Montag, 08. März 2010
Outing via XBox: Microsoft jetzt ohne Tabus
XBox-Spieler dürfen nun in mehrfacher Hinsicht Farbe bekennen.
(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)
Das Internet ist ein Ort der Selbstdarstellung, das hat nun auch Microsoft verstanden. Wer sich ein Profil im Online-Netzwerk der XBox-Konsole anlegt, darf sich nun auch zu seiner Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Nationalität und sexuellen Orientierung bekennen.
Bislang hatte Microsoft derartige Informationen in den Nutzerprofilen der XBox Live verboten. Aus Prüderie, so der Vorwurf der Kritiker. Um die Nutzer vor Angriffen Dritter zu bewahren, so Microsoft. Mit dem erzwungenen Selbstschutz waren auf jeden Fall nicht alle Spieler glücklich. Anfang letzten Jahres hatte Microsoft eine Frau aus der Community verbannt, die sich in ihrem Profil zu ihrer Homosexualität bekannt hatte. Zahlreiche Nutzer hätten das Outing damals als "zu anstößig" empfunden. Auch Spieler, in deren Namen das Wort "gay" vorkam, mussten bislang mit einem Rauswurf rechnen. Ein Umstand, der seltsame Blüten trieb: So konnte sich 2008 Richard Gaywood nicht registrieren, weil sein Name die fragliche Buchstabenkombination enthielt.
Die strikten Bedingungen seien zwar gut gemeint gewesen, so Microsoft-Manager Marc Whitten. Allerdings habe man so auch einen Teil der Nutzer ausgegrenzt. In den neuen Nutzungsbedingungen sind die strikten Regelungen deshalb gestrichen. Statt einem Identifikationsverbot für Spieler soll jetzt strenger gegen jene vorgegangen werden, die diese persönlichen Informationen missbrauchen. Die neuen Nutzungsbedingungen gelten zunächst nur für die USA, bald dürften sich aber auch europäische XBox-Gamer in ihrem Netzwerk outen können.
ino
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