Blackberry-Hersteller in Not: NXP verklagt RIM
Der Blackberry-Anbieter RIM hat schon genug mit seinen Absatzproblemen zu kämpfen, jetzt kommt auch noch eine möglicherweise sehr bedrohliche Patentklage dazu. Der europäische Chipkonzern NXP sieht unter anderem ein Patent für Handys mit GPS-Empfänger verletzt.
In der Mobilfunk-Brancheist ein weiterer Patentstreit ausgebrochen: Der Chip-Spezialist NXP klagt gegenden Blackberry-Anbieter Research In Motion. NXP wirft RIM in Florida die Verletzungvon sechs Patenten vor. Dabei geht es um vor allem Funktechnologien und Chip-Techniken- aber auch um ein allgemeineres Patent für Mobiltelefone mit GPS-Ortung.
NXP ist die frühere Halbleitertochtervon Philips, die inzwischen selbstständig ist. Das Unternehmen ist heute vor allembekannt als Anbieter der NFC-Technik mit Funkchips, die etwa kontaktlose Bezahlsystemeoder Fahrkarten erlauben. Auch im neuen Personalausweis steckt ein Chip von NXP.Die Technik NFC (Near Field Communication) ermöglicht auch das Bezahlen mit demHandy. Diese Chips wurden bisher aber nur in wenige Mobiltelefone eingebaut.
NXP reichte die Klage gegenRIM am 2. April ein. Im Visier stehen diverseModelle von Blackberry-Smartphones und auch das Tablet Playbook. Die RIM-Aktie kipptezum Handelsstart zunächst ins Minus und legte dann um 0,3 Prozent minimalauf 13,05 Dollar zu. Allerdings hatte das Papier schon am Vortag mit einem sattenMinus von 9,46 Prozent geschlossen, nachdem die Nachricht von der Patentklage nochwährend des US-Börsenhandels kam.
RIM kämpft derzeit mit massivenAbsatzproblemen, weil das iPhone von Apple sowie Smartphones mit dem Google-BetriebssystemAndroid viel populärer sind. Der neue deutsche RIM-Chef Thorsten Heins soll daskanadische Unternehmen aus der Krise führen. Eine weitere Patentklage kann er dabeikaum gebrauchen. Das Unternehmen muss sich bereits gegen Ideenklau-Vorwürfe desHandy-Herstellers Motorola und des Foto-Spezialisten Kodak verteidigen.
Vor sechs Jahren machteRIM bereits sehr schmerzhafte Erfahrungen mit einer Patentklage. Im Frühjahr 2006kostete die Einigung mit dem Patentverwerter NTP den Blackberry-Betreiber 612,5Millionen Dollar. In dem Konflikt ging es um Technologien zur Weiterleitung vonE-Mails an mobile Geräte. Nach einem Gerichtsurteil drohte damals ein Stopp derBlackberry-Dienste. NTP setzte 2010 noch einmal zu einem Rundumschlag gegen dieSmartphone-Schwergewichte Apple, Google, Microsoft, HTC, LG und Motorola an. DieVerfahren zu solchen Klagen können in den USA allerdings Jahre dauern.
Quelle: n-tv.de

