Technik

Börsenkurs im Sinkflug: Hacker boykottieren Paypal

von Roland Peters

Hacker und Wikileaks rufen gemeinsam dazu auf, Konten beim Online-Bezahldienst Paypal zu schließen. Innerhalb der ersten 24 Stunden verliert Paypal zehntausende Konten, heißt es. Der Börsenkurs des Mutterunternehmens Ebay erleidet einen großen Verlust. Paypal reagiert mit Serviceeinschränkungen.

Im Visier der Hacker: Der Internetbezahldienst Paypal.
Im Visier der Hacker: Der Internetbezahldienst Paypal.(Foto: REUTERS)

Die Hackernetzwerke Anonymous, Lulzsec sowie Wikileaks haben zur Kündigung der Konten beim Online-Bezahldienst Paypal aufgerufen und damit Probleme beim Mutterkonzern Ebay verursacht. Es ist Teil einer Racheaktion für die Festnahmen von Aktivisten vor wenigen Tagen.

Wie Anonymous aus Kreisen des Unternehmens erfahren haben will, wurden im Rahmen der der Aktion "Operation Paypal" in den ersten 24 Stunden bereits mehr als 20.000 Konten geschlossen. Mit Spannung wurde die Öffnung der US-Börsen erwartet - und sorgte für kleine Jubelschreie bei Befürwortern der Aktion. Der Ebay-Kurs verlor zum Handelsstart am Mittwoch an der Technologiebörse Nasdaq bis zu 3 Prozent seines Wertes. Das Minus war damit wesentlich größer als am gesamten Technologiemarkt.

Paypal reagierte danach offenbar mit einem Bauerntrick: Von der Seite verschwand plötzlich die Option, das eigene Konto zu schließen. Das sei nun nur noch über die Service-Telefonnummer von Paypal möglich, schrieben Beteiligte bei Twitter.

Rache für Kooperation

Zu Beginn des Jahres fror Paypal - anscheinend in williger Kooperation mit den US-Behörden - kurzerhand die Konten von Wikileaks ein, nachdem Kritik an den veröffentlichten Berichten über US-Diplomaten laut wurde. Damals reagierte das Hackernetzwerk Anonymous mit der "Operation Payback", einer massenhaften Denial-of-Service-Attacke gegen das Unternehmen.

Das FBI arbeitet Angaben des US-Magazins "Wired" zufolge derzeit eine Liste mit 1000 Namen ab. Darauf zu finden sind Personen, die an dem Angriff zu Beginn des Jahres beteiligt waren. Die IP-Adressen sollen die Ermittler von Paypal erhalten haben.

Wikileaks-Gelder gesperrt

Die Gründe für die jetzige Aktion werden in einem Dokument dargelegt, das von Anonymous, Lulzsec und Antisec unterzeichnet ist: Die Gelder von Wikileaks seien noch immer nicht verfügbar, die Strafen für vor wenigen Tagen festgenommenen Aktivisten viel zu hoch. 

Nachdem die Aktivisten auf Twitter alternative Bezahldienste erwähnten, brachen wegen des plötzlichen Ansturms deren Webseiten zusammen – ganz ohne Denial-of-Service-Angriffe.

Quelle: n-tv.de

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