Technik

Flickr, iCloud, Google Fotos: Welcher Fotospeicher ist der beste?

Früher klebte man die schönsten Bilder ins Fotoalbum. Heute liegt die digitale Fotosammlung auf Festplatten, Handyspeichern und SD-Karten verteilt. Mit Online-Speichern behält man die Übersicht. Aber wem sollte man sein Material anvertrauen?

Die Synchronisierung zwischen verschiedenen Geräten klappt meistens problemlos.
Die Synchronisierung zwischen verschiedenen Geräten klappt meistens problemlos.(Foto: imago stock&people)

Die Bilder von der Spiegelreflex liegen auf dem Rechner, die Smartphone-Schnappschüsse auf dem geräteinternen Speicher, und die Fotos, die man mit dem Vorgängermodell geknipst hat, sind auf SD-Karte konserviert. Wie behält man da noch den Überblick? Und vor allem: Wie bekommt man zentralen Zugriff auf die Bilder? Foto-Clouds sind die Antwort auf die Herausforderungen der modernen Gerätevielfalt. Angebote wie die iCloud, Flickr oder Google Fotos bündeln alle Bilder in einem zentralen Online-Speicher. Stiftung Warentest hat sich jetzt sieben Dienste angesehen. Obwohl alle technisch einwandfrei funktionierten, schnitt keiner von ihnen "sehr gut" ab. Das Nonplusultra gibt es also nicht, aber immerhin zwei Speicher bekamen ein "gut".

Ganz vorn: Testsieger Flickr. In Sachen Speicherplatz kann kein anderer Dienst dem Foto-Portal von Yahoo das Wasser reichen. Während Apple, Microsoft oder Google gerade mal 5 bis 15 Gigabyte (GB) kostenlos zur Verfügung stellen, können Flickr-Nutzer ein Terabyte Daten hochladen. Das entspricht etwa 200.000 Bildern, selbst eifrige Fotografen kommen da nicht so schnell an ihre Grenzen. Bei den anderen Anbietern kann man Speicherplatz dazukaufen. 100 GB kosten bei Google Fotos rund 21 Euro im Jahr, im Online-Speicher von GMX und Web.de sind es 84 Euro und bei Cewe Myphotos 45 Euro. Apple bietet bei der iCloud kein 100 GB-Paket an. 200 GB sind für 36 Euro im Jahr zu haben. Cewe lässt die Nutzer nach einem Jahr selbst für die ersten 10 Gigabyte rund sechs Euro im Jahr bezahlen.

Google hat reichlich Funktionen

Um bei den vielen Fotos die Übersicht zu behalten, kann man sie in Alben sortieren. Das klappt bei allen Speicheranbietern. Bei Google läuft das den Testern zufolge am bequemsten, denn hier kann man am Rechner und mobil die Bilder auch innerhalb der Alben ordnen. Auch sonst liegt Google bei der Bedienbarkeit vorn. In der Gesamtwertung wird das mit einem zweiten Platz belohnt. Ambitionierte Fotografen können ihre Bilder hier statt als Jpeg auch als Raw-Dateien ablegen und bequem wieder abrufen. Das Bilderteilen klappt nicht nur bei Google gut, sondern auch bei Flickr, Microsoft und Apple. Flickr-Nutzer sollten aber aufpassen, dass sie nicht versehentlich mehr preisgeben als sie wollen. Mit einem Klick aufs Vorhängeschloss-Symbol werden private Bilder für alle sichtbar.

Die meisten Dienste lassen sich mit mehreren Geräten nutzen, die Bilder werden automatisch synchronisiert. Eine Ausnahme bildet Cewe Myphotos. Bilder lassen sich nur über die Android-App hochladen. Fotos vom Rechner muss man also erst auf das Mobilgerät schieben. Das gleiche gilt für iCloud-Nutzer, die ihre Bilder nicht nur auf Apple-Geräten liegen haben. Will man etwa die Bilder vom Android-Smartphone in die iCloud packen, nimmt man am besten den Umweg über das MacBook.  

Wer Online-Speicher nutzt, gibt seine Daten in fremde Hand. Keiner der Anbieter lässt sich auf eine Sicherheitsgarantie ein. Apple schließt in seinen AGB sogar ausdrücklich die Haftung für verlorengegangene oder beschädigte Bilder aus, "unzulässig" findet das die Stiftung Warentest. Sind die Bilder tatsächlich weg, hilft das freilich wenig. Bilder, an denen man hängt, legt man besser noch auf einer externen Festplatte ab. In Sachen Datenschutz liegen GMX, Web.de, Microsoft und Apple vorn, bei den anderen sind zumindest die iOS-Apps unbedenklich. Die Android-Apps von Google, Flickr und Cewe zeichnen dagegen mehr Daten auf, als sie zum Funktionieren brauchen.

Quelle: n-tv.de

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