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Nicht alle Billig-Kabel aus dem Internet erfüllen die Standards: Dieses USB-C-Kabel bekommt von Leung nur 3 Sterne.
Nicht alle Billig-Kabel aus dem Internet erfüllen die Standards: Dieses USB-C-Kabel bekommt von Leung nur 3 Sterne.(Foto: BlitzWolf)

Vorsicht bei Billig-Zubehör: USB-C-Kabel zerstört Notebook

Ein Google-Ingenieur testet monatelang USB-C-Kabel aus dem Internet - mit teils erschreckendem Ergebnis. Jetzt hat eines sein Notebook zerstört. Sein eindringlicher Rat bestätigt eine bekannte Redensart.

Wer billig kauft, kauft bekanntlich oft zweimal. Doch bei billiger Technik aus dem Internet muss es eher heißen: Wer billig kauft, kauft gefährlich. Bei No-Name-Produkten, die für einen Bruchteil des Preises eine ähnliche Qualität wie das Original versprechen, ist oft etwas faul. Und wenn elektrischer Strom ins Spiel kommt, wird's gefährlich. Das bewiesen zuletzt die vielen Fälle um die sogenannten "Hoverboards", die plötzlich in Flammen aufgingen. Doch auch bei Kabeln ist Vorsicht geboten, wie der Fall eines Google-Ingenieurs zeigt, der USB-C-Kabel testet.

Benson Leung arbeitet bei Google im Chromebook-Team. Die neuesten Google-Geräte haben bereits USB-C-Schnittstellen, zum Beispiel das Chromebook Pixel, die Nexus-Smartphones oder Googles erster Tablet-Eigenbau, das Pixel C. Im Jahr 2015 begann Leung, im großen Maßstab USB-C-Kabel und -Adapter zu testen, die beim Online-Händler Amazon verkauft werden, inzwischen hat er 44 Rezensionen geschrieben. Im November berichtete unter anderem "Arstechnica" von Leungs ausgedehnten Tests, verbunden mit dessen eindeutiger Warnung: Die meisten billigen Kabel halten nicht, was sie versprechen.  

Ursprünglich wollte er wissen, ob die Kabel und Adapter geeignet sind, um sein Chromebook Pixel mit ausreichend Ladestrom zu versorgen. Die eindeutige Antwort: Von zehn getesteten konnten nur drei sein Notebook aufladen, und zwar die Kabel von Belkin, iOrange-E und Frieq, die je das Doppelte der Billigprodukte kosten.

Nicht immer drin, was drauf steht

Andere, die als Verbindungskabel vom alten Typ A zum neuen Typ C dienten, erfüllten teilweise nicht die nötigen Spezifikationen, zum Beispiel lieferten sie nicht genug Ladestrom. 3 Ampere sind mit dem neuen Standard USB 3.1 eigentlich vorgesehen, Geräte mit USB-C-Schnittstelle würden auch versuchen, so viel abzufragen. Gelinge dies nicht, könne das zu Schäden an den Kabeln, den USB-Anschlüssen oder den Geräten selbst führen. Als konkretes Beispiel nannte Leung das Oneplus 2, das zwar einen USB-C-Steckplatz habe. Das mitgelieferte Ladekabel sei aber im Grunde nur ein herkömmliches Kabel mit einem Typ-C-Stecker, das nicht dem Standard entspreche.

In einem besonders krassen Fall hat nun ein fehlerhaftes Kabel zwei Analysegeräte und das Notebook von Leung zerstört. Betroffen seien laut Leung die Chips im Innern seines Chromebook Pixel, die unter anderem für die Regelung des Ladevorgangs des USB-C-Ports zuständig seien. Bei einer näheren Untersuchung des Kabels fand Leung heraus, dass die interne Verkabelung vollkommen falsch verlötet war und unter anderem die Spannung am Erdungskontakt anlag und umgekehrt. Leungs Fazit: "Dieses Kabel ist elementar gefährlich. Kaufen Sie es unter keinen Umständen."

Das Kabel des Herstellers Surjtech wurde laut "Winfuture" bei Amazon als " USB 3.1 Type-C SuperSpeed"-Kabel vermarktet - inzwischen ist es nicht mehr erhältlich. Andere Billigprodukte, die bei Leung durchgefallen sind, gibt es aber nach wie vor zu kaufen. Wer eins dieser Kabel kaufen will, sollte sich im Zweifel aber an Originalzubehör der Hersteller halten oder an einen der von Leung mit 5 Sternen bewerteten Dritthersteller.

Quelle: n-tv.de

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