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iFixit hat das Galaxy S7 zerlegt, die Hardware-Ausstattung des Smartphones findet aber auch eine App heraus.
iFixit hat das Galaxy S7 zerlegt, die Hardware-Ausstattung des Smartphones findet aber auch eine App heraus.(Foto: iFixit)

Suchen Sie sich einen Benchmark aus: Hat das Galaxy S7 ein Chip-Problem?

Das Galaxy S7 ist ein ganz hervorragendes Smartphone. Es gibt allerdings Berichte, wonach Samsungs neue S-Klasse in Akku-Tests nicht so gut wie erwartet abschneidet oder in einem Land langsamer als im anderen ist. Was ist da los?

Die Galaxy-S7-Smartphones werden in den meisten Testberichten hervorragend bewertet, nicht selten haben sie auch die Spitzenpositionen in Ranglisten erobert. Es gibt allerdings einige Artikel, in denen Leistung und Akkulaufzeiten kritisch betrachtet werden. Zum einen soll der unter anderem in Deutschland verbaute Exynos-Prozessor nicht ganz so stark wie der in den USA verwendete Snapdragon sein. Zum anderen gibt es Berichte, wonach die neue S-Klasse bei weitem nicht so lange durchhält, wie die gewachsene Akku-Kapazität erwarten lässt.

In Benchmark-Tests ist es tatsächlich so, dass der Qualcomm Snapdragon 820 besser abschneidet und aktuell die Referenz unter den Smartphone-Chips ist. Vor allem bei der Grafik-Leistung kann er sich deutlich vom Exynos 8890 und anderen Konkurrenten absetzen. Samsungs Chip ist aber auch kein Schwächling und gehört ebenfalls zur Spitzenklasse. Im Alltag werden Nutzer keinen Unterschied feststellen können. Wie sich auch im Test von n-tv.de gezeigt hat, ist das deutsche Galaxy S7 hervorragend für grafisch aufwendige Spiele geeignet.

Effizienz ist wichtiger

Wichtiger als im Benchmark-Quartett die besten Karten zu haben ist Effizienz. Ein Spitzen-Smartphone muss eine gelungene Balance zwischen Leistung und Stromverbrauch finden. Ein Benchmark-Triumph ist nichts wert, wenn die Laufzeit unter der Kraftmeierei leidet. Möglicherweise ist dies aber beim Galaxy S7 der Fall. Denn das US-Magazin "Phonearena" kam bei seinem hausgemachten Benchmark-Test zu dem Ergebnis, dass Samsungs neues Smartphone trotz eines größeren Akkus eine kürzere Laufzeit als sein Vorgänger aufweist. Das S7 Edge hält zwar ein paar Minuten länger als das S6 durch. Es benötigt dafür aber bei gleicher Display-Auflösung eine um rund 1000 Milliamperestunden größere Akku-Kapazität.

Ist der Qualcomm Snapdragon 820 also ein Akku-Killer? Vielleicht ja, vielleicht aber auch nicht. Denn den Smartphone-Alltag in einem Benchmark-Test zu simulieren, ist keine leichte Aufgabe, weshalb die Resultate manchmal so aussagekräftig wie bei einem Staubsauger-Test ohne Staub sind. So schneidet das S7 Edge beim Dauer-Surfen im Internet bei "AnandTech" sogar besser als das iPhone 6s Plus ab. Die Effizienz des Samsung-Smartphones sei aber wie beim Vorgänger vergleichsweise bescheiden, der Vorsprung zum iPhone gemessen am viel größeren Akku gering. "Golem" attestiert Samsungs neuen Smartphones eine "sensationelle Akkulaufzeit", 13 beziehungsweise 15 Stunden könne man mit den Geräten ununterbrochen Full-HD-Videos schauen, im Alltag hielten sie locker zwei Tage durch. Das iPhone 6S Plus komme bei normaler Nutzung nicht über einen Tag Nutzung hinaus.

Akkus sehr fest verbaut

Beim Test von "Golem" sind deutsche S7-Modelle mit dem Exynos 8890 zum Einsatz gekommen. Man könnte also zu dem Schluss kommen, dass Samsungs hauseigener Chip zwar nicht so leistungsstark, dafür aber deutlich effizienter als der Qualcomm-Chip ist. Auch das ist möglich, könnte aber in der Realität ebenfalls anders sein. Wie gut die Laufleistungen von Samsungs neuer S-Klasse tatsächlich sind, wird sich wohl erst nach langfristig angelegten Tests und der Auswertung von Nutzererfahrungen zeigen. Sie sollten aber im Interesse der Käufer hervorragend sein. Denn wie "iFixit" ermittelt hat, sind die Akkus der Galaxy-S7-Geräte selbst für Fachleute kaum zu wechseln. Das machen andere Hersteller besser.

Unterschiedliche Komponenten einzubauen, ist bei Samsung - und anderen Herstellern - übrigens Tradition. So setzten die Koreaner auch bei den Vorgängermodellen Snapdragon- und Exynos-Chips ein. Und wie "Android and Me" berichtet, gibt's auch bei der Kamera-Ausstattung der neuen S-Klasse wieder zwei Varianten. Entweder sitzt im Galaxy S7 ein Isocell-Sensor von Samsung oder Sonys IMX260. In beiden Testgeräten von n-tv.de kommt der japanische Sensor zum Einsatz, die Ergebnisse überzeugen. Wer selbst herausfinden möchte, welche Komponenten in seinem Smartphone verbaut sind, kann dafür die App AIDA64 nutzen.

Quelle: n-tv.de

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