Technik
Dienstag, 21. Juni 2011

LulzSec-Anführer festgenommen?: Hacktivisten verbünden sich

Internet-Rebellen auf den Barrikaden: Zwei führende Hackergruppen haben sich zu einer gemeinsamen Aktion zusammengeschlossen. Erstes Ziel war eine Polizeibehörde in England. Dort wurde unterdessen ein mutmaßlicher Aktivist der Hackerszene verhaftet.

Das Logo von Lulz Security.
Das Logo von Lulz Security.

Zwei internationale Hackergruppen haben sich zu einer gemeinsamen Aktion zusammengeschlossen und Angriffe auf Regierungen und Großunternehmen angekündigt. Erstes Ziel war die Webseite der britischen Polizeibehörde zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens (SOCA), die mehr als zwölf Stunden lang nicht erreichbar war. Britische Behörden prüften außerdem Angaben der Hackergruppe LulzSec, die Daten der jüngsten Volksbefragung in ihre Hände bekommen haben will. Unterdessen wurde in England ein bekannter Aktivist der Hackerszene verhaftet, der zu LulzSec gehören soll.

LulzSec (der Name leitet sich von dem Slang-Wort Lulz für Spott und Schadenfreude sowie von Security ab) und die Gruppe Anonymous teilten am Sonntag über den Internet-Dienst Twitter mit, dass sie ihren Streit beigelegt hätten und nun verbündet seien. LulzSec ist erst in diesem Jahr mit Attacken unter anderem auf den Unterhaltungskonzern Sony, den US-Senat und den US-Geheimdienst CIA bekannt geworden. Anonymous ist bereits seit 2008 bekannt und ist zuletzt mit der Unterstützung für die Enthüllungsplattform Wikileaks sowie für Aufstandsbewegungen in Nordafrika hervorgetreten.

Weitere Ziele im Visier

Regierungen und Banken wüssten gar nicht, was auf sie zukomme, twitterte Anonymous. Und LulzSec kündigte an, nach dem Angriff auf die britische Polizeibehörde gleich mehrere weitere Ziele ins Visier nehmen zu wollen. In einer im Web verbreiteten Erklärung begründete LulzSec die Attacken mit den ihrer Meinung nach fortschreitenden Bemühungen von Regierungsseite, das Internet zu dominieren und zu kontrollieren.

Die britische Statistikbehörde prüft unterdessen Berichte, wonach LulzSec an die Daten der jüngsten Volksbefragung gelangt sein soll. "Wir haben die Daten jedes einzelnen Bürgers, der seine Daten an die Sicherheitsanalphabeten der britischen Regierung gegeben hat", erklärte LulzSec. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf eine Datenpanne, hieß es von Seiten der Behörde. In der Volkszählung im März wurden Daten wie Adresse, Religionszugehörigkeit und persönliche Lebensumstände abgefragt.

Kopf von LulzSec verhaftet?

FBI und Scotland Yard verhafteten im südostenglischen Wickford einen 19-Jährigen, der zu den führenden Köpfen von LulzSec gehören soll. Die Verhaftung stehe in Verbindung mit Ermittlungen zu mehreren Angriffen auf internationale Unternehmen und Geheimdienste, die vermutlich alle von derselben Gruppe ausgeführt wurden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei umfangreiches Material sichergestellt worden, das nun ausgewertet werde. Der 19-Jährige befinde sich in London in Polizeigewahrsam.

Über den Twitter-Account @lulzsec wurden allerdings sarkastische Kommentare zu der Verhaftung veröffentlicht. Dort heißt es (auf Englisch): "Wir sind noch da! Welchen armen Teufel sie da wohl festgenommen haben?" Ebenso wird bestritten, dass LulzSec-Mitglieder Daten der britischen Volkszählung gestohlen hätten. Über die Authentizität und vor allem die Ernsthaftigkeit der Twitter-Nachrichten kann man aber nur spekulieren. Um 15.45 Uhr wurde dort etwa gepostet: "Wir haben jede Webseite auf der Welt gehackt. Viel Vergnügen!"

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Quelle: n-tv.de

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