Technik
"Firefox Klar" soll eigentlich die Privatsphäre schützen.
"Firefox Klar" soll eigentlich die Privatsphäre schützen.(Foto: Mozilla)
Dienstag, 14. Februar 2017

"Firefox Klar" unter Verdacht: Greift Mozilla Nutzerdaten ab?

Ein Sicherheitsunternehmen will festgestellt haben, dass Mozillas iOS-Browser "Firefox Klar" heimlich Nutzerdaten an ein Vermarktungsunternehmen weiterleitet. Die Organisation widerspricht.

Eigentlich soll der Browser "Firefox Klar" auf iPhones und iPads die Privatsphäre der Nutzer besonders schützen, indem er unter anderem die Aktivitätenverfolgung unterbindet. Doch der "Deutschlandfunk" berichtete kürzlich, die App sammle selbst Nutzerdaten und übermittle sie an den Vermarkter Adjust. Zu den gesammelten Informationen gehörten das Surfverhalten oder besuchte Webseiten. Der Sender beruft sich dabei auf Hermann Sauer von der Datensicherheitsfirma Comidio.

"Es fließen persönliche Daten von Netz-Nutzern an ein Datenunternehmen ab. Und dieses Unternehmen braucht für seine digitalen Kampagnen natürlich Daten. Von solchen digitalen Kampagnen leben die", sagt er. Zwar könne man die Funktion in den Einstellungen des Browsers abstellen (Opt-out), "ob das jeder Nutzer aber erkennt und dann abschaltet, bezweifle ich allerdings." Eine Anti-Tracking-App leitet demnach Nutzerdaten ausgerechnet an eine Tracking-Firma weiter?

"Browser-Historie wird nicht getrackt"

"Mozilla hat zu den Vorwürfen zunächst geschwiegen, jetzt hat "Heise online" aber über eine Stellungnahme der Organisation berichtet, die sie an das Tech-Magazin "Bleepingcomputer" geschickt hat. "Der Webseitenverlauf wird durch das Adjust-SDK weder an Mozilla noch an Adjust gesendet", heißt es darin.

Welche Daten gesammelt werden, nennt Mozilla auf einer Support-Seite: Bei einer Neuinstallation sende die App anonymisiert Informationen über die Art und Weise, wie sie installiert wurde. Zu den übermittelten Daten gehörten eine Werbe-ID, IP-Adresse, Zeitstempel, Land, Sprache, Betriebssystem und App-Version. Außerdem würde registriert, wie oft die Anwendung aktiv ist und welche Funktionen genutzt werden. Die einzigen persönlichen Daten, die Adjust erhalte seien die IP-Adresse des Nutzers zum Zeitpunkt der Installation.

Die Browser-Historie werde weder an Mozilla noch Adjust gesendet, so der Sprecher der Organisation. "Firefox Klar" sei ein neues Produkt, das auf seine Markttauglichkeit überprüft werden müsse. Um den Browser weiterzuentwickeln, müsse man verstehen, wie er genutzt werde und wie erfolgreich er sei. "Das Adjust SDK erlaubt uns, die Installationen und Interaktionen mit dem Browser zu messen." Man habe sich für ein Opt-out-Verfahren entschlossen, um von einer möglichst breit gefächerten Nutzergruppe Daten zu erhalten, sagt der Sprecher.

Quelle: n-tv.de

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