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2001 war Windows XP ein Hit, jetzt gehört es eingemottet.
2001 war Windows XP ein Hit, jetzt gehört es eingemottet.(Foto: REUTERS)

Microsoft macht endgültig Schluss: Tschüss, Windows XP!

Schluss, aus, vorbei - wer jetzt noch mit einem Windows-XP-Rechner ins Internet geht, macht Hackern die Arbeit einfach. Denn Microsoft stellt ab sofort die Unterstützung für das betagte Betriebssystem ein. Schnell noch ein Blick zurück, dann wird's Zeit für die Zukunft.

Jetzt ist es tatsächlich passiert, Microsoft hat in seinem Windows-XP-Labor das Licht abgedreht, stellt den technischen Support für das Betriebssystem ein und veröffentlicht keine automatischen Sicherheitsupdates mehr. Auch für das Büropaket Office 2003 verweigert das Unternehmen ab sofort jede Unterstützung.

Windows XP kam am 25. Oktober 2001 auf den Markt und wurde damals zu Recht für seine Benutzerfreundlichkeit, seine Stabilität und sein frisches Design gefeiert. Zwölfeinhalb Jahre später funktioniert es zwar noch immer, ist aber nur noch ein veraltetes Betriebssystem, dessen Leben schon zu lange mit Flickschusterei verlängert wurde.

Schädlinge lieben Windows XP

Ein Sicherheitsrisiko war Windows XP schon vor dem 8. April. In Microsofts Report vom Juni 2013 wies es die mit Abstand größte Infektionsrate auf. Windows 7 fing sich nur halb so viele Schädlinge ein, Windows 8 fast sechs Mal weniger. Jetzt, wo Microsoft keine Updates mehr zur Verfügung steht, ist es eigentlich unverantwortlich, mit einem XP-Rechner noch online zu gehen.

Es ist also höchste Zeit, ein neues Betriebssystem aufzuspielen oder sich vom "guten alten Computer, der immer noch alles kann, was ich brauche" zu trennen. Gelegenheitsnutzer können auch auf das alternative Betriebssystem Linux umsteigen.

Aufrüsten oder neu kaufen?

Zunächst ist zu prüfen, ob der Computer noch rüstig genug für eine Aktualisierung auf Windows 7 ist. Theoretisch kommt auch das neuere Windows 8 infrage. Doch das für die Touchscreen-Benutzung optimierte Betriebssystem hat auf älteren Rechnern kaum Vorteile und ist außerdem deutlich teurer. Microsoft will Windows 7 bis mindestens 2020 unterstützen, mehr als genug bei heute schon betagten Computern. Die Software kostet im Handel neu rund 80 Euro, als von Microsoft geprüfte Gebraucht-Version (MAR) knapp 20 Euro weniger. Beim Kauf sollte man darauf achten, die 32-Bit-Version zu wählen. 64-Bit-Software läuft auf älteren Rechnern entweder gar nicht oder bringt keinen Mehrwert.

Um festzustellen, ob der PC für Windows 7 stark genug ist und welche Schritte vor einem Upgrade notwendig sind, bietet Microsoft den Windows 7 Upgrade Advisor an. Bevor man das kleine Test-Programm startet, ist es ratsam, Drucker und andere externe Geräte anzuschließen, um festzustellen, ob sie auch unter Windows 7 betrieben werden können.

Linux ist kostenlos, genügsam und gut

Stellt der Upgrade Advisor fest, dass ein Computer nicht Windows-7-tauglich ist, gibt es noch zwei Möglichkeiten: Man kauft sich einen neuen Rechner oder steigt auf Linux um. Für die freie Software (Open Source) gibt es kostenlose Browser, E-Mail-Programme, Office-Pakete, Bildbearbeitungs-Software und vieles mehr, das XP-Nutzer von ihrem Rechner kennen. Es gibt sehr viele verschiedene Linux-Pakete (Distributionen), die eine Benutzeroberfläche und alle wichtigen Programme beinhalten. Für Windows-Umsteiger empfehlen sich Ubuntu und vor allem OpenSUSE, für das es eine umfangreiche deutsche Webseite mit Downloads, Tipps und Anleitungen gibt.

Schritt für Schritt zum neuen System

Kommt ein neuer Rechner ins Haus oder Windows 7 auf den alten Computer, gilt es den Umzug seiner persönlichen Daten zu organisieren. XP-Programme, die unter Windows 7 laufen, muss man neu aufspielen. Für die Übertragung von Benutzerprofilen, Fotos, Dokumenten, Videos, Musik auf einen neuen Computer bietet Microsoft kostenlos das Programm Laplink PC mover Express an. Es wird auf beiden Rechnern installiert, danach führt ein Assistent den Nutzer Schritt für Schritt ans Ziel. Für die Übertragung verwendet man ein USB-Kabel, ein Speichermedium oder das heimische Netzwerk.

Hat Microsofts Advisor grünes Licht für ein Upgrade des XP-Rechners gegeben, kann man für den Umzug Windows-Easy Transfer verwenden. Für die Übertragung wird ein USB-Stick mit ausreichend Speicherkapazität oder eine externe Festplatte benötigt. Sind die Daten gesichert, kann die Installation von der Windows-7-DVD aus gestartet werden. Als Installationsart wählt man "benutzerdefiniert" und folgt den Anweisungen. Microsoft bietet eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung an, in der man auch erfährt, wie man eventuell Treiber aktualisiert oder wie man den überflüssigen, aber viel Speicherplatz schluckenden Ordner "Windows.old" mit Hilfe der Datenträgerbereinigung sauber löscht.

Quelle: n-tv.de

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