Mittwoch, 25. November 2009
Michelle Obama als Affe: Rassisten steuern Google
Klaus Wedekind
Google muss machtlos zusehen, wie Rassisten und Extremisten die Ergebnisse der Suchmaschine manipulieren. Eines der Opfer ist Michelle Obama. Bei der Bildersuche ist der erste Treffer eine Montage, die sie als Affen darstellt.
In einer Entschuldigung, über die ein Link in einer AdWords-Anzeige führt, versucht das Unternehmen zu erklären, warum es gegen die Internet-Hetze nichts unternehmen kann. Als Beispiel nennt Google die Suche nach dem Wort "jew" ("Jude"). Da das Wort häufiger auf antisemitischen als auf seriösen Webseiten benutzt werde, könne es zu "verstörenden" Suchergebnissen kommen, die Google auf keinen Fall befürworte.
Rechte Verlinkung
Im Fall von Michelle Obama liegt der Fall aber etwas anders. Hier wurde das Foto zunächst auf der Homepage einer rassistischen Gruppierung veröffentlicht und danach von anderen Webseiten darauf verlinkt. Google konnte zwar das Original-Bild löschen, nicht aber die zahlreichen Verlinkungen. Deshalb ist das Foto in der Bildersuche immer noch an erster Stelle.
Solche "Google-Bomben" genannten Web-Attacken wird es auch in Zukunft weiter geben. Google weist nämlich ausdrücklich darauf hin, dass es Webseiten nur dann aus seinen Ergebnissen entfernen wird, wenn sie gegen Google-Richtlinien oder ein Gesetz verstießen. Und dazu genüge es eben nicht, dass sie "unbequeme Inhalte" enthielten. Die Allgemeingültigkeit der Suchergebnisse habe oberste Priorität.
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