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Windows 8 und Windows 8.1 gehören nur kleine Stückchen des Kuchens.
Windows 8 und Windows 8.1 gehören nur kleine Stückchen des Kuchens.(Foto: Netmarketshare)

Alle warten auf "Threshold": Windows 8 hat ausgedient

Von Klaus Wedekind

Microsofts Betriebssystem Windows 8 kommt nicht voran. Seine Marktanteile stagnieren, sind sogar leicht rückläufig. Weil schon der Nachfolger "Threshold" in den Startlöchern steht, wird sich daran wohl auch nichts mehr ändern.

Eigentlich ist Windows 8 alles andere als ein schlechtes Betriebssystem. Doch die "modern" genannte Benutzeroberfläche schreckt viele Desktop-Nutzer ab, da die Kachel-Struktur nur auf Geräten mit Touchscreen wirklich Sinn ergibt. Zwar hat Microsoft mit zwei Updates sein Betriebssystem wieder maustauglicher gemacht, doch offensichtlich wollen Nutzer und Unternehmer auch Windows 8.1 keine Chance mehr geben. Der Zug ist abgefahren.

In der jüngsten Statistik von Netmarketshare kommen Windows 8 und Windows 8.1 zusammen nur auf einen weltweiten Marktanteil von 12,48 Prozent. Statt - wie es für das neueste Betriebssystem normal wäre - stetig zuzulegen, stagniert Windows 8x. Im Juni war es auf 12,54 Prozent aller Computer installiert. Seit November konnte das im Oktober 2012 so hoffnungsvoll gestartete OS lediglich rund drei Prozentpunkte hinzugewinnen, während der Vorgänger Windows 7 seine Marktanteile von 46,64 auf 51,22 Prozent steigerte. Sogar das seit April nicht mehr unterstützte Windows XP erreicht immer noch fast 25 Prozent. Auch in der Juli-Statistik von Statcounter dümpeln die 8er-Versionen seit Monaten bei rund 13 Prozent vor sich hin. Zum Vergleich: Diesen Marktanteil hatte Windows 7 fast schon nach sieben Monaten erreicht.

Windows 9 soll Windows 8 vergessen machen.
Windows 9 soll Windows 8 vergessen machen.(Foto: WZOR (via myce))

Es ist zwar nicht ganz fair, Windows 8x am Erfolg von Windows 7 zu messen - schließlich löste Microsofts Verkaufsschlager Vista, das "schlechteste Windows aller Zeiten", ab. Doch ob verdient oder unverdient, es ist absehbar, dass Windows 8 nicht mehr durchstarten wird und Microsoft weiß das ganz genau. Für Satya Nadella, der Steve Ballmer im Februar als CEO ablöste, hat das Betriebssystem ausgedient. Er konzentriert sich voll und ganz auf den Nachfolger, der bereits im kommenden Frühjahr auf den Markt kommen soll.

Alles in einem, aber doch anders

Windows 9 alias "Threshold" könnte tatsächlich der große Wurf, vielleicht sogar revolutionär werden. Denn wie Nadella kürzlich ankündigte, will Microsoft damit den Grundstein für ein einheitliches Betriebssystem für alle Geräteklassen legen. Nicht durch übertriebene Gleichmacherei wie bei Windows 8, sondern durch ein OS, das sich an die unterschiedlichen Anforderungen anpasst. So werden Nutzer eines herkömmlichen Computers gar keine Kacheln mehr sehen, während auf reinen Touch-Geräte alles "modern" ist.

Die erste öffentliche Beta von Windows 9 könnte schon in diesem Herbst zur Verfügung stehen und peu à peu sickern weitere Informationen zu den Neuerungen durch. Die besten Verbindungen zu Microsoft hat derzeit Mary Jo Foley von "ZDNet", die regelmäßig mit ihren Aussagen ins Schwarze trifft.

Jetzt schreibt sie, dass Microsoft die Charmes-Leiste nicht nur in der Desktop-Anzeige, sondern grundsätzlich abschafft. Das ungeliebte Menü mit Suche, Einstellungen und Möglichkeiten, Inhalte zu teilen, öffnet sich, wenn man auch Touchscreens vom rechten Bildschirmrand nach innen wischt oder den Mauspfeil dorthin bewegt. Die Funktionen sollen stattdessen unter anderem in App-Leisten untergebracht werden.

"Neowin" berichtet, Windows 9 werde virtuelle Desktops unterstützen. Nutzer könnten sie über die Taskleiste aktivieren und über Tastenkürzel zwischen ihnen wechseln. Vor allem auf kleinen Displays sei dies praktisch, schreibt der Autor, da man so bequem mehrere Desktops mit Layouts nutzen könne. Beispielsweise einen für die Bildbearbeitung, einen anderen für Office-Arbeiten.

Quelle: n-tv.de

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