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Blackberrys verkaufen sich schlecht.
Blackberrys verkaufen sich schlecht.(Foto: picture alliance / dpa)

Blackberry sprengt alte Dateifesseln: RIM schließt Deal mit Microsoft

Große Audio- und Videodateien sind für Blackberrys bisher ein Problem. Das will RIM nun beheben, indem es das Datei-System exFat von Microsoft anbietet. Die Verträge sind bereits unterschrieben.

Der um seine Zukunft kämpfende Blackberry-Anbieter RIM hat einen Patent-Deal mit Microsoft geschlossen. Mit der Vereinbarung kann Research In Motion (RIM) das neue Dateisystem exFAT in seinen Geräten einsetzen. Damit sollen unter anderem große Audio- und Video-Dateien schneller zugänglich sein.

Mit exFAT (Extended File Allocation Table) können die auch oft in Smartphones verwendeten wechselbaren Flash-Speichermedien größere Dateien verarbeiten. Auch die Zugriffsgeschwindigkeit ist höher als beim Vorgängerstandard FAT32. Vor dem Blackberry-Produzenten hatte Microsoft seine Technologie im August bereits an den Elektronikhersteller Sharp lizenziert, zuvor wurden ähnliche Vereinbarungen mit Sony, Canon und Sanyo getroffen.

An der Börse wurde der Deal als gutes Zeichen aufgefasst: Die schwächelnde RIM-Aktie legte zeitweise um mehr als zwei Prozent zu. Das Unternehmen arbeitet gerade daran, sein nächstes Betriebssystem Blackberry 10 Anfang kommenden Jahres mit neuen Geräten auf den Markt zu bringen.

Derzeit geht der Smartphone-Pionier durch eine Durststrecke mit sinkenden Marktanteilen und roten Zahlen. Im Juni meldete das kanadische Unternehmen einen Quartalsverlust von 518 Mio. Dollar. Die Blackberry-Verkäufe brachen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 7,8 Mio. Stück ein.

Gerade war bekannt geworden, dass die Yahoo-CEO Marissa Mayer entschieden hat, die Firmen-Blackberrys durch Smartphones von Apple, Samsung, Nokia oder HTC zu ersetzen. In den USA bewerben zahlreiche Mobilfunkanbieter RIMs Blackberry-Smartphones immer weniger und bestellen auch kaum noch Geräte nach. Einst galten die Geräte als das Lieblingsspielzeug von Managern. Mit dem technologischen Fortschritt verpasste RIM jedoch den Anschluss.

Quelle: n-tv.de

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