HDTV auf allen KanälenWas Nutzer wissen müssen
Privatsender setzen schon auf HDTV, pünktlich zum Start der Olympischen Winterspiele wollen die öffentlich Rechtlichen nachziehen. Doch nicht auf allen Geräten funktioniert der Empfang problemlos. Und in einem Jahr könnten die Nutzer für HDTV zur Kasse gebeten werden.
Im November startete die RTL-Gruppe die Ausstrahlung ihrer Programme in HDTV, Anfang des Jahres zogen ProSieben und Sat. 1 nach. Pünktlich zum Start der Olympischen Winterspiele am 12. Februar setzen nun auch ARD und ZDF aufs HDTV-Format. Das hochauflösende Fernsehen soll den Zuschauern klarere und schönere Bilder und kinoreifen Ton liefern. Für den Empfang der als Fernsehen der Zukunft beworbenen Bilder ist aber modernste Technik notwendig.
Was ist HDTV überhaupt?
Hochauflösendes Fernsehen, auf Englisch High Definition Television, wird meist mit HDTV abgekürzt. Bei dieser Technik setzen sich die Fernsehbilder aus mehr einzelnen Bildpunkten zusammen. Dadurch sind sie detailgenauer und somit schärfer, was sich gerade bei großen Fernsehern lohnt. Zudem liefert HDTV einen besseren Ton als klassisches Fernsehen - wie bei DVDs soll Raumklang wie im Kino möglich sein.
Welche Sender strahlen in HDTV aus?
Bislang senden RTL, Vox, Sat.1, ProSieben, Kabel1, Arte, einige Spezial-Kanäle und teils der Bezahlsender Sky in HDTV. Das Erste und das ZDF boten bislang immer wieder Testsendungen. Endgültig starten wird HDTV bei diesen Sendern am 12. Februar 2010 zu den Olympischen Winterspielen.
Wie empfange ich HDTV?
Bislang ist HDTV vor allem über Satellit zu empfangen, auch die RTL-Gruppe, ProSiebenSat.1 sowie ARD und ZDF setzen darauf. Deutschlands größter Kabelfernseh-Anbieter Kabel Deutschland nimmt ab Februar Das Erste, ZDF und Arte in sein Angebot auf, die großen Privatsender sind dort nicht zu sehen. Auch bei anderen Kabelnetzbetreibern ist die Auswahl bislang eingeschränkt. Zudem bieten einige Internetanbieter bei ihrem Fernsehen im Netz teils HDTV.
Wird Fernsehen jetzt teurer?
Zunächst einmal nicht: Die öffentlich-rechtlichen Sender strahlen ihre HDTV-Angebote unverschlüsselt aus. Die Privatsender verschlüsseln ihre Programme, im ersten Jahr ist HDTV trotzdem noch kostenlos. Danach könnten etwa 50 Euro jährlich fällig werden. Sky ist ohnehin ein Bezahlsender und verlangt für HDTV zudem Zusatzgebühren. Auch Spezialprogramme in HDTV kosten bei den Kabelanbietern teils extra.
Brauche ich nun einen neuen Fernseher?
Klassische Röhrenfernseher können HDTV nicht darstellen. Die meisten Flachbildfernseher - egal ob LCD- oder Plasmabildschirm - sind für das neue Fernsehen geeignet. Problemlos funktioniert HDTV aber nur, wenn das Gerät das Logo "HDTV" trägt. Dann ist der nötige Empfänger eingebaut. Geräte mit der Siegel "HD ready" brauchen ein Extra-Empfangsgerät, eine sogenannte Set-Top-Box, die das "HDTV"-Logo tragen muss. Sie wird zwischen Fernseher und den Anschluss - also die Satellitenschüssel, den Kabelanschluss oder die Telefondose - gehängt.
Sollte ich mir jetzt ein neues Gerät kaufen?
Experten raten, noch etwas abzuwarten. Derzeit macht die Verschlüsselung der Privatsender Probleme: Um die Programme zu entschlüsseln, ist ein Kartenleser mit der sogenannten HD+-Technik nötig. Entsprechende Set-Top-Boxen oder Rekorder sind bislang aber kaum erhältlich, wie Nico Jurran von der Fachzeitschrift "c't" sagt. Schwierig wird es vor allem für Verbraucher, die schon einen HDTV-Fernseher oder eine Set-Top-Box für HDTV besitzen. Diese brauchen meist einen Extra-Kartenleser für das Dekodieren. Viele Geräte sind bislang aber mit einer anderen Technik zur Entschlüsselung ausgerüstet - dem sogenannten CI-Standard. Hier ist bislang unklar, ob damit das private HDTV ohne Einschränkungen empfangen werden kann.
Kann ich mit den neuen Geräten dann noch klassische Sender sehen?
Ja, die modernen Fernseher und Empfangsgeräte ermöglichen es problemlos, auch die klassischen niedrig auflösenden Bilder zu empfangen. Und wer seinen alten Fernseher behalten will, kann das auch einfach tun: Alle Sender strahlen ihre Programme auch weiterhin in der alten, geringeren Auflösung aus.