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Als Polizisten verkleidete Schauspieler stürmten die Bühne und spielten eine Festnahme.
Als Polizisten verkleidete Schauspieler stürmten die Bühne und spielten eine Festnahme.(Foto: Reuters)

"Mega"-Start wird groß gefeiert: Schmitz übertreibt's mal wieder

Er sitzt unter Hausarrest in seiner Villa fest und feiert dort mit einer riesigen Party den Start seiner neuen Internet-Plattform. Von den Ermittlungen gegen ihn lässt sich Kim Schmitz nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Zur Feier des Tages lässt er die Szene nachspielen, wie Spezialeinheiten vor einem Jahr sein Anwesen stürmten.

Kim Schmitz inszeniert sich selbst.
Kim Schmitz inszeniert sich selbst.(Foto: AP)

Der Internetunternehmer Kim Dotcom alias Kim Schmitz lässt es oft und gerne krachen. Mit einer Party auf seinem Anwesen in Neuseeland feierte er sein neuestes Baby: die Daten-Plattform "Mega". "Es wird riesig", frohlockte er auf Twitter, innerhalb weniger Stunden sei eine halbe Million Nutzer angemeldet gewesen.

Selbst unter Anklage sucht der einstige Hacker die Öffentlichkeit: als Rapper im Internet, mit derben Sprüchen auf Twitter, als unkonventioneller Weihnachtsmann im Theater. Es mag es theatralisch. Mit Igelschnitt und deutschem Akzent gab er den Retter der Privatsphäre im Internet – "ein Menschenrecht!" rief er mit ernster Miene. Mit illegalem Datenaustausch habe das alles nichts zu tun.

Schmitz Frau Mona verfolgt die Präsentation.
Schmitz Frau Mona verfolgt die Präsentation.(Foto: Reuters)

Das sehen die Amerikaner anders. Sie machten den bei Millionen Nutzern höchst populären Mega-Vorgänger Megaupload über Nacht dicht und erhoben Anklage wegen massiver Urheberrechtsverletzungen. Da, wo nun die gefeiert wurde, stürmten vor einem Jahr schwer bewaffnete Polizisten das Gelände. Schmitz kam in Untersuchungshaft, auf seinem Anwesen wurden Luxuskarossen von Lamborghini und Maserati beschlagnahmt. Das Auslieferungsverfahren läuft, er steht unter Hausarrest.

Rächer der Ausgespähten

Eingeschüchtert hat Schmitz das nicht. Heute steht wieder ein Helikopter aus der eigenen Flotte auf der Wiese. Kurzgeschnittene Wiesen, Wandelgänge unter Palmen, Wasserspiele und einen Labyrinthgarten gibt es auf dem Anwesen, einen Swimmingpool sowieso. Schmitz posiert gerne breitbeinig vor einer im Halbrund gebauten pompösen Villa. Wie in Los Angeles der Hollywood-Schriftzug begrüßt nahe des Eingangs jetzt ein riesiges "Mega"-Schild den Besucher. Angestellte sind in Golfwägelchen unterwegs und zupfen die Hecken zurecht. Ein riesiges Aquarium mit tropischen Fischen ziert die Küche. Besucher fühlen sich wie in einem Mehrsternehotel.

An diesem Tag mit Bühnenshow: Maori tanzen den Furcht einflößenden Haka, dann kündigt ein Moderator den "Megamann des Megamoments" an. Schmitz inszeniert sich als Rächer der zu Unrecht im Internet Ausgespähten. Durchaus mit Witz: Plötzlich stürmen Männer auf die Bühne, Helikopter fliegen mit lauten Getöse ein – Schmitz erinnert damit an die Razzia vom vergangenen Jahr. Er macht dem Spuk mit einem tiefkehligen "STOP!" ein Ende und lacht. Er lacht viel an diesem Abend. Eine halbe Million Nutzer in 14 Stunden – "so etwas gab's noch nie", sagt er. "Wir werden die Oberhand behalten!" ruft er selbstbewusst.

Quelle: n-tv.de

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