgefeilte Techniken entwickelt. Dies beschäftigt inzwischen eine eigene kleine Branche, die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Mit der Google-Suche schon auf Buchstabenebene sehen sich die SEO-Experten gezwungen, ihre bisherigen Verfahren darauf abzustimmen.

"Um in den Suchergebnissen sichtbar zu sein, könnte es für Websites wichtiger werden, sich optimal auf die kürzeren Bestandteile von längeren Schlüsselwörtern einzustellen", erklärte Adam Bunn vom britischen SEO-Unternehmen Greenlight. Bei Web-Angeboten mit bisherigen SEO-Verfahren könnte es aufgrund der Einführung von "Google Instant" einen Rückgang beim Traffic, also bei den Zugriffszahlen geben.

Um "Google Instant" nutzen zu können, benötigt man einen modernen Browser (Firefox 3, Internet Explorer 8 oder eine aktuelle Version von Google Chrome oder Apple Safari). Der Browser von Opera wird noch nicht unterstützt. Anwender können die Funktion auch bewusst abschalten (Opt-out).

Google beantwortet jeden Tag mehr als eine Milliarde Suchabfragen. An der Entwicklung von "Google Instant" waren Teams aus den USA, Israel und dem europäischen Google-Forschungszentrum in Zürich beteiligt.

Quelle: n-tv.de

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