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Plattan ADV und Hellas sind die ersten Bluetooth-Lautsprecher von Urbanears.
Plattan ADV und Hellas sind die ersten Bluetooth-Lautsprecher von Urbanears.(Foto: jwa)

Urbanears Hellas und Plattan ADV: Sportliche Bluetooth-Bügel für wenig Geld

Von Johannes Wallat

Urbanears macht farbenfrohe Kopfhörer, die günstig sind, gut klingen und pfiffige Extras haben. Im Test zeigen die beiden Bluetooth-Modelle Hellas und Plattan ADV Wireless, ob sie diesem Ruf gerecht werden.

Sie haben nicht nur fast den gleichen Namen, auch die Produkte von Ultimate Ears und Urbanears haben durchaus Gemeinsamkeiten: Die Bluetooth-Lautsprecher von Ultimate Ears sind hip, bunt und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Mit seinen Kopfhörern schlägt Urbanears in die gleiche Kerbe: knallige, auffällige Farben, eine Mischung aus Textil und Kunststoff - und erschwingliche Preise. Was ist dran am guten Ruf? n-tv.de hat die Bluetooth-Variante des Klassikers Plattan und den sportlichen Ableger Hellas getestet.

Der Ur-Plattan ist ein Preis-Leistungs-Hit: Er kostet rund 50 Euro, sieht gut aus, ist robust und klingt relativ gut. Die große Farbauswahl bringt zudem Leben in die eingeschränkte Farbpalette der Technikwelt. Nach dem Plattan 2 gibt es jetzt auch einen Bluetooth-Ableger: Der Plattan ADV Wireless kostet rund 100 Euro und ist optisch nah dran Original, er bietet aber alle Vorzüge der Drahtlostechnik.

Unsichtbare Touch-Fläche

Der Plattan liegt mit seinen Kunstlederpolstern eng am Kopf an.
Der Plattan liegt mit seinen Kunstlederpolstern eng am Kopf an.(Foto: jwa)

Das Koppeln mit dem Smartphone ist einfach, die Steuerung über die dezente Touchfläche am rechten Hörer intuitiv. Trotzdem: Weil die Elemente nur dezent oder gar nicht gekennzeichnet sind, lohnt zum Einstieg ein Blick ins Benutzerhandbuch. Zum Koppeln drückt man die Power-Taste zweimal oder hält sie beim Einschalten mindestens sechs Sekunden gedrückt. Ein Tipper auf die rechte Ohrmuschel startet und stoppt die Musik, Wischgesten nach oben und unten passen die Lautstärke an, nach rechts und links wischt man zwischen den Titeln hin und her. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist die Bedienung damit ein Kinderspiel.

Der Klang des Plattan ist schön warm, Bässe kommen kräftig im Ohr an, in den Höhen ist er aber etwas zurückhaltend. Dadurch fehlt ihm die Brillanz und die Klarheit anderer Bluetooth-Kopfhörer aus höheren Preissegmenten. Hifi-Fetischisten werden mit dem Plattan deshalb vielleicht nicht glücklich, alle anderen aber schon. Pluspunkt: Der Kopfhörer liegt mit seinen Kunstleder-Ohrpolstern recht eng am Kopf an und dämpft daher Umgebungsgeräusche passiv ab - ideal für unterwegs. Bei längerem Hören wird der Druck der Ohrhörer etwas hoch, das legt sich aber wahrscheinlich mit der Zeit, wenn der elastische Bügel etwas eingetragen ist.

Leicht und elastisch  

Der Hellas (vorne) ist der sportlichere Bruder vom Plattan.
Der Hellas (vorne) ist der sportlichere Bruder vom Plattan.(Foto: jwa)

Als guter Begleiter dient sich der Plattan auch an, weil er sehr leicht ist und sich mit seinem elastischen Kopfbügel kompakt zusammenfalten lässt. Dadurch wirkt der Kopfhörer aber auch weniger hochwertig als andere Modelle mit robusterem Material, zum Beispiel der Libratone Q Adapt oder auch der Urbanears-Bruder Zinken. Aber, apropos robust: Die Textilverkleidung des Kopfbügels kann in der Waschmaschine gewaschen werden. Sehr gut!

Wenn der Akku nach acht bis zehn Stunden Spielzeit bei mittlerer Lautstärke leer ist, stellt ein mit Stoff ummanteltes Kabel die Verbindung zum Musikspieler her. Ein weiteres Stoff-Kabel dient zum Aufladen via Micro-USB. Clever: Über den Audio-Ein- und Ausgang kann auch ein zweiter Kopfhörer angeschlossen werden. So kann man zu zweit Musik hören.

Mit Reflektor-Kabel

Ab in die Waschmaschine: Der Hellas kann auseinandergenommen werden.
Ab in die Waschmaschine: Der Hellas kann auseinandergenommen werden.(Foto: jwa)

Der sportlichere Bruder des Plattan heißt Hellas. Beide teilen sich einige Eigenschaften. Die Bluetooth-Verbindung wird ähnlich einfach aufgebaut, auch hier sitzen die Touch-Elemente unsichtbar an der rechten Ohrmuschel. Sein Gestell ist aber noch leichter und luftiger. Das reflektierende Verbindungskabel verläuft sichtbar über den leichten textilbespannten Kopfbügel, der genau wie die Ohrpolster einen Waschgang schadlos übersteht. Er sitzt jedoch recht locker und muss vor dem Aufsetzen häufig festgedrückt werden. Ein Wäschebeutel ist im Lieferumfang enthalten.

Urbanears bewirbt den Hellas deshalb als "schweißresitent". Es erfordert zwar etwas Geschick und Übung, die Ohrpolster anzubringen und wieder abzunehmen, aber tatsächlich ist der Hellas damit ein idealer Begleiter für den Sport. Die Ohrhörer drücken nicht ganz so fest an wie beim Plattan, unter dem Textilgewebe wird es weniger warm, sie tragen sich also etwas angenehmer, schirmen dafür Umgebungsgeräusche weniger stark ab. Im Direktvergleich klingen die Hellas etwas transparenter und offener als die Plattan, ihr Sound ist etwas klarer mit mehr Betonung in den Höhen, Bässe sind ähnlich warm und erdig. Die Unterschiede zwischen beiden sind aber gering. 

Zu reduziert?

Etwas irritierend ist die noch reduziertere Kennzeichnung der Bedienelemente: Eine An-Aus-Taste gibt es nicht, stattdessen müssen Nutzer die Mitte der Touch-Fläche drücken. Wenn nichts passiert, fragt man sich: Liegt's an mir, oder ist der Akku leer? Ein Audio-Ein- und Ausgang wie beim Plattan fehlt ebenfalls, man kann also nur drahtlos und mit Akku Musik hören. Immerhin hält der Hellas rund 12 Stunden durch.

Welcher von beiden besser ist, ist schwer zu sagen. Der Plattan hat Vorzüge, die dem Hellas fehlen, zum Beispiel den Klinkensteckplatz oder die An-Aus-Taste. Dafür klingt der Hellas etwas besser und trägt sich angenehmer. Die Ohrmuscheln sind zudem nur beim sportlichen Hellas waschbar. Mit 129 Euro ist er etwas teurer, auch dieser Preis geht für das Gebotene aber absolut in Ordnung.

Quelle: n-tv.de

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