Technik

Zugriff auf fast alles: Nvidia bringt Handheld

In Zeiten von Smartphone-Games gelten Spielekonsolen gelegentlich schon als Auslaufmodell. Den Grafikkarten-Experten Nvidia zieht es jetzt aber ausgerechnet in diesen Markt. Der Außenseiter will dabei die Branche mit Hilfe des Android-Systems und der Cloud aufmischen.

Der Grafikchip-Spezialist Nvidia wagt sich mit einer eigenen mobilen Konsole in den hart umkämpften Spielemarkt. Das unter dem Namen "Project Shield" entwickelte Gerät sieht aus wie ein Konsolen-Controller mit ausklappbarem Bildschirm. Nvidia setzt auf die Stärke des Google-Betriebssystems Android und will mit "Shield" Lücken bei der Vernetzung verschiedener Geräte schließen. Angepeilt ist ein US-Marktstart im zweiten Quartal, wie Nvidia auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas ankündigte. Ein Preis wurde zunächst nicht genannt.

Der Bildschirm der "Shield"-Konsole hat eine Diagonale von 5 Zoll (12,7 cm). Nvidia verspricht fünf bis zehn Stunden Spielzeit mit einer Akku-Ladung. Dank der Android-Basis kann das Gerät Spiele und Filme aus Quellen wie Googles Download-Plattform Play nutzen.

Richtig interessant soll "Shield" aber die Vernetzung machen. So soll man damit auf Spiele zugreifen können, die auf einem Windows-PC installiert sind, aber auch auf Online-Dienste wie die Spiele-Plattform Steam. Zudem kann die Konsole den Bildschirminhalt auf dem Fernseher wiedergeben - und zwar auch in der aktuell besten 4K-Auflösung, die die HD-Bildqualität bei weitem Übertrifft. Voraussetzung ist einer der neuen - und noch sehr teuren - Fernseher mit 4K-Bildschirm (3840 mal 2150 Pixel).

Tegra 4 steckt drin

"Das ist das Ergebnis von fünf Jahren Arbeit", sagte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Nach den Vorstellungen von Nvidia soll die Konsole die Lücke in einem Szenario schließen, in dem Spiele aus der Cloud über alle Plattformen hinweg - vom PC über den Fernseher bis zum mobilen Gerät - gespielt werden können. Das Gerät sei auch eine Art Settop-Box, sagte Huang.

Herzstück der Konsole ist der neue Grafik-Chip Tegra 4, den Nvidia ebenfalls offiziell ankündigte. "Mobile Geräte brauchen eine ganze Menge mehr Performance als heute", sagte Huang. Der neue Chip besteht aus 72 Grafik-Kernen, 4 Rechenkernen (CPU) sowie der Technik für den superschnellen Mobilfunk LTE. Er soll es mobilen Geräten zum Beispiel ermöglichen, 25 Webseiten in 27 Sekunden zu laden. Ein bisheriger Chip wie der Samsung-Prozessor 5250 im Tablet Nexus 10 brauchte in der Präsentation in Las Vegas für 10 Seiten 50 Sekunden.

Der Vorstoß ins Konsolengeschäft ist ein mutiger Schritt von Nvidia: Die Platzhirsche Sony und Nintendo bekommen bei ihren mobilen Geräten deutlich die Konkurrenz durch günstige Smartphone- und Tablet-Games zu spüren. Mit der Öffnung für Android-Apps soll "Shield" aber auch diesen Markt abschöpfen.

Quelle: n-tv.de

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