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Das One - HTCs Premium-Smartphone.
Das One - HTCs Premium-Smartphone.(Foto: REUTERS)

100 Dollar für Wechsel : HTC stört die Galaxy-Party

Das Super-Smartphone Galaxy S4 sei kein Angriff von Samsung auf Apple - sondern auf den eigenen Partner Google, sagen manche. Noch dieses Jahr soll das eigene Betriebssystem der Südkoreaner fertig sein. "Man baut kein Telefon aus Plastik", lästert HTC.

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Das nennt man wohl einen Partytöter: Es ist Donnerstagabend vor der Radio City Music Hall in New York. Gleich will Samsung hier sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 vorstellen. Mehrere Tausend Journalisten und Analysten warten in langen Schlangen darauf, in den weltbekannten Konzertsaal gelassen zu werden. Was die Wartenden jedoch zunächst einmal zu sehen bekommen, ist das Konkurrenzmodell HTC One.

Der taiwanische Rivale HTC rückt in Guerilla-Taktik mit einer Truppe an, um direkt vor der Haustür der Konkurrenz für sein eigenes Spitzenmodell zu werben. Die HTC-Leute verteilen heiße Schokolade und Snacks an die Wartenden - und 100-Dollar-Gutscheine für jeden, der sein altes Handy gegen ein HTC One eintauschen will. Später stänkert HTC-Verkaufschef Jason Mackenzie auf Twitter über das Samsung Galaxy S4: "Man baut einfach kein Telefon aus Plastik."

Features des Galaxy S4
  • Mit 16, 32, oder 64 Gigabyte Speicher
  • Micro-SD-Steckplatz, bis zu 64 GB
  • 2 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 5 Zoll Bildschirmdiagonale
  • 1920 x 1080 Bildpunkte (441 ppi)
  • Prozessor je nach Auslieferungsland
  • LTE (4G) Datenverbindung
     
  • Fitness App "S Health", die Schritte zählt und auf die Ernährung achtet
  • Die "ChatOn App" für Remote-Anzeige auf anderen Galaxy-Geräten
  • "Smart Pause" hält ein Video an, wenn der Nutzer nicht auf den Bildschirm guckt
  • Stimmkommandos im Auto, über eine Bluetooth-Verbindung

Die Szene zeigt, wie rau der Ton in der Branche mittlerweile geworden ist. Das ist kein Wunder: Auf der einen Seite locken bei Smartphones gigantische Profite. Laut dem Marktforscher IDC schlugen die Hersteller im vergangenen Jahr mehr als 700 Millionen Geräte los. Doch gutes Geld verdienen die wenigsten Firmen. Entwicklung und Produktion sind teuer, schnell kommen immer neue Modelle auf den Markt. So richtig gelingt es nur Samsung und Apple, die Smartphone-Welle zu reiten.

Samsung braucht Google nicht mehr

Das Smartphone-Geschäft ist mittlerweile derart hart geworden, dass selbst Partner sich kritisch beäugen. So sehen viele Experten im neuen Samsung Galaxy S4 vorrangig nicht einmal einen Angriff auf Apple mit seinem iPhone 5. "Samsung gegen Google würde ich das nennen", erklärt Gartner-Analyst Michael Gartenberg. Also auf dessen Betriebssystem Android.

Doch so mancher Beobachter ist überzeugt, dass Smartphone-Marktführer Samsung sich von Google unabhängiger machen will. Zu wichtig sind die Computerhandys für den Elektronikkonzern als Einnahmequelle geworden. "Google sollte sich fragen, ob Samsung glaubt, über Android zu stehen", kommentierte Gartner-Analystin Carolina Milanesi angesichts der zahlreichen hauseigenen Software-Funktionen des Galaxy S4. "Ein eigenes Ökosystem aufzubauen, macht total Sinn, wenn man so groß wie Samsung ist." Das befürchtet offenbar auch Google. So warnte Ex-Android-Chef Andy Rubin Samsung kurz vor seinem Abgang davor, ein eigenes geschlossenes System aufzubauen.

Wie lange ist der grüne Roboter noch auf Samsung-Smartphones zu finden?
Wie lange ist der grüne Roboter noch auf Samsung-Smartphones zu finden?(Foto: REUTERS)

"Wir haben eine gute Beziehung zu Google", wiegelte dagegen Samsungs Mobilfunk-Chef J.K. Shin in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" ab. Gleichzeitig sagte er aber, Samsung wolle seinen Kunden bei Betriebssystemen so viel Auswahl wie möglich bieten. Der Konzern nutzt auch Microsofts Windows Phone 8 sowie das selbstentwickelte Bada. Das große Geld bringen aber die Android-Telefone.

Tizen im 3. Quartal

Samsung werkelt allerdings gemeinsam mit dem Chipkonzern Intel am alternativen Betriebssystem Tizen. "Sie werden das erste Smartphone von Samsung mit Tizen wohl im dritten Quartal sehen", sagte Shin. Auch deswegen spekulieren Branchenkenner, dass es langfristig zu einem Bruch mit Google kommen könne. Samsung habe bei der Vorstellung des Galaxy S4 auffallend wenig über Android gesprochen, merkt das Technologie-Blog "TechCrunch" an. "Vielleicht zieht Samsung das Beste aus Android heraus und geht bald seinen eigenen Weg."

Die Fachwelt dürfte gespannt darauf warten, welche Funktionen Samsung seinem ersten Tizen-Smartphone spendiert - und vor allem, mit welchem Werbeaufwand der Hersteller es ins Rennen schickt. Zur Vorstellung des Android-betriebenen Galaxy S4 hatte Samsung zusätzlich zur 6000 Zuschauer fassenden Radio City Music Hall auch noch ein Stück vom Times Square angemietet. Ein großer Stand zog die Aufmerksamkeit von Touristen und New Yorkern auf sich.

Leisten kann sich Samsung diesen Aufwand locker. Der Konzern hält laut den Marktforschern von IDC rund 30 Prozent am Smartphone-Geschäft, Apple erreicht mit seinem iPhone 19 Prozent. Dann kommt lange niemand. Selbst stolze Namen der Branche wie Nokia, Blackberry und HTC erreichten im vergangenen Jahr nicht einmal 5 Prozent, Tendenz sogar eher fallend. Kein Wunder, dass da mancherorts die Nerven blankliegen.

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Quelle: n-tv.de

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