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Die besten Selfies haben alle gewisse Ähnlichkeiten.
Die besten Selfies haben alle gewisse Ähnlichkeiten.(Foto: Andrej Karpathy, karpathy.github.io/)

Wer kriegt die meisten Likes?: So macht man das perfekte Selfie

Wie macht man ein Selfie, das allen gefällt? Ein Forscher hat mittels künstlicher Intelligenz Millionen Fotos analysiert und Antworten gefunden. Mit den richtigen Kniffen haben auch Männer eine Chance.

Was ist eigentlich ein perfektes Selfie? Ist es ein Foto, bei dem alles stimmt, bei dem die Belichtung gut ist, der Gesichtsausdruck sitzt und alle Bildelemente nach der goldenen Drittel-Regel angeordnet sind? Oder geht es um den Zuspruch der anderen, um Klicks, Kommentare und möglichst viele "Likes"? Für viele zählt wohl eher der zweite Aspekt. Wer ein Selfie im Netz veröffentlicht, es mit seinen Freunden und Bekannten teilt, ist wahrscheinlich auf Zuspruch aus. Und den misst man heutzutage am einfachsten durch "Likes". Wie man möglichst viele davon bekommt, verrät eine Studie der Stanford University.

Andrej Karpathy, Doktorand der Informatik an der renommierten Universität, wollte in einem "Spaß-Experiment", wie er es in seinem Blog nennt, herausfinden, was ein gutes Selfie von einem schlechten unterscheidet. Dazu sammelte er über 2 Millionen Selbstporträts aus dem Internet, die mit dem Hashtag #selfie markiert waren, und ordnete sie nach "guten" und "schlechten" Selfies. Vereinfacht gesagt unterschied er dafür zwischen Porträts, die im Verhältnis zur Anzahl der Follower des jeweiligen Accounts besonders viele Likes bekommen hatten, und solchen, die nur wenig Zuspruch bekommen hatten.

Frauen haben's leichter

Anschließend fütterte er das künstliche neuronale Netzwerk "ConvNet" mit den zwei Millionen Selfies, die zuvor anhand der "Likes" zur Hälfte in "gut" und zur Hälfte in "schlecht" unterteilt wurden. ConvNet analysierte die Bilder anhand von 140 Millionen Parametern und suchte nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Die Frage: Welche Eigenschaften sorgen dafür, dass ein Bild besonders viele Likes bekommt?

Die Ergebnisse, die das KNN ausspuckte, dürften nicht jedem gefallen, sind aber auch nicht wirklich überraschend. In Karpathys Liste mit den wichtigsten Tipps für gute Selfies steht ein Aspekt ganz oben: "Sei eine Frau". Tatsächlich finden sich in den Top 100 der besten Selbstporträts ausschließlich Bilder von Frauen. Was weiter auffällt: Alle haben lange Haare, die über die Schultern fallen, fast alle blicken direkt in die Kamera, bei den meisten ist der Kopf nicht ganz abgebildet, sondern die Stirn leicht abgeschnitten ("Schneide deine Stirn ab"). 

Fast alle Fotos sind außerdem leicht überbelichtet und wurden mit einem Filter aufgenommen oder nachträglich bearbeitet. Schwarzweiß-Aufnahmen scheinen besonders beliebt zu sein, ein Rahmen ums Bild kann auch nicht schaden. Und noch eine wichtige Regel: Das Gesicht sollte laut Karpathy ein Drittel des Bildes einnehmen, der Kopf sollte leicht geneigt sein und sich mittig im oberen Bildteil befinden. 

Wenig Licht? Bitte nicht

Interessant: Die beliebtesten Männer-Selfies kommen fast alle ohne abgeschnittene Stirn aus. Hier ist grundsätzlich mehr Körper zu sehen, viele zeigen ihre Schultern. Der exzessive Gebrauch von Farbfiltern und Überbelichtung fällt aber auch hier auf.

Unbedingt vermeiden sollten Selfie-Fans hingegen schlechte Beleuchtung und generell wenig Licht. Außerdem sollte der Kopf nicht zu groß im Bild erscheinen (Ein-Drittel-Regel) und nicht zu viele Leute auf ein Foto gequetscht werden. Selfies, die diese oder eines dieser Kriterien erfüllten, ordnete ConvNet am unteren Ende der Liste ein. Karpathy rät: "Halte es einfach und nimm auf dem Foto den ganzen Platz für dich selbst ein. Aber nicht zu viel Platz."

Eine gute Nachricht hat der Forscher am Ende auch noch: "Ob ein Selfie gut oder schlecht ist, liegt vor allem am Bildstil der Aufnahme und weniger an der reinen Attraktivität einer Person. Und die besten Selfies sind nicht automatisch jene, auf denen besonders viel Haut zu sehen ist."

Wer selbst testen will, wie gut die eigenen Selbstporträts sind, kann Karpathys ConvNet über Twitter für sich arbeiten lassen: Einfach ein Foto (am besten quadratisch) oder den Link zu einem Bild in einem Tweet einbinden und den Bot @deepselfie erwähnen. Der Bot, so Karpathy, wird sich das Bild anschauen und seine Meinung dazu ausspucken - derzeit scheint er aber nicht aktiv zu sein.

Quelle: n-tv.de

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