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Der Gamepad mit eingebautem Bildschirm ist eine der großen Neuerungen.
Der Gamepad mit eingebautem Bildschirm ist eine der großen Neuerungen.(Foto: dpa)

Eine Woche in den USA: Nintendo verkauft 400.000 Wii U

Die erste Etappe für Nintendo ist genommen: Mit der neuen Konsole Wii U erreicht das Unternehmen in den USA in der ersten Woche die gleichen Verkaufszahlen wie mit dem Vorgänger. Nun folgen Europa und das Heimatland. Doch das Zittern kommt noch.

Nintendo hat erstmals Zahlen zu seiner neuen Konsole Wii U genannt. In der ersten Woche seien über 400.000 Geräte verkauft worden, sagte Reggie Fils-Aime, Nordamerika-Chef des Unternehmens, dem Nachrichtenportal "Cnet". Damit liege die Wii U etwa gleichauf mit der einst sehr erfolgreichen Wii, die 2006 in den Handel kam. Die neue Konsole war am 18. November in den USA an den Start gegangen, am 30. November kommt das Gerät auch in Deutschland in den Handel.

Nintendo will mit seiner neuen Konsole Wii U bereits mit dem Verkauf eines ersten zusätzlichen Spiels in die Gewinnzone rutschen. "Unser Geschäftsmodell hat sich nicht dramatisch verändert", sagte Fils-Aime der Online-Ausgabe der "San Jose Mercury News". Sobald ein Kunden zusätzlich zu der Wii U einen Softwaretitel kauft, werde die Transaktion profitabel für Nintendo. Und das Unternehmen ziele auf eine breite Käuferschicht: "Unser Ziel sind die Kunden zwischen fünf und 95 Jahren", sagte Fils-Aime.

Guter Vorverkauf

Für gewöhnlich werden Spielekonsolen vor allem der Konkurrenten Microsoft und Sony kräftig subventioniert und unter den Herstellungskosten verkauft. Die Einnahmen versprechen sich die Unternehmen dann später vom Verkauf der Spiele. Mit der Wii U, die mit HD-Auflösung und einem GamePad als Steuerung oder zweiten Bildschirm ausgestattet ist, verfolgt Nintendo erstmals die gleiche Strategie. Am Ende gehe es wie immer darum, die installierte Basis der Hardware anzuschieben, sagte Fils-Aime. Sollte Nintendo das gelingen, werde das Unternehmen einen signifikanten Gewinn einfahren.

Auch Super Mario kommt in neuem grafischen Gewand.
Auch Super Mario kommt in neuem grafischen Gewand.(Foto: dpa)

 Zum US-Start habe Nintendo eine deutlich größere Stückzahl als damals bei der Wii an die Händler ausgeliefert, sagte Fils-Aime. Erfreulich sei gewesen, dass die Geräte für den Vorverkauf bei den Händlern weitestgehend ausverkauft gewesen seien. "Wir sind deshalb zuversichtlich, dass es eine starke Nachfrage gibt, und unser Ziel ist es, die Nachfrage so gut wie möglich zu bedienen." Bis Ende März 2013 erhoffe sich Nintendo, 5,5 Millionen Geräte zu verkaufen. Branchenexperten hatten zum Verkaufsbeginn in den USA etwa 10 Millionen verkaufte Geräte im Kalenderjahr 2013.

Einen profitablen Start könnte Nintendo gut gebrauchen. Das Unternehmen leidet seit längerem wie viele andere japanische Firmen an dem starken Yen. Dazu machen neue Anbieter, die Spiele über Smartphones und Tablets anbieten, den traditionellen Konsolenherstellern das Geschäft nicht einfacher.

"Hübschere Bilder nicht genug"

Sobald Sony und Microsoft ihre Nachfolge-Konsolen der Playstation und Xbox 360 auf den Markt bringen, könnte Nintendo nach Einschätzung mancher Branchenbeobachter unter Druck geraten, da die Wii U technologisch nur zu den derzeitigen Konsolen aufgeholt habe. "Es ist wahrscheinlich, dass schnellere Prozessoren und hübschere Bilder nicht genug sein werden, die Konsumenten zu motivieren", sagte Fils-Aime.

2006 war Nintendo mit der Wii ein Überraschungscoup gelungen. Anders als Microsoft und Sony war der japanische Traditionskonzern aus der Spirale immer höherer technischer Leistungen der Geräte ausgeschert und hatte sich auf neuartige Spielekonzepte konzentriert. Der Erfolg gab Nintendo recht, die Wii war lange Zeit die am meisten verkaufte Konsole.

Wann Sony und Microsoft mit einer neuen Generation ihrer Konsolen auf den Markt kommen werden, ist weiterhin unklar. Zuletzt gab es Gerüchte um eine neue "Xbox 720", die nach Informationen des "Xbox World Magazine" mit einem Blu-ray-Laufwerk und einer verbesserten Kinect-Software ausgestattet sein soll. Letztlich steht aber selbst der Name noch nicht fest.

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Quelle: n-tv.de

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