Technik
Hauptkritikpunkt der Warentester: Die vielen  Fehler in den Karten
Hauptkritikpunkt der Warentester: Die vielen Fehler in den Karten(Foto: REUTERS)

Trotz Kartenpannen und Kratzern: Stiftung Warentest lobt iPhone 5

Die Stiftung Warentest hat das neue Apple iPhone 5 einem Schnelltest unterzogen. Die Kamera des Smartphones schnitt dabei sehr gut ab, die größten Schwachstellen sind neben den fehlerhaften Karten die Antenne und der Akku.

Die unabhängige Stiftung Warentest hat das beliebte Apple iPhone 5 geprüft. Über fünf Millionen Geräte wurden in den ersten drei Tagen verkauft. Die Warentester lobten im Schnelltest "den guten Kompromiss aus Displaygröße und Hand­lich­keit". So passe das iPhone 5 prima in die Hosentasche. Außerdem sei es mit nur 115 Gramm deutlich leichter als das 140 Gramm schwere iPhone 4S.

Gut wurde auch das Display bewertet: "Es ist sehr scharf, zeigt gute Farben und ist trotz spiegelnder Oberfläche auch bei heller Umge­bung gut abzu­lesen", so die Tester.

Größe, Gewicht, Geschwindigkeit

Sehr gut schnitten Kamera- und Videofunktion des iPhones ab.
Sehr gut schnitten Kamera- und Videofunktion des iPhones ab.(Foto: dapd)

Beim mobilen Surfen erreichte das Smartphone mit LTE-Technik "beeindruckende Download-Datenraten" von bis zu 66 Megabit pro Sekunde und war schneller als so mancher DSL-Anschluss. Bemängelt wurde, dass derzeit nur Nutzer im Telekom-Netz und in Großstädten von diesem Datenturbo profitieren können.

Die Kamera des iPhone 5 reagierte im Test "erfreulich schnell" und liefert für eine Handykamera außergewöhnlich gute Fotos. "Die HD-Videos vom iPhone 5 sind besser als alles, was die Tester bisher von Handykameras gesehen haben", so Stiftung Warentest. Die Videofunktion sei deutlich besser, als die des Nokia 808 PureView, erklärten die Warentester. 

Antenne, Akku, Karten, Kratzer

Ein echtes Manko beim iPhone 5, wie schon bei den Vorgängern 4 und 4S, sind die Antenne, die in die Seitenkanten des Gerätes eingebaut ist. "Fasst der Nutzer es hinten unten an, geht die Funk­leistung deutlich zurück", erklären die Warentester. Nachgebessert hat Apple hier nicht. Abhilfe schafft nur eine schmale Schutzhülle ("Bumper"), die den Kontakt der Finger mit der Antenne verhindert

Das Alu-Gehäuse ist zwar anfällig für Kratzer, doch das Display überstand den Falltest ohne Schaden.
Das Alu-Gehäuse ist zwar anfällig für Kratzer, doch das Display überstand den Falltest ohne Schaden.(Foto: Reuters)

Kritisiert wird die Karten-App von Apple, sie wirke wenig ausgereift und stecke voller Fehler. Apple-Chef Tim Cook hat sich für die Fehler bei den Kunden entschuldigt und die Nutzung von Google oder Nokia Maps empfohlen. Diese können über den Browser des iPhones genutzt werden, erklärte Cook.

Schlecht schnitt im Schnelltest auch das neue Aluminiumgehäuse ab, es sei empfindlich und verkratze sehr leicht und zeigte nach dem Falltest einige Macken. Das Display zeigte aber keine Risse und auch gegen Feuchtigkeit ist das iPhone 5 sehr gut geschützt.

Der Akku schnitt nur mittelmäßig ab. Nach zweieinhalb Stunden Dauersurfen war er leer, Vorgänger 4S hielt eine Stunde länger durch. Schon nach sechs Stunden Dauertelefonat oder 65,5 Stunden Musikwiedergabe musste das neue iPhone an die Steckdose, ein vergleichsweise schlechter Wert.

Kritik gab es auch für den neuen "Lightning"-Anschluss, der den Kauf von Adaptern notwendig macht, will man älteres Zubehör weiternutzen. Auch an dem neuen SIM-Kartenformat "Nano" fanden die Tester wenig Gefallen. Der Kunde brauche eine neue SIM-Karte, die noch nicht alle Netzbetreiber anbieten.

Eines der besten Smartphones

Das Fazit der Tester lautet dennoch: "In fast allen Disziplinen zeigt das neue iPhone gute bis glänzende Ergeb­nisse. Das iPhone 5 ist eines der besten Smartphones, das die Tester der Stiftung Warentest bisher geprüft haben." Eine Gesamtnote vergaben die Tester nicht.

Wie sich das iPhone 5 im Vergleich gegen die Konkurrenz von Samsung, Nokia und Co. schlägt, wird der nächste Smartphone-Vergleichstest der Stiftung Warentest zeigen. Der Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen