Technik
Eigenwilliges Gehäuse: Das LG Class steckt im Alukleid.
Eigenwilliges Gehäuse: Das LG Class steckt im Alukleid.(Foto: jwa)

Günstiges Smartphone mit Alu-Rücken: LG Class hat ein schickes Kleid

Von Johannes Wallat

Das LG Class ist ein ansprechendes Smartphone im Metallkleid für wenig Geld. Ob es dem hochwertigen Eindruck gerecht wird und nicht nur wenig kostet, sondern auch gute Leistung bietet, hat n-tv.de getestet.

Ein Smartphone muss nicht nur viel können, es muss auch gut aussehen. Das gilt umso mehr, da gute Technik inzwischen nicht mehr teuer ist und auch ein Gerät aus der preislichen Mittelklasse Alltagsanforderungen spielend meistert. LG legt bei seinem Mittelklasse-Smartphone Class deshalb besonderen Wert auf Aussehen und Material: Das 5-Zoll-Handy steckt in einem eigenwillig designten Kleid aus Aluminium, das Displayglas ist leicht gewölbt - ein echter Handschmeichler. Doch macht sich der niedrige Preis auch irgendwo bemerkbar?

Das 5-Zoll-Display ist ausreichend scharf und hell.
Das 5-Zoll-Display ist ausreichend scharf und hell.(Foto: jwa)

Erster Minuspunkt: die rückseitigen Bedienelemente, die deutlich aus dem ansonsten angenehm schlanken Gehäuse herausragen. Dass Elemente etwas abstehen, haben auch Samsung, HTC oder Apple bei ihren letzten Geräten in Kauf genommen. Beim Class wirkt das rückseitige Ensemble aus Tasten und Kamera aber grobschlächtiger als bei den High-End-Modellen der Konkurrenz. Sei's drum, dafür ist das Bedienkonzept gelungen - die rückseitigen Tasten sind seit dem LG G2 aus 2013 LGs Markenzeichen und ein Alleinstellungsmerkmal.

Gute Zusatz-Apps

Einige ursprünglich mit dem zwei Jahre alten Flaggschiff eingeführten Funktionen haben es auch aufs Class geschafft, zum Beispiel die Doppeltipp-Geste, mit der man das Display ein- und ausschalten kann. Die Lautstärketasten helfen außerdem bei der Bedienung: Zweimal "Lautstärke leiser" drücken startet die Kamera, ein weiterer Druck nimmt ein Foto auf - das ist praktisch und erleichtert mit etwas Eingewöhnungszeit die Arbeit mit dem Smartphone.

Die wichtigsten technischen Daten
  • System: Android 5.1.1
  • Display: 5 Zoll, LCD, HD (1280 x 720 Pixel), 294 ppi
  • Prozessor: Snapdragon 410, 1,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 1,5 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD
  • Akku: 2050 mAh
  • Kamera: 13 MP, f/2.2
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.0
  • WLAN n, LTE Cat. 4, Bluetooth 4.1
  • Abmessungen: 142 x 71.8 x 7.7 mm
  • Gewicht: 154 g

Nützlich sind auch die Zusatz-Apps, mit denen LG das Software-Fundament aus Android 5.1.1 erweitert. QuickMemo verbindet Screenshots und Fotos mit Notizen, eine Radio-App bietet UKW-Empfang. Apps für die Speicherverwaltung, Datensicherung und zum Akkusparen sind auch an Bord. Die Benutzeroberfläche ist grafisch schlicht gehalten und ansprechend, auf Eingaben reagiert das Smartphone relativ zügig, wenn auch nicht ganz so flott und verzögerungsfrei wie Modelle aus der Oberklasse. Das ist nicht gravierend, fällt aber auf. Aufwändige Spiele können etwas ruckelig laufen, kleinere Games für zwischendurch meistert das Class aber mühelos.   

Die etwas schwächere Leistung macht sich auch bei der Kamera bemerkbar, die etwas zögerlich reagiert und sich beim Fokussieren Zeit nimmt - hier ist Geduld gefragt, Schnappschüsse können misslingen. Unter Kunstlicht und in Innenräumen hat die Kamera zudem Probleme mit dem Weißabgleich und produziert einen Gelb- oder Grünstich. In seiner Preisklasse ist das Class aber trotzdem konkurrenzfähig, die 13-Megapixel-Knipse macht vor allem bei Tageslicht ansprechende Bilder, HDR-Aufnahmen gelingen gut und fast ohne Verzögerung. Pluspunkt ist die Frontkamera, die Fotos mit 8 Megapixeln knipst und ebenfalls HDR unterstützt. 

Kein Wow-Effekt

Gut ist auch das HD-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln: Der an den Seiten leicht gewölbte Bildschirm mit 2,5-D-Effekt ist mit 294 ppi ausreichend scharf, hell und zeigt ansprechende Farben. Mehr braucht es in der Mittelklasse nicht, um auch anspruchsvollere Nutzer zufriedenzustellen. Der interne Speicher fasst nur 16 Gigabyte, kann aber per microSD-Karte erweitert werden. Die Akkukapazität ist mit 2050 Milliamperestunden nicht besonders üppig, reicht aber bei der Auflösung aus, um eine gute Laufzeit zu garantieren. Im Vergleich zu vielen anderen LG-Smartphones ist der Akku aber fest verbaut und kann nicht ohne Weiteres ausgetauscht werden. An Ober- und Unterseite sind aber je zwei Torx-Schrauben zu sehen, die suggerieren, dass das Gehäuse mit dem richtigen Werkzeug unkompliziert aufgeschraubt werden kann.

Ein Verkaufsschlager wird das LG Class trotz seiner Vorzüge wohl nicht, dagegen sprechen schon das undurchschaubare Hin und Her und der fast schon verschämte, zurückhaltend stille Start in Deutschland: Erst sollte das Class gar nicht kommen, dann als LG Zero, jetzt ist es doch als Class erhältlich, doch in den Telefoninformationen steht als Gerätename "LG Zero". Eine große Ankündigung gab's zum Start nicht, bei Amazon und anderen Online-Händlern ist es nicht erhältlich, die Händlersuche direkt über LG spuckt keine Ergebnisse aus, ein offizieller Verkaufsstart wird nirgends genannt. Dazu passt der Charakter des Class: Es ist ein gutes Mittelklasse-Gerät mit ansprechendem Äußeren, aber ohne Wow-Effekt - ein Nebenprodukt, das sich nicht so recht in LGs Produktportfolio ein- und einer Zielgruppe zuordnen lässt. Wer Wert auf ein Alu-Gehäuse legt, aber wenig Geld ausgeben möchte, sollte sich das Class aber auf jeden Fall einmal anschauen.

Quelle: n-tv.de

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