Technik

Wie gut ist Microsofts Virusschutz?: Security Essentials im Test

Klaus Wedekind

Microsoft Security Essentials ist eine gute Alternative für alle, die für den Schutz ihres Rechners nicht bezahlen wollen.
Microsoft Security Essentials ist eine gute Alternative für alle, die für den Schutz ihres Rechners nicht bezahlen wollen.(Foto: Screenshot)

Anfang der Woche hat Microsoft sein Gratis-Antiviren-Programm "Security Essentials" veröffentlicht. Ein erster unabhängiger Test des Magdeburger Instituts AV-Test, zeigt, wie zuverlässig MSE vor Computerschädlingen schützt.

Für den Test wurde MSE auf 32-Bit-Systemen mit Windows XP (SP3), Windows Vista (SP2) und Windows 7 installiert.

Als erstes überprüften die Magdepurger Sicherheitsspezialisten, ob Microsofts Gratis-Programm alle Angreifer erkennt, die auf der "Wildlist"stehen, die regelmäßig aktualisiert wird. Wie erwartet, absolvierte MSE die Prüfung ohne Fehler. Alle Schädlinge wurden beim Zugriff (On-Access) oder beim manuellen Scan (On-Demand) identifiziert und blockiert.

Gute Erkennungsraten

In einem zweiten Schritt wurde auf einem XP-Rechner getestet, wie gut MSE mit aktuellen Schädlingen zurechtkommt. Dazu ließen die Tester insgesamt 545.034 Viren, Würmer, Trojaner, Backdoors und Bots auf das System los. Das Schutzprogramm erkannte 536,535 Malware-Dateien, was einer Rate von 98,44 Prozent entspricht. Das ist sehr gut und mit den Erkennungsraten anderer aktueller (kostenpflichtiger) Antiviren-Programme vergleichbar.

Gut war auch das Ergebnis des Ad- und Spyware-Tests. Von 14.222 Schädlingen siebte MSE 90,95 Prozent aus. Wichtig ist auch, dass das Microsoft-Programm nur sehr selten Fehlalarme auslöst. Denn unter Umständen kann so etwas auch gefährlicher für den Computer sein als echte Malware. "Wir haben beispielsweise schon erlebt, dass ein Antiviren-Programm die winlogon.exe als Schädling erkannt und das Löschen der Datei empfohlen hat", sagt Peter Stelzhammer von AV-Comparatives. "Wenn das ein unerfahrener User tut, startet Windows nicht mehr." Im aktuellen Test schlug der MSE-Wachhund bei 600.000 harmlosen Dateien kein einziges Mal an. Brav.

Keine dynamische Erkennung

So weit so gut. Dann wollten die Prüfer wissen, ob MSE auch in der Lage ist, ganz neue, noch völlig unbekannte Schädlinge zu identifizieren. Bei der so genannten dynamischen Erkennung analysiert das Schutzprogramm das Verhalten von Dateien und versucht anhand von Erfahrungswerten (Heuristik) herauszufinden, ob es sich um einen Schädling handeln könnte. AV-Test konnte bei MSE keine Funktion finden, die einer dynamischen Schädlingserkennung entspricht. Kein einziger Test-Angreifer wurde erkannt. Das ist bedauerlich, aber auch andere Gratis- und Kauf-Programme bieten keine Verhaltensanalyse. Wer Wert auf diese Funktion legt, muss gewöhnlich in eine teurere Security Suite investieren.

Die Gratis-Version von Aviras AntiVir bleibt vorerst die Nummer 1 unter den Gratis-Wächtern.
Die Gratis-Version von Aviras AntiVir bleibt vorerst die Nummer 1 unter den Gratis-Wächtern.

Die nächste Prüfung absolvierte MSE wieder besser. Bereits infizierte Rechner befreite es zuverlässig von allen 25 Test-Schädlingen. Allerdings blieben nach der Reinigung noch (unschädliche) Reste der Maleware im System zurück.

Rootkits kein Problem

"Sehr beeindruckend" fanden die Tester die Leistung des Kandidaten bei der Erkennung und Beseitigung von Rootkits. Von 25 platzierten Dateien ließ MSE nichts übrig.

Zu guter Letzt beurteilte AV-Test noch die Geschwindigkeit des MSE-Scanners. Die Prüfer fanden sie nicht berauschend, aber verglichen mit anderen Schutzprogrammen "ganz OK".

Fasst man die Testergebnisse zusammen, kann man sagen, dass MSE im Kreise der Gratis-Antivirus-Programme oben mitspielen kann. Einen umfassenderen Schutz gibt es derzeit nicht für lau.

Avira begrüßt MSE-Veröffentlichung

Auch Platzhirsch Avira, das mit AntiVir Personal ein sehr empfehlenswertes Gratis-Programm anbietet, freut sich über die Veröffentlichung von MSE. "Wir bieten neben unserem kommerziellen Produktportfolio seit Jahren mit unserer Free-Version einen jederzeit aktuellen kostenfreien Schutz vor Malware an", schreibt Marketing-Chef Travis Witteveen. Durch die millionenfach weltweite Verbreitung leistet unser Basisschutz bei Privatanwendern einen wesentlichen Beitrag, dass sich Schadsoftware nicht mehr in Windeseile verbreiten kann. Wir freuen uns, dass Microsoft nun mit Security Essentials nachzieht und Avira im Kampf gegen die Cyberkriminellen unterstützt."

 

 

 

Quelle: n-tv.de

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