Neue Chiptechnik: Intel mischt bei Smartphones mit
Bisher kauft die Konkurrenz Intel auf dem Smartphone-Markt den Schneid ab. Die meisten Geräte laufen mit Chips von ARM. Mit einem neuen Modell namens Medfield wollen die Amerikaner jetzt aufholen. Sie bieten Handyherstellern den Prozessor gleich im Set mit Kamera und Schnittstelle an.
Chip-Marktführer Intel drängt mit einer neuen Prozessortechnik auf mobile Geräte,um seine führende Stellung auch in einer Post-PC-Ära zu behaupten. VorstandschefPaul Otellini stellte auf der Computermesse CES in Las Vegas eine Referenz-Plattformauf der Basis des Google-Systems Android vor, die von Handy-Herstellern für eigeneGeräte umgesetzt werden kann.
Als erstes Smartphone auf der Basis einer Intel-Architektur präsentierte derchinesische Hersteller Lenovo das Modell K800, das im zweiten Quartal in China aufden Markt kommen soll. Ein weiterer Intel-Partner ist Motorola.
"Wir sind überzeugt, dass Handys mit der Intel-Plattform eine einmaligeNutzererfahrung vermitteln", sagte Otellini. Das Referenzdesign für Smartphonessei eine produktionsfertige Plattform, die von Herstellern mit ihrer eigenen Technikergänzt werden könne. Zu den Bestandteilen der Plattform gehören neben speziellenChips mit dem Codenamen Medfield eine Kamera mit einer Auflösung von acht Megapixelnund eine HDMI-Schnittstelle für das Abspielen von Videos. Ergänzend zu der Smartphone-Plattformstellte Intel auch ein Referenzdesign für die Chip-Technik von Tablet-Computernvor.
Projekt mit Nokia floppte
Bislang werden die meisten Smartphones von Prozessoren mit der Technik des britischenChip-Spezialisten ARM angetrieben. Deren Architektur wurde von Herstellern wie Nvidiaund Qualcomm lizenziert. Auch Apple nutzt für sein iPhone und den Tablet-ComputeriPad Chips mit der ARM-Technik. Diese beruht auf einer als RISC (Reduced InstructionSet Computer) bezeichneten Architektur, die besonders energieeffizient ist. Intelhat bei der Entwicklung seiner x86-Architektur hingegen lange Zeit mehr auf Leistunggeachtet als auf geringen Stromverbrauch.
Der Konzern versucht bereits seit einigen Jahren, seine Erfolge bei Desktop-Prozessorenauch auf mobile Geräte zu übertragen. Zuletzt scheiterte der Versuch, gemeinsammit Nokia unter der Bezeichnung MeeGo ein Linux Betriebssystem für Smartphones zuentwickeln.
Quelle: n-tv.de

