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In Röhrenform wird Quarzglas bereits für den Einsatz in Industrie und Wissenschaft hergestellt.
In Röhrenform wird Quarzglas bereits für den Einsatz in Industrie und Wissenschaft hergestellt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Daten überdauern Millionen Jahre: Speicher der Zukunft entwickelt

Alles wird digital - Musik, Filme, Bücher. Doch nach maximal einem Jahrhundert verlieren die Träger wie CD oder Festplatten ihre Daten. "Wir haben uns nicht verbessert, seit wir Informationen in Stein gehauen haben", sagt ein Forscher. Hitachi zeigt nun den Speicher der Zukunft: Kleine Glasplättchen, feuerfest, wasserbeständig, resistent gegen Chemikalien.

Digitale Datenspeicher sind vergänglich, ebenso wie magnetische Medien. CDs werden ab 20 Jahren unbrauchbar, Festplatten überdauern ebenfalls höchstens ein Jahrhundert, sagen Forscher. Nun äußern sich Entwickler von Hitachi zu einem Konzept, das das digitale Zeitalter endgültig einläuten könnte: Quarzglas als Datenspeicher. Darin gelagerte Informationen sollen lückenlos hunderte Millionen Jahre überdauern.

Was wie ein Science-Fiction-Film klingt, ist beim japanischen Technikkonzern offenbar bereits Realität. Die als Träger genutzten mehrschichtigen Glasplättchen halten demnach extremste Bedingungen aus - ohne Datenverlust. Feuer, extreme Hitze oder Kälte, viele Chemikalien, Radiowellen, Wasser: All das soll keinen Schaden verursachen können. "Wir glauben, dass die Daten überdauern, solange das Glas nicht bricht", sagt der leitende Wissenschaftler Takao Watanabe.

1000 Grad Celsius

"Die Menge an Daten, die jeden Tag erzeugt wird, explodiert. Aber was ihren Erhalt für spätere Generationen angeht, haben wir uns nicht unbedingt verbessert seit der Zeit, als wir Informationen in Stein gehauen haben", fügt Kazuyoshi Torii hinzu.

Momentan hat das Material vier Schichten mit Punkten, die als binäre Daten von einem normalen optischen Mikroskop gelesen werden können. Der Prototyp hält den Angaben Hitachis zufolge mindestens zwei Stunden lang eine Hitze von 1000 Grad Celsius aus, auch wenn er direkt Flammen ausgesetzt ist.

Die 40 Megabyte pro Quadrat-Inch (rund 2,5 cm²), die das Glas derzeit speichern kann, entspricht dem Fassungsvermögen einer Musik-CD. Mehr Lagen sollten jedoch kein Problem sein, sind die Forscher überzeugt. Noch nennt der Konzern kein Datum, wann der neue Datenträger regulär produziert wird. Geplant ist zunächst der Einsatz im staatlichen Bereich, in Museen und religiösen Einrichtungen.

Quelle: n-tv.de

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