Mittwoch, 08. September 2010
Groß-Razzia in 13 Ländern: Polizei schnappt Internet-Piraten
Bei großangelegten Razzien gegen Internet-Piraten in 13 europäischen Ländern, darunter Deutschland, hat die Polizei zehn Verdächtige festgenommen und rund 50 Computer beschlagnahmt. Die vier Netzwerke im Visier der Fahnder hätten Filme und TV-Serien illegal über das Internet verbreitet und so Milliardenschäden angerichtet, teilte die federführende belgische Polizei in Brüssel mit. Sie waren "verantwortlich für 80 Prozent aller neuen illegal online gestellten Filme auf Niederländisch", fügte ein Sprecher der Brüsseler Staatsanwaltschaft hinzu.
Sieben der zehn Verdächtigen, bei denen es sich um die mutmaßlichen Anführer handelte, wurden den Angaben zufolge in Belgien festgenommen, die anderen in Norwegen, Polen und Schweden. Fünf von ihnen wurden in Belgien wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Internet-Piraterie, Informatik-Betrugs und Computer-Hackings in Haft genommen. Auch die europäische Polizeibehörde Europol war an dem Einsatz beteiligt.
Es habe sich meist um brandneue Filme gehandelt, die in Europa noch gar nicht auf dem Markt gewesen seien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Verluste der Industrie würden "auf rund 30 Millionen Euro pro Jahr in Belgien und sechs Milliarden Euro jährlich weltweit geschätzt". Die Banden hätten für ihre Aktivitäten auch Computerserver von Universitäten oder Krankenhäusern missbraucht, ohne dass deren Besitzer dies bemerkten.
AFP
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