Freitag, 20. November 2009
Google Chrome OS: Mit-Entwickler gesucht
Google hat erstmals Einzelheiten seines neuen Computer-Betriebssystems Chrome OS vorgestellt. Am Donnerstagabend veröffentlichte der Suchmaschinengigant den Quellcode des Betriebssystems und rief die Entwickler-Gemeinde zur Mitarbeit auf. Die Software wird aber erst in einem Jahr marktreif sein. Googles Vorstoß wird in der Branche als direkter Angriff auf den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft gesehen.
Im Sommer wurde es angekündigt, marktreif soll es in einem Jahr sein: Google Chrome OS.
(Foto: picture-alliance/ ZB)
Chrome OS sei als "schnelles Leichtgewicht" angelegt, erklärte der Konzern. Das neue Betriebssystem soll zunächst auf größeren Netbooks laufen, langfristig aber auf allen Geräten. Die Software ist kostenlos, kann aber nicht einfach auf vorhandenen Geräten installiert werden. Wer Chrome OS nutzen will, muss sich einen neuen Rechner mit vorinstallierter Software kaufen.
Server statt Festplatte
Beim Vertrieb will Google mit Herstellern und dem Handel zusammenarbeiten. Google verspricht einen hohen Sicherheitsstandard - beispielsweise dadurch, dass alle Anwendungen in separaten Prozessen ablaufen.
PCs mit dem neuen Betriebssystem sind nach Angaben des Konzerns binnen weniger Sekunden startklar. Alle Programme arbeiten Internet-basiert. Dateien wie Textdokumente oder Videos speichert das System nicht auf der lokalen Festplatte, sondern verschlüsselt auf Servern im Internet. Der Kern von Chrome OS basiert auf dem offenen Betriebssystem Linux, während die Benutzeroberfläche dem Google-Browser Chrome stark ähnelt.
Attacke auf Microsoft
Google hatte das Betriebssystem im Juli angekündigt. Experten bewerten den Schritt als Angriff auf den Erzrivalen Microsoft, dessen Windows-Software auf mehr als 95 Prozent aller PCs läuft und die Haupteinnahmequelle des Herstellers ist. Chrome OS werde eines Tages auf Millionen von Rechnern laufen, sagte Google-Chef Eric Schmidt.
Zudem kündigte Google Neuerungen bei seinem Web-Browser Chrome an. Bis Jahresende sei das Programm auch für Mac-Computer und bald auch für Linux-Systeme erhältlich. Bislang gibt es das Programm nur für IBM-PCs. Bald sei es möglich, Erweiterungen - sogenannte Add-Ons - zu integrieren. Chrome hat nach Google-Angaben mittlerweile 40 Millionen Nutzer.
dpa
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