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Enigmail hat seinen Namen von der legendären Verschlüsselungsmaschine Enigma.
Enigmail hat seinen Namen von der legendären Verschlüsselungsmaschine Enigma.(Foto: AP/Mozilla)

Kostenlose Ergänzung Enigmail: Verschlüsselung mit Thunderbird ist einfach

E-Mails verschlüsselt verschicken ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Wer das Programm Thunderbird nutzt, benötigt dafür eigentlich nur eine kostenlose Erweiterung und ein paar Minuten für die Einrichtung.

Laut Branchenverband Bitkom verschlüsselten im vergangenen Jahr nur 15 Prozent der deutschen Internetnutzer E-Mails, 2014 waren es 14 Prozent. Bevor die NSA-Affäre durch die Snowden-Enthüllungen Mitte 2013 ins Rollen kam, verschlüsselten sogar nur 6 Prozent der Internetnutzer ihre Nachrichten. Als Grund für den Verzicht auf Verschlüsselungssoftware geben 64 Prozent der vom Bitkom befragten Nutzer an, sich damit nicht auszukennen. 59 Prozent sagen, ihre Kommunikationspartner setzten keine Verschlüsselung ein. Ein Viertel (26 Prozent) hält Verschlüsselung grundsätzlich für zu aufwändig.

Volksverschlüsselung kommt

Der Assistent erzeugt auch ein Widerrufszertifikat, mit dem öffentliche Schlüssel im Notfall ungültig gemacht werden können.
Der Assistent erzeugt auch ein Widerrufszertifikat, mit dem öffentliche Schlüssel im Notfall ungültig gemacht werden können.(Foto: n-tv.de)

In diesem Jahr könnte die Verschlüsselung von E-Mails wesentlich populärer werden, denn das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie und die Deutsche Telekom wollen eine besonders einfach zu handhabende "Volksverschlüsselung" veröffentlichen, die für private Nutzer kostenlos sein soll. Noch ist das Projekt allerdings in der Aufbauphase und es gibt noch keinen offiziellen Starttermin. Nutzer müssen aber nicht warten, um E-Mails relativ einfach verschlüsselt zu verschicken. Kunden von GMX und Web.de können beispielsweise schon jetzt in den Browsern Chrome und Firefox unkomplizierte Erweiterungen dafür verwenden. Aber auch unabhängig vom Provider ist eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Otto Normalnutzer kein Hexenwerk. Sie müssen lediglich Mozillas kostenloses E-Mail-Programm Thunderbird einsetzen und die Erweiterung "Enigmail" installieren.

Ist die Erweiterung aktiv, sieht man über dem Absender die Menü-Punkte von Enigmail.
Ist die Erweiterung aktiv, sieht man über dem Absender die Menü-Punkte von Enigmail.(Foto: n-tv.de)

Enigmail verwendet wie GMX und Web.de die OpenPGP-Verschlüsselung, ihre Nutzer können sich also gegenseitig verschlüsselte Nachrichten schicken. Das gilt auch für andere auf OpenPGP basierende Lösungen. PGP steht für "Pretty Good Privacy". Dabei hat jeder Teilnehmer zwei Schlüssel - einen privaten und einen öffentlichen. Den öffentlichen gibt man weiter, damit Absender ihre Nachrichten verschlüsseln können. Lesen kann sie aber nur, wer im Besitz des privaten Schlüssels ist, also alleine der Empfänger.

Assistent hilft

Um die Erweiterung in Thunderbird zu installieren, klickt man oben rechts auf das Drei-Striche-Menü und wählt Add-ons aus. Dort gibt man in das Suchfenster, oben rechts, Enigmail ein. Hinter dem passenden Eintrag klickt man auf Installieren und dann im gleichen Bereich auf Jetzt neu starten. Erstellt man dann eine neue E-Mail, findet man in der Menüleiste unter Senden den Enigmail-Bereich. Klickt man eines der Elemente an, startet der Einrichtungsassistent, der die Erweiterung Schritt für Schritt einsatzklar macht. Unter anderem lädt und installiert er die für die eigentliche Verschlüsselung zuständige Software GnuPG und erstellt das Schlüsselpaar des Nutzers.

Im Prinzip ist danach alles erledigt und man kann mit anderen PGP-Anwendern verschlüsselte und digital signierte Nachrichten austauschen. Wie das im Einzelnen funktioniert, zeigt eine ausgezeichnete deutsche Anleitung. Grundsätzlich klickt man auf das Schloss-Symbol, um eine E-Mail zu verschlüsseln und über den Stift wird eine digitale Unterschrift hinzugefügt.

Damit der Empfänger verschlüsselt zurückschreiben kann, sollte man Meinen öffentlichen Schlüssel anhängen aktivieren. Am besten tauscht man vor einem chiffrierten Verkehr die öffentlichen Schlüssel aus. Außerdem wichtig: Für HTML-Mails oder verschlüsselte Anhänge, muss in der Übersicht Enigmail: PGP/MIME ausgewählt werden. Dies sollte auch sonst als Standard gesetzt sein, so lange er vom Empfänger-Programm unterstützt wird.

Quelle: n-tv.de

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