Technik

Nach der IFA : Neuestes Modell oder Vorgänger kaufen?

Die Technikwelt ist kurzlebig geworden: Kaum ist ein Gerät im Handel, steht der Nachfolger schon in den Startlöchern. Das zeigte sich auch bei der IFA, auf der die Hersteller ihre Neuheiten fürs Weihnachtsgeschäft präsentierten. Aber lohnt es sich überhaupt, den Aufpreis für die neueste Technik zu bezahlen?

Auch wenn die Neuheiten überzeugen: Manchmal tut's auch der günstigere Vorgänger.
Auch wenn die Neuheiten überzeugen: Manchmal tut's auch der günstigere Vorgänger.(Foto: picture alliance / dpa)

Zuletzt litt die Technik-Branche unter schwindenden Umsätzen, nach der IFA soll es wieder aufwärts gehen. Fünf Tage lang präsentierten knapp 1500 Hersteller in Berlin ihre Neuheiten, rechtzeitig vorm Weihnachtsgeschäft. Die neuen Modelle sollen schärfer, schneller oder zumindest schöner als die Vorgänger sein. Vor allem sind sie teurer. Lohnt es sich, die neueste Version zu kaufen oder ist man mit der letzten Generation besser bedient? Die Preisvergleicher von guenstiger.de haben festgestellt, dass sowohl Sparer als auch Technikfans auf ihre Kosten kommen – sofern sie vergleichen.

Smartphone: Sony Xperia Z vs. Sony Xperia Z1

Edel, robust und äußerst leistungsstark kommt das Xperia Z daher. Sonys Flaggschiff ist zwar erst seit rund einem halben Jahr im Handel, das hindert die Japaner aber nicht daran, mit dem Z1 schon den Nachfolger an den Start zu schicken. Der ist vor allem eins: noch schneller. Sorgte im Xperia Z ein Quadcore-Prozessor mit 1,5 Gigaherz für Tempo, ist in der neuen Version ein 2,2 Gigaherz-Chip verbaut. Die Kamera hat jetzt 20 Megapixel statt 13. Außerdem unterstützt das Z1  Speicherkarten bis zu 64 Gigabyte. Der Vorgänger bietet nur halb so viel Platz. Die kleinen Verbesserungen haben ihren Preis: 600 Euro ruft Sony für das Z1 auf, günstiger ist es derzeit auch noch nicht zu haben. Das Xperia Z hingegen, das zum Einstand noch mit 580 Euro gehandelt wurde, gibt es nun schon für 425 Euro.

Digitalkamera: Sony DSC-RX1R vs. DSC-RX1

Auf der IFA hatte Sony auch Digitalkameras im Gepäck. Mit der DSC-RX1R zeigte man den Nachfolger der High-End-Kamera DSC-RX1. Die ist im November letzten Jahres auf den Markt gekommen und überzeugte als Vollformat-Kamera in kompakten Dimensionen.

Sehr viel hat Sony nicht verändert: Beide Modelle verfügen über einen 24,3 Megapixel starken Bildsensor, der mit 6.000 x 4.000 Pixeln auflöst. Beide decken im Kleinbildformat einen Brennweitenbereichs zwischen 35 und 23,9 Millimetern ab. Und beide verfügen über einen vierfachen digitalen Zoom und gleiche ISO-Werte von 50 bis 25.600. Äußerlich gibt es keine auffälligen Unterschiede, die Maße sind mit 113 x 65 x 70 Millimetern identisch und das Gewicht bleibt bei leichten 482 Gramm.

Eine wichtige Neuerung gibt es aber dann doch: Bei der DSC-RX1R verzichtet Sony auf den optischen Tiefpassfilter. Dadurch wird mehr Licht auf den Bildsensor geleitet, was wiederum zu detaillierteren Aufnahmen führt. Die Ergebnisse zeigen in der Tat noch bessere Fotos als beim Vorgänger. Dafür muss man dann aber auch deutlich tiefer in die Tasche greifen: Ist die RX1 mit 2650 Euro nicht gerade ein Schnäppchen, werden für die RX1R satte 3.100 Euro fällig. In dieser Preisklasse suchen in der Regel professionelle Fotografen nach geeigneten Geräten - und für die könnte das neue Modell auch durchaus in Frage kommen. Interessenten sollten sich aber noch etwas gedulden, denn erfahrungsgemäß fällt der Preis in den ersten Monaten nach dem  Marktstart.

Smartlet: Samsung Galaxy Note 2 vs. Samsung Galaxy Note 3

Smartlet, Phablet oder einfach Riesen-Smartphone: Mit dem Galaxy Note bietet Samsung eine Lösung für alle, denen ein Tablet zu groß und ein normales Smartphone zu klein ist. Auf der IFA zeigte Samsung nun den dritten Teil der Note-Reihe: Das Galaxy Note 3 ist mit seinem 5,7-Zoll-Format etwas größer als sein 5,5-Zoll-Vorgänger. Außerdem es verfügt über einen deutlich schnelleren Prozessor: Taktet das Note 2 mit 1,6 Gigaherz, so arbeitet der Qualcomm-Chip im Note 3 mit 2,3 Gigaherz. Zudem wurde der Arbeitsspeicher von zwei auf drei Gigabyte erweitert. Der interne Speicher wurde verdoppelt, auf eine 16-Gigabyte-Version verzichtet Samsung dieses Mal. Ein Upgrade gibt es auch bei der Auflösung: Das neue Modell erreicht Full-HD-Qualität. Außerdem steckt im neuen Gerät ein verbesserter Bildsensor. Dieser knipst mit 13 Megapixeln, beim Note 2 sind es acht Megapixel.

Zur Zeit wird das Galaxy Note 3 mit 32 GB ab rund 700 Euro angeboten. Das Note 2 mit 16 GB ist für 390 Euro zu haben. Für Interessenten lohne es sich, noch etwas abzuwarten, raten die Preis-Experten von guenstiger.de Technisch ist das Note 3 schließlich deutlich besser ausgestattet und noch ist das Gerät nicht am Markt. Kommt es dann in die Läden - voraussichtlich Ende September -, dürfte der Einstandspreis bald purzeln.

LED-TV: Samsung UE55F8090 vs. Samsung UE55F8590

Im TV-Segment ist die Fülle an neuen Geräten besonders groß. Samsung brachte auf die IFA unter anderem sein Premium-Modell UE55F8590 mit. Das war schon vorher auf dem Markt, ist technisch aber auf dem neuesten Stand. Preislich hat sich seit der Einführung auch schon einiges getan:  Liegt die UVP bei 3500 Euro, so kostet das 55 Zoll-Gerät inzwischen nur noch 2330 Euro. Wem das noch zu teuer ist, der sollte sich den UE55F8090 ansehen. Die Bezeichnung variiert nur um eine Ziffer und auch sonst halten sich die Unterschiede in Grenzen: Bei der Ausstattung ziehen die beiden Full-HD-3D-Fernseher gleich, nur das Design variiert. Und der Preis:  Der UE55F8090 wird derzeit für 1895 Euro angeboten und ist damit um 435 Euro günstiger.

Kopfhörer: Monster Beats by Dr.Dre Studio vs. Die neuen Monster Beats by Dr.Dre Studio

Die Beats by Dr. Dre gehören zu den beliebtesten Oberklasse-Kopfhörern – auch wenn sie in Tests eher durchschnittlich abschneiden. Auf der IFA präsentierte der Hersteller Monster nun das neueste Modell der "Studio"-Reihe. Das erscheint in neuer Optik und soll auch sonst einiges bieten: Monster verspricht nicht nur "ausgeglichenen Klang", sondern auch "innovative Technologien". So verfügt der neue Kopfhörer über integrierte Akkus, außerdem werden Außengeräusche aktiv reduziert.  

Doch der auf der IFA angepriesene "Sound der Zukunft" hat seinen Preis: die neuen Studios kosten rund 300 Euro. Bald sollen sie in Deutschland verfügbar sein. Guenstiger.de rät, erst abzuwarten, bis das neue Modell eine Weile auf  dem Markt ist und der Preis herunter geht. Wer sich mit der Vorgängerversion anfreunden kann, bezahlt dafür im Moment noch 184 Euro.

Quelle: n-tv.de

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