Technik

Mobiler Chat nur noch via Messenger: Facebook-App verliert Nachrichten-Funktion

Seit Monaten legt Facebook seinen Mobil-Nutzern nahe, den Messenger zu installieren. Wer das bis jetzt nicht gemacht hat, kommt jetzt nicht mehr drumherum. Denn über die App wird künftig kein Nachrichtenversand mehr möglich sein.

Wer Nachrichten per Facebook-App schicken will, braucht künftig den Messenger.
Wer Nachrichten per Facebook-App schicken will, braucht künftig den Messenger.(Foto: dpa)

Mit der Facebook-App lassen sich künftig keine Nachrichten mehr verschicken. Für Chats auf Mobilgeräten brauchen Facebook-Nutzer dann den separaten Messenger. Den gibt es schon länger, bislang konnten die Mitglieder des Netzwerks ihre Nachrichten aber auch ganz normal über die Facebook-App abrufen.

Überraschend kommt der Schritt nicht, Facebook hatte die Abspaltung der Chat-Funktion schon im April angekündigt. Jetzt werde der Plan international umgesetzt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Nachdem die Umstellung in den USA und einigen anderen Ländern bereits vollzogen ist, kommt im Laufe der Woche auch Deutschland an die Reihe. Ganz ohne Vorwarnung wird der Dienst aber nicht gelöscht. Wer den Messenger noch nicht installiert hat, wird beim Aufrufen der App daran erinnert, das nachzuholen. Außerdem sollen die Mitglieder per Mail über die Veränderung  informiert werden. Das Nachrichten-Icon in der App bleibt erhalten. Klickt man es an, wird man zum Messenger weitergeleitet.

200 Millionen Mitglieder nutzen den Messenger laut Facebook bereits aktiver als die normale Nachrichtenfunktion. Laut "Techcrunch" reagieren Messenger-Nutzer um 20 Prozent schneller als über die Haupt-App. Das dürfte auch daran liegen, dass der Dienst übersichtlicher ist und mehr Features bietet als die integrierte Version. So lassen sich per Messenger seit Kurzem auch Videos versenden und wer seine Freunde mit einem schnellen Selfie erfreuen will, hat es dank Split-Screen noch einfacher. Anders als beim Messenger-Platzhirsch Whatsapp, der seit einigen Monaten ebenfalls zu Facebook gehört, können die Nutzer auch via VoIP telefonieren.   

Im Browser bleibt alles beim Alten

Wer sich keine zweite App aufs Smartphone holen will, kann die alte Nachrichtenfunktion weiter über den mobilen Browser aufrufen. Auf dem Desktop bleibt auch alles beim Alten. Für iPad und Windows-Phone wird die Trennung ebenfalls noch nicht umgesetzt.

Früher oder später will Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit dem Messenger auch Geld verdienen. Wie das gehen soll, ist aber noch nicht klar. Von Werbung im Messenger will Zuckerberg aktuell nichts wissen. Kürzlich holte sich Facebook den bisherigen Chef des Bezahldienstes PayPal, David Marcus, als neuen Messenger-Chef. Das könnte darauf hindeuten, dass Facebook auch an einem eigenen Bezahlsystem via Messenger arbeitet.

Der Messenger dürfte jedenfalls nicht die einige Funktion sein, die von der Haupt-App ausgegliedert wird. Den Beginn der Multi-App-Strategie markierte Anfang des Jahres die Anwendung "Paper", eine Art personalisiertes Magazin, es folgte die Snapchat-Kopie "Slingshot". Der Vorteil der Einzel-Apps: Sie lassen sich einfacher an die einzelnen Geräte anpassen als eine einzige Alleskönner-App. Und wenn sich die Nutzer der Facebook-App ungestört auf den Nachrichten-Stream konzentrieren können, bekommt auch die darin untergebrachte Werbung mehr Aufmerksamkeit.

Quelle: n-tv.de

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