Technik

Nach Hacker-Angriffen: Lieferportale zahlen Kopfgeld

Lieferando.de ist offline und auch Pizza.de lässt sich nicht erreichen - das kam im vergangenen Jahr häufiger vor. Unbekannte Hacker legen regelmäßig die Server der beiden Lieferportale lahm. Die Motive sind völlig unklar. Jetzt loben die beiden Geschäftsführer eine stattliche Fangprämie aus.

Der Markt der Lieferportale ist hart umkämpft.
Der Markt der Lieferportale ist hart umkämpft.(Foto: picture alliance / dpa)

Geschäftlich sind Pizza.de und Lieferando.de Konkurrenten. Im Kampf gegen einen unbekannten Feind schließen sich die beiden Lieferdienst-Portale nun zusammen: Gemeinsam haben sie 100.000 Euro für die Ergreifung krimineller Hacker ausgesetzt.

Die Attacken laufen schon seit 2011. Damals wurden erstmals die Server mehrerer Pizza- und Immobilienportale durch Distributed-Denial-of-Service-Angriffe in die Knie gezwungen. Bei solchen DDoS-Angriffen steuern die Hacker ein Botnetz, über das so viele Anfragen an die jeweiligen Server gesendet werden, dass diese unter der Überlastung zusammenbrechen. Nach der ersten Attacke folgte eine ganze Reihe weiterer. Dabei scheinen die Angreifer mit System zu vorzugehen: Gegenüber "Heise online" erklärte der Lieferando-Geschäftsführer Jörg Gerbig, man habe "in der Branche ähnliche Angriffsmuster festgestellt". Während Lieferando.de lahmgelegt worden sei, funktionierte oft auch Pizza.de nicht.

Anfangs stand deshalb der Wettbewerber "Lieferheld.de"im Fokus der Ermittler, doch nach einer ergebnislosen Hausdurchsuchung konnte der Verdacht schnell ausgeräumt werden. Stattdessen könnten die Täter aus dem Bereich des organisierten Verbrechens stammen. Die Effizienz, mit der die Hacker ihre Angriffe fahren, deutet zumindest auf ein hohes Maß an Professionalität hin. Erpressungsforderungen sind bislang allerdings noch nicht eingegangen, was wiederum gegen gewerbsmäßige Kriminelle spricht.

Weil die Berliner Polizei bislang im Nebel stochert, wollen die Geschäftsführer der beiden Lieferportale den Ermittlungen mit einer Fangprämie auf die Sprünge helfen, wie die "Gründerszene" berichtet. Mit den ausgelobten 100.000 Euro hoffen die Geschäftsführer, Mitwisser aus der Reserve zu locken. Sollte es sich tatsächlich um das Werk von passionierten Hackern handeln, wäre es zumindest nicht ganz unwahrscheinlich, dass sich diese irgendwann mit ihrem Können brüsten. Unter welchen Umständen es die Belohnung gibt, ist allerdings noch unklar.     

Quelle: n-tv.de

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