Technik
Das israelische iAndroid hat die neuesten Fotos des Galaxy Tab veröffentlicht.
Das israelische iAndroid hat die neuesten Fotos des Galaxy Tab veröffentlicht.(Foto: iAndroid)

Viele Premieren auf der IFA: Tablets blasen zum Angriff

Klaus Wedekind

Lange Zeit war Apples iPad der einzig ernstzunehmende Tablet-Rechner auf dem Markt. Das könnte sich jetzt ändern. Denn auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin präsentieren zahlreiche Hersteller neue Geräte. Die meisten von ihnen setzen auf Googles Betriebssystem Android.

Fast ein halbes Jahr konnte Apple sein iPad nahezu konkurrenzlos verkaufen und feierte einen Absatzrekord nach dem anderen. Jetzt formieren sich die Gegner. Aus dem Windows-7-Lager stellt sich nur ein aussichtsreicher Kandidat dem Kampf. Doch die Androiden scheinen rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ein paar interessante Geräte in den Ring schicken zu können. Viele von ihnen sind auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vom 3. bis 8. September in Berlin zu sehen.

Sehr hohe Erwartungen setzen Android-Fans in Samsungs Galaxy Tab. Der große Bruder des Smartphones Galaxy S wird zwar erst am 2. September offiziell vorgestellt. Einige Details sind aber schon bekannt und im Internet gibt es bereits einige sehr aufschlussreiche Videos über Samsungs Tablet.

Das Gerät ist 7 Zoll groß und damit deutlich kleiner, aber auch wesentlich portabler als das iPad (9,7 Zoll). Der Super-AMOLED-Bildschirm löst mit 1024 x 600 Bildpunkten sehr hoch auf. Auch die weiteren voraussichtlichen Spezifikationen sind vielversprechend: ARM-Cortex-A8-Prozessor mit 1,2 Gigahertz, unterstützt von 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Intern hat das Samsung Galaxy Tab vermutlich 16 Gigabyte Speicher, der - wie üblich - durch microSD-Karten erweiterbar ist. UMTS, GPS und Bluetooth sind ebenso standardmäßig an Bord wie eine Frontkamera für Videotelefonie. Das Betriebssystem ist mit Android 2.2 ("Froyo") auf dem neuesten Stand.

Vielversprechende Underdogs

Hannspree kündigte sein Tablet erst kurz vor Beginn der IFA an.
Hannspree kündigte sein Tablet erst kurz vor Beginn der IFA an.(Foto: Hannspree)

Die deutschen Hoffnungen ruhten lange auf dem Wetab (WePad). Doch auf der IFA wird der Berliner Tablet-Rechner nicht zu sehen sein, obwohl der Verkaufsstart im September sein soll. Selbst wenn sich das WeTab doch noch auf den Markt schleppen sollte, wird die Konkurrenz bis dahin schon an ihm vorbeigezogen sein.

Ohne viel Getöse hat sich ein zweiter deutscher Android-Kandidat zum Tablet-Wettbewerb auf der IFA angemeldet. E-noa aus Köln schickt das 10,1 Zoll große Interpad ins Rennen. Nvidias 1-Gigahertz-Prozessor Tegra 2 T20 Dual ARM Cortex A9-Prozessor treibt es an, unterstützt von 1 Gigabyte Arbeitsspeicher. Apps und Daten finden auf einer internen SD-Karte 16 Gigabyte Speicherplatz. In der Basisversion bietet das E-noa-Tablet HDMI-, WLAN-, USB- und Bluetooth-Verbindungen, aber kein UMTS. Es soll 400 Euro kosten und im Oktober mit Android 2.1 in den Handel kommen. Ein 3G-Modell mit Kamera und GPS soll bis Weihnachten folgen. Möglicherweise läuft dann auf den Geräten Froyo.

Das taiwanesische Tablet von Hannspree sieht zumindest auf dem Papier sehr ähnlich aus. Unter einem 10,1 Zoll großem Touchscreen mit 1024 x 600 Bildpunkten werkelt ein 1 Gigahertz schneller ARM-A9-Dual-Core-Prozessor mit Nvidias Tegra-2-Chipsatz. Vom HDMI-Anschluss bis Android 2.2 bietet das 790 Gramm leichte Hannspree auch sonst eine gute Ausstattung. 3G-Modelle sind aber offenbar noch nicht im Angebot. Ab November soll es für 400 Euro zu haben sein.

MSI setzt auf Windows 7

Toshibas Folio könnte ein sehr schnelles Tablet sein.
Toshibas Folio könnte ein sehr schnelles Tablet sein.(Foto: Notbookitalia)

Ebenfalls 10,1 Zoll groß ist das mit Spannung erwartete WindPad von MSI. Es ist das derzeit einzige aussichtsreiche Tablet mit Windows 7. Da Microsofts Betriebssystem deutlich mehr Leistung schluckt als Android, hat es MSI mit einer 1,6 Gigahertz starken Intel-Atom-Z530-CPU ordentlich bestückt. Passend stecken im WindPad 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Intern bietet das Gerät 32 Gigabyte Flash-Speicher. UMTS und HDMI gehören zur Grundausstattung.

Notebookitalia hat Toshibas streng gehütetes Tablet-Geheimnis gelüftet und Bilder und Spezifikationen des Folio 100 veröffentlicht. An Bord ist Nvidias Tegra-2-Prozessor, der in einem Benchmark-Test von Gizmodo eine sehr gute Figur machte und mit Android 2.2 ordentlich Dampf machen sollte. Das Multitouch-Display bietet eine Auflösung von 1024 x 600 Pixeln. Die restliche Ausstattung entspricht in etwa der der 10-Zoll-Mitbewerber. Zumindest die Basisversion des Folio 100 hat kein 3G-Modul. Angeblich will es Toshiba ab Oktober verkaufen. Ein Preis ist noch nicht bekannt. Ob Toshiba in Berlin ein Folio 100 im Gepäck hat, ist zudem noch nicht sicher.

Wettkampf der 7-Zoller

Das ViewPad soll eine Alternative zum Samsung Galaxy Tab sein.
Das ViewPad soll eine Alternative zum Samsung Galaxy Tab sein.(Foto: ViewSonic)

Feststeht, dass sich ein Besuch beim Stand von ViewSonic lohnt. Denn mit dem 7 Zoll großen ViewPad schicken die Amerikaner einen direkten Konkurrenten zum Galaxy Tab ins Rennen. Es bietet laut Pressemitteilung im Prinzip die gleichen Funktionen wie das Galaxy-Tablet. ViewSonic hat aber noch nicht verraten, welche Auflösung der Bildschirm bietet und welcher Prozessor zum Einsatz kommt. Das ViewPad soll 400 Euro kosten und ab Oktober angeboten werden.

Gleich fünf neue Android-Tablets will Archos auf der IFA präsentieren. Die Palette der Franzosen reicht von 2,8- bis 10-Zoll-Displays. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt. Die Multimedia-Spezialisten betonen in ihrer Pressemitteilung allerdings die Videoqualität ihrer Geräte.

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Quelle: n-tv.de

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