Technik
In Südamerika braucht "Here" noch etwas Hilfe.
In Südamerika braucht "Here" noch etwas Hilfe.(Foto: Screenshot n-tv.de)

"Here" im Web, für Android und iOS: Nokia macht mit Karten ernst

Apples Panne bei der Verbannung von Konkurrent Google Maps weckt die Konkurrenz. Seit Jahren bastelt Nokia an seinem Kartendienst, jetzt ist er online. Der erste Eindruck ist positiv. Das Material soll nicht nur für hauseigene Geräte, sondern für jegliche HTML-5-Software sowie als Android- und iOS-App verfügbar sein.

Nach dem Verlust der Marktführerschaft bei Handys baut Nokia das Geschäft mit Geo-Software weiter aus und bietet diese künftig auch für mobile Geräte anderer Hersteller an. Konzernchef Stephen Elop kündigte eine neue Online-Kartenplattform mit dem Namen "Here" an, die bereits online ist. Auch auf Smartphones mit dem Android-System von Google oder den iPhones von Apple soll sie verwendbar sein. Außerdem übernahm Nokia die US-Firma Earthmine, die sich auf 3D-Ansichten von Straßen spezialisiert.

Der einstige Handy-Weltmarktführer verstärkt damit die direkte Konkurrenz mit Google bei Online-Karten. Es soll auch Werkzeuge für Software-Entwickler geben, mit denen sie Apps schreiben können, die auf Nokia-Karten zugreifen. Bei der Webversion ist ein Routenplaner ebenfalls integriert. Darüber hinaus können Nutzer sich bestimmte Orte bookmarken und mit jeglicher Anwendung darauf zugreifen.

Über ein Kartenerstellungswerkzeug setzt Nokia zudem auf die Mitarbeit von Nutzern: Nach einer Registrierung können sie schlecht erschlossene Gebiete kartografieren, selbst Straßen und Tunnel einzeichnen und deren Namen festlegen.

Unterstützung für Mozilla

Neue Handys, neues Betriebssystem - neue Karten: Nokia.
Neue Handys, neues Betriebssystem - neue Karten: Nokia.(Foto: picture alliance / dpa)

Dem Rivalen Apple hält Nokia noch einmal dessen Probleme vor Augen: Die vor einigen Wochen gestarteten ersten eigenen Apple-Karten für iPhone und iPad wurden von Nutzern scharf kritisiert. Konzernchef Tim Cook musste sich persönlich für die Fehler und mangelhaften Informationen entschuldigen. Inzwischen hat Apple allerdings viele Mängel in seiner Karten-Anwendung beseitigt.

Nokia unterstützt auch das Open-Source-Projekt Mozilla bei der Entwicklung eines eigenen Smartphone-Betriebssystems namens Firefox OS. Geplant sei eine mobile Version von "Here" für Firefox OS, teilte das Unternehmen mit. Das Firefox-Betriebssystem basiert auf Linux und soll ermöglichen, dass Entwickler Apps komplett auf Basis freier Software programmieren - mit HTML 5, CSS und JavaScript-Code.

Während Nokia Marktanteile im Handy-Geschäft verliert, will Konzernchef Elop das finnische Unternehmen zu einem führenden Spezialisten für digitale Karten ausbauen. Den Grundstein dafür legte Nokia bereits 2007 mit der Übernahme des Kartenspezialisten Navteq für rund acht Milliarden Dollar.

Microsoft mit am Tisch

Inzwischen arbeitet auch Microsoft bei Kartendiensten eng mit Nokia zusammen - so sind die "Bing Maps" des Software-Marktführers mit den Nokia Maps zusammengewachsen. Beide Unternehmen sind in einer engen Partnerschaft verbunden, Nokia setzt auf seinen neuen Smartphones das Microsoft-System Windows Phone ein.

Im Unterschied zu Google, Apple und Nokia verfolgt das Projekt OpenStreetMap (OSM) keine kommerziellen Ziele: Hier steuern weltweit mehr als 500.000 Freiwilllige Geodaten bei, die sie selbst erfassen. Auf der Grundlage dieses Datenbestands gibt es inzwischen eine Vielzahl von Geo-Anwendungen für unterschiedliche mobile Plattformen.

Quelle: n-tv.de

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