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Den Messenger-Dino ICQ gibt es immer noch - für iOS, Android, Windows und Mac.
Den Messenger-Dino ICQ gibt es immer noch - für iOS, Android, Windows und Mac.(Foto: jwa)

Für Android, iOS und Windows: Ist das neue ICQ besser als Whatsapp?

Die legendäre Chat-Anwendung ICQ ist so etwas wie ein Vorläufer von Whatsapp und Co. Jetzt ist sie zurück, gut ausgestattet und auf allen Plattformen erhältlich. Kann ICQ den anderen Messengern das Wasser reichen?

Wer in den späten Neunzigerjahren am Computer übers Internet mit Freunden gechattet hat, wird dafür wahrscheinlich früher oder später den legendären Messenger ICQ genutzt haben. Die Desktop-Anwendung war eins der ersten weitverbreiteten Chat-Programme und in gewisser Weise ein Vorläufer von Whatsapp und anderen beliebten Smartphone-Apps. Jetzt kommt ICQ zurück - und bietet auf Anhieb mehr Funktionen als die Konkurrenz.

Der Benachrichtigungston ist unvergessen, es ist eines der ikonischen Geräusche, die sich ins Gedächtnis einbrennen. So wie heute Samsungs Pfeif-Melodie oder Apples helles Glockenklingeln dort zu hören sind, wo Smartphone-Nutzer Nachrichten bekommen, war es damals das "Uh-oh!" des frühen Messengers.

PC-Nutzer dürften sich an den Dienst noch erinnern, wohl aber eher als Relikt aus einer längst vergangenen Zeit der ISDN-Modems und Einwahltöne. Jetzt wagt der Dienst ein Comeback auf Computer und auf Smartphones mit dem ersten Update seit zwei Jahren - das neue ICQ ist für Windows und Windows Phone, OS X, iOS und Android verfügbar.

Telefonnummer oder UIN

Wer die App installiert, wird aufgefordert, sich mit seiner Telefonnummer oder einer UIN anzumelden - das sind die individuellen ICQ-Nummern, die früher wie Telefonnummern ausgetauscht wurden. Einmal angemeldet, werden die Kontakte aus dem Telefonbuch gelistet, die ebenfalls ICQ haben. Weitere können eingeladen werden, ähnlich wie man es auch von anderen Messengern wie Whatsapp oder Telegram kennt.

Prominent angeboten wird die Video-Chat-Funktion, mit der Nutzer wie bei Skype telefonieren und sich zugleich sehen können. Außerdem gibt es ein Fenster mit der Chat-Übersicht, eines für Kontakte und eine Menü-Taste, die zu den Einstellungen führt. Im "Erkunden"-Fenster können ICQ-Nutzer zudem Gruppenchats in ihrer Nähe beitreten oder nach Freunden in der Nähe suchen, wenn diese der App Zugriff auf ihren Standort erlauben. Für Berlin gibt es zum Beispiel einen Stadt-Chat, in dem fast 9000 Teilnehmer sind.

Auf allen Plattformen

Per Gruppenchat können Nutzer mit beliebig vielen Freunden gleichzeitig kommunizieren. Lustige Sticker aus Paketen, die es kostenlos zum Download gibt, hübschen Chatverläufe auf, Bilder, Videos und andere Dateien können wie bei anderen Messengern hin- und hergeschickt werden. Bei ICQ liegt das Limit bei üppigen 4 Gigabyte. Nachrichten an Kontakte, die kein ICQ nutzen, werden als SMS verschickt.

Ein Vorteil des Dienstes ist darüber hinaus die breite Unterstützung der wichtigsten Plattformen: ICQ kann an jedem Gerät genutzt werden, ob PC, Mac, iPhone oder Android-Smartphone. Chatverläufe werden auf allen Geräten synchronisiert, die App kann gleichzeitig auf mehreren Geräten geöffnet sein - das unterscheidet sie zum Beispiel von Whatsapp, das immer nur auf einem Gerät aktiv sein kann.

Alles in allem hat ICQ kaum Alleinstellungsmerkmale, abgesehen vom großzügigen Dateiversand. Punkten kann der Messenger eher dadurch, dass er verschiedene Funktionen anderer Anwendungen unter einem Dach vereint und ein gutes Gesamtpaket anbietet - Videochats, Gruppennachrichten, Dateiversand und der plattformübergreifende Ansatz ohne Barrieren zwischen iOS-, Android- und Desktop-Anwendungen. Das größte Problem aber ist wohl die Nutzerbasis, denn wenn keiner der engen Kontakte die App nutzt, ist die beste Ausstattung für die Katz. Also gilt hier wie bei jeder anderen Chat-App auch: Die Nutzermasse macht's.

Quelle: n-tv.de

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