Test: Assassin's Creed: BrotherhoodRachefeldzug durch Rom
Bereits die beiden ersten Teile von "Assassin's Creed" begeisterten Konsolenspieler durch eine aufregende Optik. Die Fortsetzung "Brotherhood" legt mit Rom als prächtiger Kulisse noch ein Brikett nach und bietet erstmals einen Mehrspieler-Modus.
Desmond Miles ist nur auf den ersten Blick ein heruntergekommener Barkeeper. Er ist ein Nachfahre der Asassinen, die bereits seit Jahrhunderten gegen die Templer kämpfen. Eigentlich will Desmond mit der Geschichte nichts mehr zu tun haben. Aber Abstergo Industries, eine moderne Organisation der Templer, entführt ihn und schließt ihn an eine Maschine an, die ihn die Erinnerungen seiner Ahnen durchleben lässt. Der fiese Professor Warren Vidic versucht auf diese Weise die fehlenden Teile eines mächtigen Artefakts zu finden.
Im ersten Teil meuchelte Desmond alias Altaïr zur Zeit des dritten Kreuzzuges Ende des zwölften Jahrhunderts unter anderem in Jerusalem und Damaskus miese Zeitgenossen. In der Fortsetzung kämpfte sich der Assassine Ezio Auditore da Firenze im späten 15. Jahrhundert durch die Toscana, Florenz und Venedig, um Chef-Verschwörer Rodrigo Borgia (Papst Alexander VI.) zu erledigen. Von Rom bekamen die Spieler nur ein Stück zu sehen: die Sixtinische Kapelle.
Rom ist großartig
In "Assassin's Creed: Brotherhood" wird Xbox-360- und Playstation-3-Spielern diesmal die Ewige Stadt in ihrer ganzen Pracht gezeigt. Und Rom ist auch der eigentliche Star des Spiels, in dem Ezio weiter versucht, Borgia zu erwischen. Die Stadt sieht einfach fantastisch aus und ist frei begehbar. Die Gebäude sind super-realistisch und das brodelnde Leben auf den Straßen wirkt gar nicht künstlich. Ein "Ausflug" in die Katakomben gehört zu den Höhepunkten des Rachefeldzuges gegen Borgia und seine ekelfaften Verbündeten.
Den Menschen in Rom geht es unter der Knute des Borgia-Clans schlecht. Erst wenn Ezio ein Viertel "gesäubert" hat, floriert dort der Handel. Ezio kann Branchen gezielt fördern, Geschäfte eröffnen und Gebäude restaurieren. So verdient er Geld, kann einkaufen und seine Ausrüstung verbessern.
Ezio zieht die Pistole
Hilfe bekommt Ezio von Kurtisanen und Dieben, die für ihn beispielsweise Wachen ausschalten. Außerdem kann Ezio Römer zu Assasinen ausbilden, indem er sie überall in Europa Aufträge erledigen lässt. In schwierigen Situationen stehen sie ihm zur Seite, was die Missionen aber für versiertere Spieler etwas zu einfach macht. Echte Assassinen ziehen alleine los, klettern über Mauern, schwingen sich von Fenster zu Fenster und führen persönlich die tödliche Klinge. Oder drücken ab: In "Brotherhood" wird erstmals mit Pistolen geschossen. Auch der große Leonardo da Vinci ist wieder mit von der Partie und hilft Ezio mit seinen raffinierten Erfindungen.
Neu ist der Mehrspieler-Modus, in dem man gleichzeitig Jäger und Gejagter ist. Ein Opfer zugeteilt zu bekommem und es aufzuspüren, ist ein weiterer willkommener Grund, durch die prachtvolle Kulisse Roms zu streifen.
"Assassin's Creed: Brotherhood" ist eine würdige Fortsetzung der Serie. Die Spielewelt ist grandios designt und es gibt viele Geheimnisse und Schätze zu entdecken. Nebenaufträge bringen zusätzlich Farbe ins Spiel. Die Missionen sind abwechslungsreich und bieten viele Überraschungen. Erfahrene Spieler sind in manchen Szenen etwas unterfordert, Anfänger könnten durch die doch leicht konfuse Story etwas verwirrt sein. Alles in allem ist das Ubisoft-Spiel aber ein Knüller und seine 60 Euro wert.
Da Vinci ist weg
Wer es tatsächlich schon geschafft hat, 100 Prozent von "Assassin's Creed: Brotherhood" zu spielen, bekommt Anfang März Nachschub. Ubisoft veröffentlicht dann die Download-Erweiterung (DLC) "Da Vincis Verschwinden" (9,99 Euro oder 800 Microsoft-Punkte). Die Handlung: Nachdem die Borgias in Rom gefallen sind, wird Leonardo Da Vinci von den Hermetikern entführt. Die Hermetiker sind ein Untergrund-Kult, der die Menschheit transformieren möchte. Ezio wird sich auf eine unerbittliche Reise begeben, um gestohlene Gemälde zurückzuholen und Da Vinci zu finden bevor es zu spät ist.