Freitag, 13. Mai 2011
Verbraucherschützer fordern: Privatkopie muss möglich sein
Eigentlich darf jeder für den privaten Gebrauch Kopien von Musik-CDs oder Film-DVDs machen. In der Praxis aber schränkt die Industrie dies durch viele Schikanen ein. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb eine Änderung des Urheberrechts.
Kopien sind nur erlaubt, wenn man den Kopierschutz nicht knackt - eigentlich unmöglich.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Jeder soll das Recht haben, Musik, Videos oder andere urheberrechtlich geschützte Werke für den privaten Gebrauch zu kopieren. Das fordert jetzt der Verbraucherzentrale Bundesverband.
Musik oder Videos für den privaten Gebrauch kopieren - viele Verbraucher sind mittlerweile verunsichert. Gegen diese zunehmende Unsicherheit bei der Nutzung des Rechts auf digitale Privatkopien wendet sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die Organisation stellte in Berlin eine umfangreiche Studie zum "Verbraucherschutz im Urheberrecht" vor. Darin werden die Bundesregierung wie die EU-Kommission aufgefordert, bei einer geplanten Neufassung der Gesetze die Interessen der privaten Konsumenten stärker zu berücksichtigen.
Remixe sind Kunst
Die Verbraucherschützer kritisieren, dass das Recht auf die Anfertigung einer digitalen Privatkopie - etwa von einer gekauften Musik-CD - durch spezielle Klauseln der Urheberrechtsinhaber zunehmend eingeschränkt werde. Gefordert wird eine Neuregelung des Urheberrechtsgesetzes, die vor allem der Verständlichkeit dienen soll. "In der vereinfachten Formulierung soll zum Beispiel das Verbot der Vervielfältigung von rechtswidrig hergestellten oder öffentlich zugänglich gemachten Kopiervorlagen gestrichen werden", verlangt die Verbraucherzentrale Bundesverband.
Die Organisation schlägt außerdem vor, die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material für die kreative Gestaltung neuer Werke zu erlauben. Solche Remixe und Mashups, etwa als Zusammenschnitt von Videos, seien Ausdruck einer neuen Form der digitalen Kreativität, die "durch das Urheberrecht gefördert und nicht behindert werden" sollte. Mit neuen Technologien und Verbreitungswegen gebe es hier große Chancen für das kreative Schaffen.
dpa
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