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Wichtigste Adresse im Internet: Wie ist meine IP?

Von Johannes Wallat

Jeder Computer im Netz hat eine IP-Adresse. Aber was ist das eigentlich genau? Und wie finde ich meine IP? n-tv.de erklärt, was es mit der wichtigsten Adresse im Internet auf sich hat.

Googles Suchtrends sind ein guter Indikator dafür, was die Menschen wirklich interessiert, die sich im Internet auf die Suche begeben. Eine der am häufigsten gegoogelten Fragen lautete im vergangenen Jahr: "Wie ist meine IP?". Diese Frage schien die Netznutzer noch mehr umzutreiben als simple Alltagsfragen wie "Wie ist das Wetter?" oder "Wie spät ist es?". Was es mit der IP-Adresse auf sich hat, wie man sie ermittelt und wie man sie bei Bedarf ändert, erklärt n-tv.de.

Was ist eine IP-Adresse?

Jeder Computer und jedes andere Gerät, das mit einem Netzwerk verbunden ist, hat eine IP-Adresse. Das gilt für kleine Heimnetzwerke ebenso wie fürs Internet. Sie wird benötigt, um Geräte eindeutig zu identifizieren und macht sie im Netz erreichbar - ähnlich wie eine Telefonnummer. Nur so können Geräte miteinander kommunizieren und sich Daten hin und her schicken.

Die IP-Adresse ist aber, im Gegenteil zu einer Telefonnummer, in der Regel nicht festgelegt, sondern wird dynamisch vergeben. Jede Nummer ist nur für eine Internet-Sitzung gültig. Trennt der Nutzer die Verbindung oder schaltet den Computer aus, bekommt er beim nächsten Netzbesuch eine neue Nummer. Bei aktiven Verbindungen wird die IP-Adresse in der Regel alle 24 Stunden gewechselt.

Wie sieht eine IP-Adresse aus?

Eine IP-Adresse setzt sich aus mehreren Zahlen oder Zeichenblöcken zusammen, die durch Punkte oder Doppelpunkte voneinander getrennt sind. Adressen nach dem alten IPv4-Standard bestehen aus vier Zahlen im Bereich von 0 bis 255, also zum Beispiel 193.158.95.134. Mit diesem System lassen sich aber nur eine begrenzte Anzahl Kombinationen darstellen (etwa vier Milliarden). Deshalb wurde der neue Standard IPv6 eingeführt. Die IPv6-Adressen ermöglichen rund 340 Sextillionen Kombinationen (eine Sextillion ist eine 1 mit 36 Nullen). Sie bestehen aus acht Zeichenblöcken, die sowohl Ziffern als auch Buchstaben enthalten.

Wer vergibt die Adressen?

IP-Adressen werden zentral vergeben. In reinen lokalen Netzen ist es im Prinzip möglich, jedem Gerät eine beliebige Adresse zuzuweisen. Im Internet müssen aber zentral vergebene Adressen genutzt werden. In Europa ist für die Vergabe das RIPE NCC zuständig.

Endnutzer bekommen ihre IP-Adresse vom Internetanbieter, sobald sie eine Verbindung aufbauen. Wählen sie sich über ein Modem direkt ins Netz ein, erhalten sie die Adresse direkt vom Provider. Erfolgt die Einwahl über einen Router, dient dieser als Zwischenstation - er erhält vom Provider die externe IP-Adresse für die Verbindung mit dem Internet und vergibt interne IP-Adressen an die einzelnen Geräte im Heimnetzwerk.

Wie setzt sich eine IP-Adresse zusammen?

Jede IP-Adresse besteht aus einer Netz- und einer Hostadresse. Netzwerknummer und Hostnummer lassen sich zum besseren Verständnis mit den Elementen einer Telefonnummer vergleichen - Länderkennziffer, Ortsvorwahl und Teilnehmernummer. Die Teilnehmernummer, oder bei großen Unternehmen die Durchwahl, entspricht in etwa der Hostnummer bei der IP-Adresse. Die Netzwerknummern bekommen die Internetprovider von regionalen Verwaltungsstellen wie dem RIPE NCC.

Was verrät die IP über mich?

Die ersten Zahlenblöcke (die Netzwerknummer) einer IP-Adresse enthalten Informationen über den Internetprovider und über die Region, in der sich der Nutzer befindet. Da die Provider ihren Kunden jedes Mal eine neue, einmalige IP-Adresse zuweisen, können diese außerdem genau nachverfolgen, welche Seiten im Netz besucht wurden oder welche Dateien herunter- und hochgeladen wurden.

Seit der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung müssen Telekommunikationsanbieter die IP-Adressen zweieinhalb Monate aufbewahren. Behörden dürfen die Daten jedoch nur zur Verfolgung bestimmter schwerer Straftaten nutzen - etwa bei der Bildung terroristischer Gruppen, Mord oder sexuellem Missbrauch.

Wie kann ich meine IP-Adresse herausfinden?   

Es gibt verschiedene Wege, die eigene IP-Adresse herauszufinden. Zahlreiche Webseiten zeigen die Nummer direkt an. Manche bieten zusätzlich weitere Informationen, zum Beispiel zum Standort oder Internet-Provider.

Windows-Nutzer können die IP-Adresse ihres Computers in der Systemsteuerung über die Netzwerkverbindungen ermitteln, indem sie sich die Details zur entsprechenden aktiven Netzwerkverbindung anzeigen lassen. Wie das genau geht, erklärt Microsoft für Windows 7. Für andere Windows-Versionen ist das Vorgehen ähnlich.

Alternativ kann man die IP-Adresse auch über die Eingabeaufforderung (cmd) abfragen. Dafür tippt man "cmd" ins Suchfeld des Startmenüs, bestätigt mit Enter und tippt im dann erscheinenden DOS-Eingabefenster "ipconfig" und bestätigt wiederum mit Enter.   

Wer einen Apple-Rechner hat, sieht ebenfalls in der Systemsteuerung nach. Auch dort werden aktive Netzwerkverbindungen unter den Systemeinstellungen angezeigt, ein Klick auf eine aktive Verbindung zeigt unter dem Punkt Status die IP-Adresse.

In beiden Fällen handelt es sich aber nur um die interne IP-Adresse. Ist ein Router zwischengeschaltet, hat dieser noch eine andere IP-Adresse, mit der sich dieser ins Netz einwählt. Um die eigene IP-Adresse im Internet mit Bordmitteln herauszufinden, hilft zum Beispiel ein Blick ins Webinterface des Routers oder auf eine der oben verlinkten Websites.

Quelle: n-tv.de

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