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Android-Handy oder iPhone: Tchibos VR nimmt alle auf.
Android-Handy oder iPhone: Tchibos VR nimmt alle auf.(Foto: jwa)

Virtual Reality bei Tchibo: Was kann die VR-Brille für 13 Euro?

Von Johannes Wallat

Wer Virtuelle Realität erleben will, braucht nicht unbedingt ein teures Markenprodukt. Bei Tchibo gibt's eine VR-Brille zum Selberbasteln schon für 13 Euro. Schnäppchen oder Mogelpackung - was bekommt man für das Geld?

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Virtuelle Realität ist in diesem Jahr eins der Top-Themen der Technik-Welt, auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona spielten Produkte und Lösungen rund um VR-Erlebnisse eine entscheidende Rolle. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen dabei vor allem hochwertige Lösungen wie Facebooks Oculus Rift, die HTC Vive oder Samsungs Gear VR. Dass es VR-Erlebnisse aber auch für deutlich weniger Geld gibt, bewies Google schon 2014, als es die Pappbrille "Cardboard" vorstellte - eine einfache VR-Lösung zum Selberbasteln. Inzwischen gibt es bei Tchibo eine ähnliche Brille zu kaufen, n-tv.de hat sie ausprobiert.  

Dass man Geräte wie Samsungs Gear VR, die im Handel rund 100 Euro kostet, kaum mit der Tchibo VR für 13 Euro vergleichen kann, dürfte klar sein. Nur der Ansatz ist gleich - das Smartphone wird in eine Halterung vors Sichtfeld geschoben, der Betrachter schaut durch zwei Linsen aufs Display, dessen Anzeige entsprechend zweigeteilt ist. So entsteht der 3D-Effekt. Ansonsten hat die Tchibo VR aber nur wenig Ähnlichkeiten mit Samsungs Gerät. Sie ist aus Pappe und in vier Schritten zusammengebaut, hat keinerlei Bedienelemente und kein Kopfband oder sonstige Haltevorrichtungen.

Gummi, Pappe und ein Loch

Denkbar einfach: Die Tchibo-VR-Brille ist in vier Schritten zusammengebaut.
Denkbar einfach: Die Tchibo-VR-Brille ist in vier Schritten zusammengebaut.(Foto: jwa)

Das Smartphone wird in eine Klappe vor den Linsen geschoben, ein Gummiband verhindert mehr schlecht als recht, dass es seitlich herausfällt. Wer sicher gehen will, hält das Handy lieber fest. Bedienelemente sind Mangelware, ein Touchpad oder ein Drehrad für die Schärfe gibt es nicht. Auch Bewegungssensoren sind in der Brille nicht verbaut. Für die Touchscreen-Bedienung hat Tchibo unterhalb der rechten Linse einfach eine Aussparung gelassen. Durch das Loch kann der Finger das Display antippen. Auch eigene Apps gibt es nicht, aber alle Anwendungen, die auf Googles Cardboard ausgelegt sind, funktionieren mit Tchibos Pappbrille. Im App Store und im Play Store gibt es unter dem Suchbegriff "Cardboard" eine Auswahl. Das ist ein Vorteil der Tchibo VR: Sie ist nicht an Hersteller gebunden und funktioniert mit jedem Android-Smartphone ab Android 4.1 und mit allen iPhones ab dem iPhone 5.

Wer wirklich erleben möchte, was derzeit beim Thema Virtuelle Realität Stand der Dinge ist, sollte die Finger von Tchibos VR-Brille lassen. HTCs Vive und Samsungs Gear VR geben hier den Ton an. Tchibos Billigbrille ist eher ein Appetithäppchen. Sie öffnet die Tür zur VR-Welt und erlaubt dem Betrachter einen Blick über die Schwelle. Das macht trotz aller Einschränkungen Spaß, zumindest zu Anfang. Youtube-Videos mit 360-Grad-Ansicht oder Streetview-Touren durch Paris, Jerusalem oder das Great Barrier Riff sind schön anzusehen. Wer aber mehr sucht als nur eine Brille für zwischendurch, muss zu professionelleren Lösungen greifen.  

Ein Tipp: Mit ein bisschen Eigeninitiative lässt sich die Tchibo-Brille zusätzlich aufmöbeln, zum Beispiel mit einem Gummiband, um sie am Kopf zu fixieren. Auch Kopfhörer sollte man einsetzen, da sie das "immersive Gefühl", mitten in der Szenerie zu sein, deutlich verstärken. Und wer den Aufdruck nicht mag, kann ihn mit ein wenig Fantasie abkleben oder überpinseln.

Quelle: n-tv.de

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