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Der Fuchs als Wappentier: Das ist das Wileyfox Swift von hinten.
Der Fuchs als Wappentier: Das ist das Wileyfox Swift von hinten.(Foto: jwa)

Smartphone-Schnäppchen mit Cyanogen: Wileyfox Swift ist schmeichelhaft günstig

Von Johannes Wallat

Das Wileyfox Swift ist ein 5-Zoll-Smartphone im schlichten Gehäuse. Es fühlt sich toll an, kostet nicht viel und hat alles, was ein Mittelklasse-Smartphone braucht - und unter der Haube noch ein bisschen mehr.

Cyanogen macht vieles besser als Android. Das alternative Betriebssystem basiert auf Googles Smartphone-Software, bietet Nutzern aber mehr Einstellungsmöglichkeiten und Sicherheits-Funktionen als das pure Android. Hervorgegangen aus dem Custom-Rom CyanogenMod, der wohl beliebtesten alternativen Android-Firmware der Welt, gibt es inzwischen auch Smartphones, die direkt mit Cyanogen ausgeliefert werden. n-tv.de hat den Newcomer Wileyfox Swift ausprobiert.  

Der britische Hersteller Wileyfox ist hierzulande bisher weitgehend unbekannt. Im Sommer 2015 präsentierte das Londoner Startup-Unternehmen seine ersten beiden Geräte, Storm und Swift, inzwischen sind die Dual-SIM-Handys auch in Deutschland zu haben. Das kräftigere von beiden ist das Storm mit 5,5-Zoll-Display und Full-HD-Auflösung, es hat einen stärkeren Prozessor und eine bessere Kamera und kostet 279 Euro. Das schwächere Swift ist schon für 179 Euro zu haben.

Ausstattung wie sie sein soll

Die Ausstattung erfüllt alle Ansprüche an ein günstiges Mittelklasse-Smartphone und bietet genug Leistung für Alltagsaufgaben: Ein Snapdragon 410 sorgt für die nötige Rechenleistung, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher stehen zur Verfügung, der interne Speicher ist 16 Gigabyte groß und kann per microSD-Karte erweitert werden. Das 5-Zoll-Display mit HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel) ist hell und zeigt auch aus schrägen Blickwinkeln ein gutes Bild. Mit einer Pixeldichte von 294 ppi ist die Darstellung ausreichend scharf.

Ein echter Hingucker ist die Rückseite. Sie erinnert an die raue Schmirgelpapier-Oberfläche der OnePlus-Flaggschiffe, Farbe und Textur sind ähnlich, allerdings ist der Rücken des Swift glatter und fühlt sich so noch angenehmer an. Der Effekt ist gelungen: Der matte Kunststoff verleitet zum Drüberstreichen und wirkt deutlich hochwertiger als ein glänzender Plastikrücken. Ansprechend wirkt auch das restliche Design mit dem mittig platzierten Fuchs-Logo und dem farblich an den Logoschriftzug angepassten schmalen Ring um die Kamera.

Die wichtigsten technischen Daten
  • System: Cyanogen OS 12.1, basiert auf Android 5.1
  • Display: IPS LCD, 5 Zoll, 1280 x 720 Pixel, 294 ppi
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 410, 1,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB + microSD
  • Kamera: 13 MP
  • Frontkamera: 5 MP
  • LTE, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0
  • Dual-Nano-SIM
  • Akku: 2500 mAh
  • Maße: 141,5 x 71 x 9,37 mm
  • Gewicht: 135 g

Die 13-Megapixel-Knipse macht ansprechende Bilder, zeigt aber die für Günstig-Smartphones typischen Beschränkungen und Schwächen beim Dynamikumfang, bei der Performance in schlechtem Licht und der Geschwindigkeit - der Fokus ist mitunter träge, HDR-Bilder benötigen etwas Verarbeitungszeit und wirken unnatürlich ausgewaschen. Pluspunkt: In der Kamera-App genügt ein vertikaler Wisch, um zwischen den verschiedenen Bildstilen zu wechseln - HDR, Nachtaufnahme, Bewegung, Gegenlicht, Sepia und viele andere stehen zur Auswahl.

Die Software ist das Plus

Überhaupt ist die Software das eigentlich besondere am Wileyfox Swift. Wie zuletzt das BQ Aquaris X5 ist auch der britische Fünfzöller mit einer aktuellen Version von Cyanogen OS ausgestattet. Die Möglichkeiten, die die Software zu bieten hat und sie von ihrem Android-Vorbild absetzen, sind nicht immer leicht zu finden, doch wer sich erst einmal in die Tiefen des Einstellungsmenüs vorwagt, findet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Das beginnt beim Aussehen der Benutzeroberfläche über zahlreiche "Themes" und der Anordnung der Navigationstasten, geht über die Sperre einzelner Apps durch Passwort und das Blockieren von Spam-Anrufern (Truecaller) bis zur detaillierten Kontrolle und Verwaltung von App-Berechtigungen (Privacy Guard).

Es ist vor allem Cyanogen 12.1 zu verdanken, dass dem Swift Aufmerksamkeit zuteilwird. Potenziell ist es damit auch möglich, sich aus dem eisernen Google-Griff zu lösen und die bei Android vorinstallierten Standard-Apps von Google durch Alternativen zu ersetzen. Extra-Anwendungen wie die gelungene Kamera-App, ein Browser oder die eigene Telefon-App zeigen bereits den Weg, den Cyanogen gehen möchte: weg von Google.

Bis zur Emanzipation ist es aber noch ein weiter Weg, und bis dahin ist Cyanogen OS nicht mehr und nicht weniger als ein besseres Android, da es dem Nutzer mehr Möglichkeiten und Freiräume bietet. Wer darauf Wert legt und Geld sparen will, bekommt mit dem Wileyfox Swift eine ähnlich ausgestattete, aber etwas günstigere Alternative zu BQs Aquaris X5. Wer auch mit purem Android zurecht kommt, kann anstelle des Swift auch zu Motorolas Moto G der dritten Generation greifen - das ist ähnlich ausgestattet und kostet nur wenig mehr, hat dafür aber das bessere Display, die bessere Kamera und mehr Akkulaufzeit.      

Quelle: n-tv.de

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