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Auch über Antenne kann man bald in HD-Qualität fernsehen - aber nur, wenn man die nötigen Geräte hat.
Auch über Antenne kann man bald in HD-Qualität fernsehen - aber nur, wenn man die nötigen Geräte hat.(Foto: picture alliance / dpa)

Digitales Antennenfernsehen: Was ändert sich mit DVB-T2?

Die Umstellung auf DVB-T2 startet. Zwar können dann auch TV-Sender über Antenne in HD-Qualität empfangen werden und es gibt mehr Kanäle. Doch gratis gibt's nur Standardkost und ohne neue Geräte läuft bald gar nichts mehr.

In Deutschland haben laut Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten rund zwei Millionen Haushalte ausschließlich über DVB-T TV-Empfang. Außerdem nutzen viele andere das digitale Antennenfernsehen für Zweitgeräte oder unterwegs an Notebooks und Tablets. Sie alle werden bald neue Geräte kaufen oder auf Alternativen umsteigen müssen. Denn am 31. Mai startet in Deutschland die erste Ausbaustufe von DVB-T2. Das bringt zwar einige Vorteile, doch die meisten alten DVB-T-Empfänger können das Signal nicht verarbeiten. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um dieses Thema:

Was sind die Vorteile von DVB-T2 HD?

Es gibt mehr Kanäle - vor allem mehr private Kanäle, die bislang nicht über Antenne zu empfangen waren. Statt in krümeligem SD-Format werden viele Programme künftig in HD-Qualität ausgestrahlt.

Gibt es einen Haken?

Ja, einen großen: Der Empfang der meisten Programme der Privatsender in HD wird künftig nicht mehr kostenlos sein. Laut Stiftung Warentest sind für die Kanäle der RTL- und ProSiebenSat1-Gruppen etwa 5 Euro pro Monat fällig. Möchte man das hochauflösende Signal dieser Sender empfangen, muss ein neues Gerät auch die Fähigkeit zum Entschlüsseln haben. Bei Fernsehern ist dafür oft eine Erweiterung per CI-Plus-Steckkarte nötig. Auch hierzu gibt die Liste der TV-Plattform Auskunft.

Wo kann man DVB-T2 HD zuerst empfangen?

Zunächst nur in den Ballungsräumen um einige größere Städte, zum Beispiel im Westen Nordrhein-Westfalens, im Raum Frankfurt/Main, Stuttgart, Saarbrücken, Nürnberg, München, Bremen, Hamburg, Kiel, Rostock, Schwerin, Magdeburg, Halle/Saale, Leipzig, Jena und Berlin sowie in Teilen Brandenburgs. Die ersten HD-Sender sind Das Erste, RTL, ProSieben, SAT.1, VOX und ZDF.

Wie lange dauert der Umstieg?

Der Regelbetrieb mit rund 40 Programmen beginnt laut Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland im ersten Quartal 2017. Bis Mitte 2019 wird die Ausstrahlung schrittweise weiter ausgebaut.

Warum brauche ich einen neues Empfangsgerät?

Das neue DVB-T2-Signal nutzt eine Bildcodierung mittels des sogenannten HEVC-Standards (H.265). Viele ältere Empfangsgeräte können HEVC nicht bearbeiten und müssen deswegen ersetzt werden. Fernseher mit altem DVB-T-Modul können mit einer Set-Top-Box nachgerüstet werden.

Wie lange kann ich mein altes Gerät nutzen?

Bundesweit soll der Umstieg 2019 beginnen, bis dahin sind theoretisch alte DVB-T-Geräte empfangsbereit. Doch in den oben aufgezählten Ballungsgebieten beginnt der Regelbetrieb im 1. Quartal 2017, womit dort auch die Verbreitung privater Programme nur noch im neuen (kostenpflichtigen) HD-Standard erfolgt. Öffentlich-rechtliche Sender bieten ihr Programm vorerst weiter via DVB-T an.

Wie erkenne ich geeignete Fernseher und Empfangsboxen?

Geräte, die DVB-T2 HD empfangen können, tragen ein grünes Siegel mit den Umrissen eines Fernsehers und der Aufschrift "DVB-T2 HD". Die Deutsche TV-Plattform listet auf ihrer Webseite geeignete Fernseher und Empfangsboxen auf.

Quelle: n-tv.de

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